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„Titanic“-Untergang: Die superreichen Passagiere an Bord – und wer überlebte

<p>Wikimedia Commons/Public Domain / Boyan Dimitrov/Shutterstock</p>
Wikimedia Commons/Public Domain / Boyan Dimitrov/Shutterstoc

In den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 kamen beim Untergang der damals als „unsinkbar“ geltenden „Titanic“ mehr als 1.500 Menschen ums Leben. Obwohl 60 Prozent der Passagiere der ersten Klasse überlebten, verstarben bei der Schiffskatastrophe im Nordatlantik einige der reichsten Menschen der Welt.

Von einem der ersten Filmstars des 20. Jahrhunderts über den damals reichsten Mann Amerikas bis hin zu den Verwandten einer Hinterbliebenen des jüngsten „Titan“-Tauchboot-Unglücks: Die unglaublichen Geschichten der Superreichen an Bord der „Titanic“ in Bildern.

Adaptiert von Astrid Hofer und Sandra Schröpfer

Dorothy Gibson

<p>Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
Unknown author, Public domain, via Wikimedia Common

Dorothy Gibson war Stummfilm-Schauspielerin, Sängerin und Künstlermodell. Ihr Filmdebüt gab sie 1911 als Statistin, bevor sie erste Hauptrollen übernahm. Zwar ist Gibsons genaues Vermögen nicht bekannt, Berichten zufolge war sie aber eine der bestbezahlten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Die erfolgreichste war übrigens Mary Pickford. 1913 verdiente diese 500 Dollar pro Woche, was einem heutigen Geldwert von knapp 12.400 Euro entspricht.

<p>Everett Collection/Shutterstock</p>
Everett Collection/Shutterstoc

Nach einem Italienurlaub mit ihrer Mutter bestieg Dorothy Gibson die „Titanic“, um nach Amerika zurückzukehren. Dort stand wenig später ein neuer Filmdreh an. Gibson spielte gerade Bridge in der Lounge der ersten Klasse, als die „Titanic“ auf den Eisberg prallte. Während viele Passagiere noch gar nicht wussten, dass ihr Leben in Gefahr war, flüchteten Gibson und ihre Mutter auf das Rettungsboot Nr. 7, das erste, das ins Wasser gelassen wurde. Es wurde von der „Carpathia“ gerettet und nach New York gebracht.

<p>Eclair Film, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
Eclair Film, Public domain, via Wikimedia Common

Einer von Gibsons erfolgreichsten Filmen, „A Lucky Holdup“ feierte im April 1912 an Bord der „Titanic“ Premiere. Und es dauerte nicht lange, bis der nächste Hit folgte. Gibsons Manager überzeugte die Schauspielerin, die Hauptrolle im Stummfilm „Saved from the Titanic“ zu übernehmen, die ihre Rettung von dem sinkenden Luxusschiff dokumentierte. Was war Dorothy Gibsons Filmkostüm? Das gleiche Seidenkleid, die gleiche Strickjacke und den gleichen Mantel, den sie in der Nacht der Tragödie trug.

Margaret (Molly) Brown

<p>Bain News Service; quick cleanup by Adam Cuerden, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
Bain News Service; quick cleanup by Adam Cuerden, Public domain, via Wikimedia Common

Anders als die meisten ihrer Mitpassagiere in der ersten Klasse stammte Margaret Brown nicht aus reichen Verhältnissen. Als Tochter irischer Einwanderer lebte sie mit ihren Geschwistern in Leadville, Colorado, und arbeitete in einem Kaufhaus. 1886, mit 19 Jahren, heiratete sie James Joseph („J.J.“) Brown. Margaret war wenig erfreut, dass dieser nicht reich war und ihre Eltern nicht finanziell unterstützen konnte. Dennoch beschloss sie, „dass es mir mit einem armen Mann, den ich liebe, besser geht als mit einem Reichen, an dem mich nur sein Geld reizt“.

<p>Buyenlarge/Getty Images</p>
Buyenlarge/Getty Image

Die noble Entscheidung machte sich bezahlt – im wahrsten Sinn des Wortes. 1893 entdeckte J. J. Gold und Kupfererz in der Little Jonny Mine und sein Arbeitgeber, die Ibex Mining Company, belohnte ihn mit 12.500 Aktien des Unternehmens. Dazu bekam er einen Sitz im Vorstand. Die Browns wurden über Nacht unglaublich reich. Nach 23 Jahren Ehe und zwei gemeinsamen Kindern trennten sich Margaret und J. J. 1909 einvernehmlich. Margaret wurde eine monatliche Zahlung von 700 Dollar zugesprochen, was heute rund 17.700 Euro pro Monat bzw. 212.000 Euro pro Jahr wären. Auf diesem Bild ist der Salon im Haus der Browns in Denver zu sehen, das heute ein Museum ist.

<p>National Museum of the U.S. Navy, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
National Museum of the U.S. Navy, Public domain, via Wikimedia Common

Im April 1912 machte Margaret Brown Urlaub in Europa, als ihr Enkel plötzlich schwer erkrankte. Auf der Suche nach dem schnellsten Weg zurück nach New York löste sie ein Erste-Klasse-Ticket für die „Titanic“. Berichten zufolge rümpften einige ihrer Mitpassagiere die Nase, weil Brown als „neureich“ galt. Als die Reise jedoch eine katastrophale Wendung nahm, sicherte sie sich den Respekt der Gäste, weil sie anderen das Leben rettete. Brown sorgte dafür, dass Rettungsboote umkehrten und nach Menschen im Wasser suchten. Dazu organisierte sie nach der Tragödie ein Komitee, um Überlebende der zweiten und dritten Klasse zu unterstützen. Hier ist sie mit dem Kapitän des Rettungsschiffes „Carpathia“ zu sehen, dem sie eine Trophäe überreichte. Brown selbst ging als „die unsinkbare Molly Brown“ in die Geschichte ein.

Charles Melville Hays

<p>Wikimedia Commons/Public Domain</p>
Wikimedia Commons/Public Domai

Charles Melville Hays machte als Präsident der Grand Trunk Railway, einem nordamerikanischen Eisenbahnsystem, das die USA und Kanada verband, viel Geld. Während seiner 45-jährigen Karriere wurde der Philanthrop unter anderem mit dem Orden der Aufgehenden Sonne (dritter Klasse) ausgezeichnet und zum Ritter geschlagen. Doch sein Leben nahm 1911 eine unerfreuliche Wendung, als die transkontinentale Eisenbahn, an der er arbeitete, 100 Millionen Dollar Schulden anhäufte, was heute 2,5 Milliarden Euro entspricht.

<p>Stephen Bridger/Shutterstock</p>
Stephen Bridger/Shutterstoc

Hays reiste Anfang 1912 nach England, um mit seinen britischen Geschäftspartnern Finanzierungsmöglichkeiten zu besprechen. Er nahm seine Frau, seine Tochter, seinen Schwiegersohn, seine Sekretärin und sein Dienstmädchen mit. Doch im April wollte der Geschäftsmann unbedingt nach Nordamerika zurückkehren, teils um der Eröffnung des Château Laurier Hotel in Ottawa beizuwohnen, aber auch, weil eine seiner Töchter in den USA eine schwierige Schwangerschaft durchmachte. J. Bruce Ismay (später mehr zu ihm), Vorsitzender der Reederei White Star Line, zu der die Titanic gehörte, lud Charles Melville Hays persönlich auf die Jungfernfahrt der „Titanic“ ein.

<p>Michel Boutefeu/Getty Images</p>
Michel Boutefeu/Getty Image

Hays und seine Familie teilten sich eine luxuriöse Erste-Klasse-Suite, die wahrscheinlich dieser Replik im California Science Center ähnelte. Den prunkvollen Aufenthalt konnten sie jedoch nicht lange genießen. Als die „Titanic“ am 14. April um 23.40 Uhr auf den Eisberg prallte, half Hays seiner Frau, seiner Tochter und dem Dienstmädchen in ein Rettungsboot. Er selbst konnte sich jedoch tragischerweise nicht rechtzeitig retten. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Thornton Davidson und seinem Sekretär Vivian Payne gehörte er zu jenen 805 männlichen Passagieren, die in dieser Nacht starben. Charles Melville Hays soll zum Zeitpunkt seines Todes ein Nettovermögen von 565.000 Dollar besessen haben, auf heute umgerechnet rund 15 Millionen Euro.

J. Bruce Ismay

<p>Archive PL / Alamy Stock Photo</p>
Archive PL / Alamy Stock Phot

Der Vorsitzende der White Star Line erbte das Unternehmen im Alter von 36 Jahren von seinem Vater. Thomas Ismay hatte die Reederei im Jahr 1867 gegründet und sie bis zu seinem Tod im Jahr 1899 geleitet. Bruce wollte den größten Rivalen der White Star Line, die Cunard Line, ausstechen und eine Flotte großer Ozeandampfer bauen. Das Ergebnis waren drei Schiffe: die RMS „Olympic“, die RMS „Britannic“ und die RMS „Titanic“. Als die „Titanic“ im April 1912 ablegte, war auch Bruce mit dabei, um bei der Jungfernfahrt den Betrieb zu überwachen.

<p>Hulton Archive/Getty Images</p>
Hulton Archive/Getty Image

In der Unglücksnacht schaffte es Ismay rund 20 Minuten, bevor die „Titanic“ sank, in eines der aufblasbaren Rettungsboote, das Collapsible C. Diese Tatsache sollte ihn für den Rest seines Lebens verfolgen: Kaum in New York angekommen wurde Ismay heftig kritisiert, dass er einen der wenigen Plätze im Rettungsboot für sich beansprucht hatte, während andere Passagiere, darunter Frauen und Kinder, ertranken. Erschwerend kam hinzu, dass er die Anordnung gab, die Anzahl der Rettungsboote sowohl auf der „Titanic“ als auch der „Olympic“ von 48 auf 16 zu reduzieren. Ismay soll es Berichten zufolge auch gewesen sein, der den Kapitän ermutigte, das Schiff schneller durch das eisige Wasser zu fahren.

<p>Deeday-UK, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons</p>
Deeday-UK, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Common

Ismay hatte den Untergang der „Titanic“ zwar überlebt, aber sein Ruf war ruiniert. Obwohl die britische Untersuchung letztlich zum Schluss kam, dass er zahlreichen Passagieren geholfen hatte, nahm es ihm die Öffentlichkeit übel, dass er mit einem der letzten Rettungsboote die Flucht ergriffen hatte. Ismay zog sich in der Folge immer mehr zurück. Den Rest seines Lebens arbeitete er für eine Versicherungsgesellschaft, die Geld an Angehörige der ertrunkenen Passagiere auszahlte und 36.000 Dollar, heute 508.000 Euro an seefahrtsbezogene Wohltätigkeitsorganisationen spendete. Der Geschäftsmann starb 1937 und wurde auf einem Friedhof in London beigesetzt. Sein Nachlass war zum Zeitpunkt seines Todes – ohne Eigentum – 693.305 Dollar wert, was heute 11,7 Millionen Euro entspricht.

George Dennick Wick

<p>http://www.mahoninghistory.org/Image071a-wick.htm, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
http://www.mahoninghistory.org/Image071a-wick.htm, Public domain, via Wikimedia Common

George Dennick Wick wurde 1854 in Ohio geboren. 1900 gründete er mit seinem Geschäftspartner James Campbell einen Stahlhersteller, die Youngstown Sheet and Tube Company, und war dessen erster Präsident. Sein schlechter Gesundheitszustand zwang ihn jedoch, eine Auszeit zu nehmen. 1912 reiste er nach Europa, um dort, wie er hoffte, wieder zu Kräften zu kommen.

<p>Print Collector/Getty Images</p>
Print Collector/Getty Image

Wick ging in Southampton gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter, die beide Mary hießen, an Bord der „Titanic“. Auch Wicks Kusine Caroline Beonnell und ihre Tante Elizabeth reisten mit. In einem Zeitungsartikel des „Youngstown Daily Vindicator“ vom 19. April 1912 beschrieb Caroline, wie George zuletzt vom Deck des Unglücksdampfers seinen Verwandten in den Rettungsbooten zuwinkte.

<p>Bettmann/Getty Images</p>
Bettmann/Getty Image

Wicks gesamte Familie wurde gerettet. Er selbst hatte jedoch kein Glück. Sein Leichnam wurde nach der Katastrophe nie geborgen, er galt offiziell als auf See verschollen. Ihm zu Ehren organisierte die Stadt Youngstown am 24. April 1912 um 11 Uhr ein fünfminütiges Gedenken. Das Schweigen wurde in den örtlichen Schulen, Geschäften und Fabriken, einschließlich der Youngstown Steel and Tube Company (im Bild), abgehalten. Berichten zufolge hatte Wick zum Zeitpunkt seines Todes ein Vermögen von rund 900.000 Dollar angehäuft, auf die heutige Zeit umgerechnet wären das 23 Millionen Euro.

Isidor und Ida Straus

<p>Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons</p>
Unknown author, Public domain, via Wikimedia Common

Isidor und Ida Straus waren bereits zu Lebzeiten Millionäre. Laut einem Artikel der „New York Times“ nach dem Untergang der „Titanic“ hatte das Paar dank seiner Beteiligung am Kaufhaus Macy’s in New York ein gemeinsames Vermögen von 3,8 Millionen Dollar, was heute 94 Millionen Euro entspricht. Isidor, ein Geschirr-Liebhaber, hatte die Glas- und Porzellanabteilung von Macy’s gegründet. Bis 1896 waren er und sein Bruder Nathan die alleinigen Besitzer des legendären Geschäftes. Dazu war Isidor auch ein Jahr lang Abgeordneter im US-Kongress.

<p>Buyenlarge/Getty Images</p>
Buyenlarge/Getty Image

Isidor und Ida waren ein verliebtes Paar, das sich jeden Tag schrieb, wenn er geschäftlich unterwegs war. Ende 1911 gingen die beiden auf gemeinsame Reise und verbrachten den Winter und das Frühjahr 1912 in Europa. Quellen zufolge hätten sie eigentlich ein anderes Schiff zurück nach Hause nehmen sollen, doch die Fahrt wurde aufgrund eines Kohlestreiks in England abgesagt. So landeten die beiden in der ersten Klasse der „Titanic“ – eine Tatsache, die sich als fatal erwies.

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Als der Luxuskreuzer zu sinken begann, weigerte sich Isidor, in ein Rettungsboot zu steigen, da noch Frauen und Kinder an Bord waren. Ida bestand darauf, an seiner Seite zu bleiben. „Mein Platz ist bei dir“, soll sie gesagt haben. Sie gab Ellen Bird, ihrer Zofe, einen Pelzmantel und half ihr in ein Rettungsboot. Das Ehepaar Straus stand Arm in Arm auf dem Deck, bis das Schiff unterging. Seine Geschichte inspirierte eine bekannte Ballade mit dem Titel „The Titanic’s Disaster“ (Liederblatt abgebildet).

<p>KMJKWhite, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons</p>
KMJKWhite, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Common

Isidors Leichnam wurde geboren und im Mausoleum der Familie auf dem Woodlawn Cemetery in New York City beigesetzt. Da Ida nie gefunden wurde, füllten die Kinder des Paares, so heißt es, eine Urne mit Wasser der Untergangsstelle und stellten diese neben Isidor im Mausoleum. Auf dem Grabstein des Paares steht ein Zitat aus dem Hohelied Salomos: „Viele Wasser können die Liebe nicht löschen – noch können die Fluten sie ertränken“. Auf diesem Bild ist eine Gedenktafel im Erdgeschoss von Macy’s zu sehen.

Isidor und Ida Straus waren die Ur-Ur-Großeltern von Wendy Rush, die Witwe von OceanGate-Gründer Stockton Rush. Der Unternehmer kam beim tödlichen Unglück seines Tauchbootes „Titan“ ums Leben, das im Juni 2023 auf dem Weg zum Wrack der „Titanic“ im Nordatlantik implodierte. Dabei starben alle fünf Insassen.

Benjamin Guggenheim

<p>The History Collection / Alamy Stock Photo</p>
The History Collection / Alamy Stock Phot

Mit einem geschätzten Vermögen von 4 Millionen Dollar im Jahr 1912 (99 Mio. Euro heute) war auch Benjamin Guggenheim zu Lebzeiten Millionär. Der Sohn eines reichen Bergbaumagnaten, der 1847 aus der Schweiz nach Amerika ausgewandert war, übernahm das Familienunternehmen und war aufgrund seines Interesses am Edelmetallabbau bald als „Der Silber-Prinz“ bekannt. Mit 46 Jahren stach er mit der „Titanic“ in See.

<p>Topical Press Agency/Getty Images</p>
Topical Press Agency/Getty Image

Guggenheim bestieg das Schiff mit seiner Geliebten, einer französischen Sängerin namens Léontine Aubart. Zur Gruppe gehörten auch Aubarts Dienstmädchen Emma sowie sein Kammerdiener Victor und der Chauffeur René.

Guggenheim schlief, als die „Titanic“ um 23.40 Uhr gegen den Eisberg prallte, und wachte erst nach Mitternacht auf. Laut Augenzeugen half er Léontine und Emma in die Rettungsboote, bevor er in seine Kabine zurückkehrte, um sein Abendoutfit anzuziehen. Als die letzten Rettungsboote ausgelaufen waren, hörte man ihn sagen: „Wir haben uns in unsere besten Kleider geworfen und sind bereit, wie Gentlemen unterzugehen.“ Im Bild ist Guggenheims Frau Florette zu sehen, die in den Büros der White Star Line in New York auf Nachricht von ihrem Mann wartete.

<p>The New York Times (newspaper article, 1912), Public domain, via Wikimedia Commons</p>
The New York Times (newspaper article, 1912), Public domain, via Wikimedia Common

Guggenheim und sein Kammerdiener wurden nie geborgen. Da er ein prominenter Geschäftsmann war, füllte sein Schicksal die Presse. Im Gespräch mit der „New York Times“ sagte sein Bruder Daniel: „Ich bin sehr verärgert über die Umstände, die diese Katastrophe möglich gemacht haben. Es war absolut unnötig. Natürlich sehe ich das aus subjektiver Sicht. Ich muss einen großen Verlust verarbeiten.“

George Dunton Widener

<p>Yogi Black / Alamy Stock Photo</p>
Yogi Black / Alamy Stock Phot

George Dunton Widener war der Sohn des amerikanischen Geschäftsmannes Peter Arrell Browne Widener, der sich für Tabak, Autos und Öl interessierte. Peter überlebte seinen Sohn um drei Jahre und hinterließ 1915 ein Vermögen von rund 35 Millionen Dollar, heutiger Wert 667 Millionen Euro. George, der für das Familienunternehmen arbeitete, zählte zu den reichsten Passagieren der „Titanic“. Der Reichtum der Familie spiegelte sich in ihrem opulenten Haus – Lynnewood Hall im US-Bundesstaat Pennsylvania – wider. Mit 110 Räumen gilt es weithin als eines der größten Herrenhäuser des „Gilded Age“ in Amerika.

<p>St Paul's Elkins Park PA</p>
St Paul's Elkins Park P

Der Geschäftsmann war mit seiner Frau Eleanor und dem gemeinsamen Sohn Harry auf der „Titanic“. In der Nacht der Katastrophe hatte die Familie mit dem Kapitän des Schiffes, Edward John Smith, zu Abend gegessen, bevor George und Harry sich ins Raucherzimmer zurückzogen. Sie waren noch wach, als das Schiff den Eisberg traf und eskortierten Eleanor und ihre Zofe ins Rettungsboot Nr. 4. Die Männer selbst starben in den Fluten und wurden nie geborgen.

Voller Trauer beauftragten die wohlhabenden Wideners den Designer Louis Comfort Tiffany, den Sohn des Gründers von Tiffany & Co., Buntglasfenster zum Andenken in der St. Paul’s Church in Elkins Park anzubringen. Auf diesem Foto ist das so genannte „Tiffany-Fenster“ zu sehen, das an Josephine Widener, Georges Mutter, erinnert.

<p>Heather Hacker/Shutterstock</p>
Heather Hacker/Shutterstoc

Heute ist Lynnewood Hall nur noch ein Schatten seiner Selbst. Das verlassene Herrenhaus steht seit den 1950ern leer. 2014 schätzte ein Architekt, dass die Restaurierung rund 50 Millionen Dollar kosten würde. Im Jahr 2023 wurde es von der kürzlich gegründeten „Lynnewood Hall Preservation Foundation“ für umgerechnet rund 8 Millionen Euro erworben.

John Jacob Astor IV.

<p>IanDagnall Computing / Alamy Stock Photo</p>
IanDagnall Computing / Alamy Stock Phot

John Jacob Astor IV. war nicht nur der reichste Passagier der „Titanic“, er war zum Zeitpunkt des Untergangs auch der reichste Mann Amerikas und einer der reichsten der Welt. 1864 in Rhinebeck, New York, in die wohlhabende Familie Astor hineingeboren, genoss er eine privilegierte Erziehung und stieg als junger Mann ins Immobiliengeschäft seiner Familie ein. Dazu war er begeisterter Autor und Erfinder: Mit 30 schrieb er einen Science-Fiction-Roman mit dem Titel „A Journey in Other Worlds“, der im Jahr 2000 spielte. Darin kamen etwa eine Fahrradbremse und ein früher Turbinenmotor vor.

<p>Chronicle / Alamy Stock Photo</p>
Chronicle / Alamy Stock Phot

Nach der Scheidung von seiner ersten Frau Ava heiratete der 47-Jährige im September 1911 die 18-jährige Madeline Force. Die Ehe sorgte aufgrund des großen Altersunterschieds von 29 Jahren und der Tatsache, dass sich John Jacob Astor IV. erst kurz vorher hatte scheiden lassen, für viel Kritik. Um der Presse zu entkommen, hatten die Astors ausgedehnte Flitterwochen in Ägypten und Europa verbracht.

Sie hatten New York auf dem Schwesterschiff der „Titanic“, der RMS „Olympic“, verlassen und planten, im April 1912 mit der „Titanic“ nach Hause zu fahren. Als das berühmte Schiff unterging, war Madeleine im fünften Monat schwanger. John fragte, ob er sie deshalb ins Rettungsboot begleiten konnte, doch Offizier Charles Lightoller, der als letzter Überlebender von der „Carpathia“ gerettet wurde, wies ihn an, zu warten, bis alle Frauen und Kinder von Bord waren. John und Madeleine sahen sich nie wieder.

<p>Bettmann/Getty Images</p>
Bettmann/Getty Image

Als Johns Leichnam aus dem Wasser geborgen wurde, hatte er Berichten zufolge 2.440 Dollar, heute 60.000 Euro bar in der Tasche. Madeleine brachte vier Monate später den gemeinsamen Sohn zur Welt und nannte ihn – nach seinem Vater – John Jacob. Bekannt wurde er allerdings unter seinem Spitznamen „Jakey“. Die Presse bezeichnete ihn als „das Titanic-Baby“. Obwohl er seinen Vater auf See verloren hatte, liebte auch Jakey Luxusschiffe. Hier ist er an Bord der SS „Leviathan“ abgebildet, einem Schiff, das noch größer ist als die „Titanic“.