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Trotz Ukraine-Krieg: Wie China russisches Öl zum Schnäppchen-Preis kauft

Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatsführer Xi Jinping beim Treffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in Samarkand/Usbekistan im September 2022. - Copyright: Getty/SERGEI BOBYLYOV
Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatsführer Xi Jinping beim Treffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in Samarkand/Usbekistan im September 2022. - Copyright: Getty/SERGEI BOBYLYOV

Während sich die Europäische Union bemüht, Moskaus Energie-Einnahmen einzudämmen, kauft China russisches Öl mit dem höchsten Preisnachlass seit Monaten auf. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Händler, die mit den Geschäften vertraut sind.

Mindestens eine im Dezember eingetroffene Ladung russisches Espo-Leichtöl wurde mit einem Abschlag von bis zu sechs US-Dollar pro Barrel gegenüber dem Referenzpreis von Brent verkauft, bestätigten vier Händler der Nachrichtenagentur. Das entspricht einem Preis von 68 US-Dollar pro Barrel.

China hat zwar erklärt, dass es sich nicht an die von den G7-Staaten und der EU auferlegte Preis-Obergrenze für russisches Öl halten wird, könnte sich aber dadurch möglicherweise mehr Verhandlungsmacht bei den Ölgeschäften verschaffen, so die Analysten von Rystad Energy in einer kürzlich veröffentlichten Notiz.

Gegenüber Reuters erklärten Quellen, dass die chinesisch-russischen Ölhändler ihre Geschäfte aktuell wie üblich abwickeln. Die stärkeren Preisnachlässe kommen inmitten von Befürchtungen über die chinesische Nachfrage, da die strenge Nullzollpolitik die Wirtschaftstätigkeit gebremst hat, obwohl Peking eine gewisse Lockerung signalisiert. Reuters berichtet auch, dass die chinesischen Raffinerien schwächere Gewinnspannen verzeichnen.

"Sie kümmern sich nicht wirklich um die Preisobergrenze. Alles, was sie tun, ist, die Zahlen zu berechnen, um zu sehen, ob die gelieferten Preise einen guten Gewinn bringen oder nicht", sagte ein leitender Angestellter einer Raffinerie der Nachrichtenagentur.

Russland hat die Preisobergrenze der EU und G7-Staaten abgelehnt und mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, indem es beispielsweise seine Rohöllieferungen an die teilnehmenden Länder einschränkt, eine Preisuntergrenze einführt oder maximale Rabatte auf sein Rohöl durchsetzt. Nach Ansicht von Vanda Insights dürfte die Obergrenze dennoch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Gewinne Russlands haben.

Dieser Text wurde von Viktoria Bräuner aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.