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Warum erhöhen Zentralbanken ihre Zinsen, um Inflation zu bekämpfen?

Warum erhöhen Zentralbanken ihre Zinsen, um Inflation zu bekämpfen?

Vieles wird teurer: Strom, Treibstoff, Nahrungsmittel, Kosten für Internetverbindungen, Übernachtungen und Flüge. Jetzt steigen die Zinsen.

Der Krieg in der Ukraine, der Umgang mit der Covid-19-Pandemie in China und die Störung von Lieferketten gehören zu den Einflüssen, die dafür sorgten, dass die Preise teils kräftig zunahmen. Fast im Einklang heben Zentralbanken weltweit ihre Leitzinsen an, um dem Wertverlust des Geldes entgegenzuwirken, denn die Inflation ist ordentlich angewachsen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich ebenfalls für eine Änderung ihrer Geldpolitik entschieden und die lange Zeit der Negativzinsen zu den Akten gelegt. Diese waren noch ein Erbe vergangener, wirtschaftlich ebenfalls schwieriger Zeiten.

Auch die Zentralbanken in Australien, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden und Südkorea haben einen ähnlichen Schritt in die Wege geleitet. Die Zentralbank der Vereinigten Staaten machte gar einen Riesensprung, indem eine Anhebung des Leitzinses um 0,75 Prozentpunkte verkündet wurde. Ein solches Emporschnellen gab es seit 1994 nicht mehr. Was steckt hinter solchen Entscheidungen?

Was sind Zentralbanken?

Zentralbanken sind Behörden mit besonderer Stellung. Sie sind unabhängig und regeln die Geldpolitik eines Landes oder im Falle der EZB einer Staatengruppe.

In der Macht der Zentralbanken steht unter anderem, Banknoten und Münzen auszugeben, über im Ausland liegende Währungsreserven zu verfügen, in wirtschaftlichen Notfällen als Geldgeber einzuspringen sowie sicherzustellen, dass die Arbeitsweise des Finanzwesens gewährleistet ist.

Eine wichtige Aufgabe einer Zentralbank ist, die Preisstabilität zu sichern. Das umfasst die steigenden und sinkende Verläufe des Geldwertes, verbunden mit der entsprechenden Preisentwicklung.

Die hohe Inflation ist die Hauptherausforderung für uns alle

Allgemein gesprochen gilt: Deflation enthält, das Waren und Dienstleistungen günstiger werden und die Kaufkraft des Geldes ansteigt. Mit ihr sind aber auch wirtschaftliche Einbußen für Unternehmen und steigende Arbeitslosigkeit verbunden. Zentralbanken verfolgen das Ziel, eine gemäßigte Inflation zu erreichen, meist bei rund 2 Prozent liegend. Damit soll Wachstum sichergestellt werden. Wenn jedoch die Geldentwertung in die Höhe schießt, wird das ebenfalls wirtschaftlich schwierig. Denn dann können erzielte Gewinne schnell wieder verschwinden und Sparanlagen deutlich an Wert verlieren. Preise für Waren und Dienstleistungen steigen, betroffen sind Privatpersonen, Unternehmen und Staatshaushalte.

„Die hohe Inflation ist die Hauptherausforderung für uns alle", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Da kommen Maßnahmen der Geldpolitik zum Tragen.

Geschäftsbanken, bei denen man ein Konto besitzt oder ein Darlehen aufnimmt, leihen sich Geld von den Zentralbanken, um ihre finanziellen Notwendigkeiten zu decken.

Geschäftsbanken müssen Vermögenswerte als Sicherheit vorlegen. Öffentliche Anleihen, also von Regierungen ausgegebene Schuldtitel, gehören zu den häufigsten Sicherheiten.

Mit anderen Worten: Eine Zentralbank leiht den Geschäftsbanken Geld, während die Geschäftsbanken das Geld dann Unternehmen und Einzelpersonen leihen.

Wenn eine Geschäftsbank das von der Zentralbank geliehene Geld zurückzahlt, geschieht das zu einem bestimmten Zinssatz. Die Zentralbank ist befugt, ihre eigenen Zinssätze festzulegen, wodurch der Preis des Geldes bestimmt wird.

Das sind die Leitzinsen, die die Zentralbanken derzeit anheben, um die Inflation einzudämmen.

Auswirkungen steigender Zinsen

Wenn die Zentralbank den Geschäftsbanken höhere Zinssätze in Rechnung stellt, erhöhen die Geschäftsbanken ihrerseits die Zinssätze, die sich dann wiederum auf Unternehmen und Einzelkundschaft auswirken.

Das hat zur Folge, dass Privatschulden, Kredite und Hypotheken teurer werden und viele Menschen deshalb zögern, darauf zurückzugreifen. Unternehmen, die regelmäßig Kredite für Investitionen beantragen, wägen genau ab, bevor sie einen Schritt tun.

Eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen führt unweigerlich zu einem Rückgang der Verbraucherausgaben in den meisten oder allen Wirtschaftsbereichen. Wenn die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen zurückgeht, sinken allgemein gesagt auch ihre Preise.

Genau das wollen die Zentralbanken jetzt tun: Die Ausgaben drosseln, um die Inflation einzudämmen.

Keine Sofortlösung

Aber es kann bis zu zwei Jahre dauern, ehe sich die Auswirkungen der Geldpolitik bemerkbar machen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass sie eine sofortige Lösung für einige der bestehenden Schwierigkeiten bieten.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Energiesektor heute der Haupttreiber der Inflation ist, und zwar in starkem Maße durch einen Faktor, der zunächst einmal nichts mit der Wirtschaft zu tun hat: Der Krieg in der Ukraine.

Treibstoff und Strom sind Güter, die jeder verbraucht, unabhängig davon, wie viel sie kosten, so dass ein schneller Nachfragerückgang zur Abkühlung der Preise nicht wahrscheinlich ist.

Dies erklärt, warum Zentralbanken wie die US-amerikanische so drastische Maßnahmen ergreifen, selbst wenn diese der Wirtschaft schaden. Eine „aggressive" Geldpolitik ist eine Gratwanderung: Die Verteuerung des Geldes kann das Wachstum bremsen, die Löhne schwächen und die Arbeitslosigkeit ansteigen lassen.

Jerome Powell, Vorsitzender der Zentralbank der Vereinigen Staaten, betonte jedoch, dass man keineswegs versuche, eine schrumpfende Wirtschaftskraft herbeizuführen.

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