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Thyssenkrupp: In Gesprächen mit der Politik über Stahl

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ESSEN (dpa-AFX) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp <DE0007500001> hält die Unterstützung des Staates bei der Umstellung der Produktion auf "grünen" Stahl" für notwendig. "Kein Stahlhersteller kann das allein bestreiten", erklärte Finanzvorstand Klaus Keysberg am Donnerstag bei der Bilanzvorlage des Unternehmens. Für die CO2-Vermeidung und den Einsatz von Wasserstoff seien Milliardeninvestitionen nötig. Mit der Politik sei Thyssenkrupp in Gesprächen "und zwar zu einer ganzen Reihe von Themen im Zusammenhang mit dem Stahl."

Die Herausforderungen beim Stahl ließen sich jedoch nicht allein mit Unterstützung des Staates lösen, räumte er ein. "Wir brauchen ein tragfähiges und langfristig ausgerichtetes industrielles Konzept." Thyssenkrupp hatte zuletzt immer wieder erklärt, bei seinem Stahlgeschäft auch Allianzen und Partnerschaften ins Auge fassen zu wollen. Neben der Option, weiter eigenständig zu bleiben, prüft der Konzern daher auch eine mögliche Fusion. "Aber ganz ehrlich: Wir wollen uns nicht von Dritten abhängig machen. Wir wollen uns aus eigener Kraft zukunftsfähig machen. Das hilft in jedem Szenario. Und da sind wir dran", sagte Keysberg.

Derzeit hat das Unternehmen ein unverbindliches Übernahmeangebot des britischen Konkurrenten Liberty Steel auf dem Tisch liegen. Eine Grundsatzentscheidung, wie es mit dem Stahl weitergehen soll, soll im Frühjahr 2021 fallen.