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Thyssen-Krupp bewirbt sich um Auftrag bei Teslas Giga-Factory bei Berlin

Tesla baut in Brandenburg eine Fabrik für E-Autos. Auch Thyssen-Krupp will von dem Megaprojekt profitieren. Der Konzern braucht dringend neue Kunden.

Bereits im Frühjahr 2020 soll hier der Bau der Tesla-Gigafactory beginnen. Foto: dpa

Als Tesla-Chef Elon Musk vor wenigen Wochen verkündete, in der Region Grünheide eine Fabrik für E-Autos zu errichten, dürften in den Wirtschaftsförderungsanstalten in Brandenburg und Berlin die Sektkorken geknallt haben: Das Megaprojekt gilt als der wohl größten Investitionen, die ein Unternehmen in der Region je getätigt hat.

Mehr als zwei Milliarden US-Dollar ließ sich Tesla den Bau eines vergleichbaren Standorts im chinesischen Schanghai kosten. Vom Bau in Berlin wollen nun auch Unternehmen aus Deutschland profitieren – wie zum Beispiel der Industriekonzern Thyssen-Krupp.

Bei Handelsblatt-Industriegipfel, der in diesem Jahr erstmals in der Essener Zentrale des Ruhrkonzerns stattfand, erklärte Vorstandsmitglied Klaus Keysberg auf Nachfrage von Moderator und Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe: „Wir befinden uns in Gesprächen über die Durchführung von bestimmten Dienstleistungen.“

Thyssen-Krupp braucht dringend neue Kunden. Nach dem jüngsten Einbruch im Stahlgeschäft sowie der zunehmenden Investitionszurückhaltungen in der Autoindustrie hat der Konzern das vergangene Jahr mit einem Verlust von 260 Millionen Euro abgeschlossen.

Dabei ist der Konzern gleich in mehreren Sparten von dem Abschwung betroffen: einerseits in der Stahlsparte, die einen Großteil ihres Umsatzes mit Autokunden verdient. Andererseits im Zuliefergeschäft und im Anlagenbau, der teilweise Anlagen für die Fahrzeugproduktion fertigt.

Bereits im Frühjahr 2020, also in wenigen Monaten, soll der Bau der Tesla-Gigafactory beginnen. 100.000 Fahrzeuge sollen ab 2021 vom Band rollen – und ab da vermehrt auch den Herstellern in Deutschland Konkurrenz machen, die ihr Portfolio selbst mehr und mehr auf E-Fahrzeuge ausrichten.