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Tesla würde ohne ihn sterben und der Titel „Technoking“ kurbele die Verkäufe an — das sind Elon Musks wildeste Aussagen vor Gericht

·Lesedauer: 4 Min.
Gerichtssaal-Skizze: Tesla-CEO Elon Musk verteidigt den 2016 abgeschlossenen Deal von Tesla für SolarCity in einem Verfahren vor dem Delaware Court of Chancery.
Gerichtssaal-Skizze: Tesla-CEO Elon Musk verteidigt den 2016 abgeschlossenen Deal von Tesla für SolarCity in einem Verfahren vor dem Delaware Court of Chancery.

Am Montag, den 12. Juli 2021, trat Elon Musk in den Zeugenstand. Er verteidigte die Übernahme des kriselnden Unternehmens Solarcity, einer Aktiengesellschaft, die Solarstromanlagen konzipiert. Gegründet wurde das Unternehmen von Cousins des Tesla-CEOs. Die Aussage ging in etwa so glatt, wie man eine fünfstündige Aussage von einem mehrfachen Milliardär, der kein Blatt vor den Mund nimmt, erwarten würde: Oft wichen die Äußerungen vom Thema ab und an einigen Stellen kam es immer wieder zu hitzigen Kommentaren.

Eine Gruppe von Tesla-Aktionären verklagt den Geschäftsführer wegen des Kaufs von SolarCity. Sie behaupten, seine Rolle als Vorsitzender und größter Aktionär des Unternehmens stelle einen Interessenkonflikt dar. Sie werfen Musk vor, er habe den Tesla-Vorstand unter Druck gesetzt, dem Kauf für 2,2 Milliarden Euro zuzustimmen. Die Aktionäre wollen, dass Musk 1,7 Milliarden Euro an den Elektroautohersteller zurückzahlt. Andere Vorstandsmitglieder haben bereits einen Vergleich in Höhe von 51 Millionen Euro geschlossen.

Derweilen behauptet Elon Musk, dass er keinen Einfluss auf den Vorstand hatte, als dieser die Entscheidung traf. Er wehrte sich gegen die Behauptungen, dass es sich um eine Rettungsaktion handelte, wie mehrere Medien es nannten. Darüber hinaus wiederholte er, dass es sich bei dem Geschäft um eine Transaktion von Aktie zu Aktie handelte, von der er finanziell selbst nicht profitieren würde. Es sei immer Teil des Plans von Tesla gewesen, sich über die Produktion von Elektrofahrzeugen hinaus auf erneuerbare Energielösungen zu konzentrieren. Dennoch sah man Musk einen Großteil des Tages mit dem Hauptanwalt der Aktionäre, Randy Baron, streiten und abschweifende Antworten geben. Hier sind die fünf bemerkenswertesten Momente und Äußerungen.

1. Musk „hasst“ es, Tesla zu leiten

An einem Punkt in seiner Aussage sagte Elon Musk, dass er am liebsten nicht der Vorstandsvorsitzende von Tesla wäre. Doch er befürchtet, dass das Unternehmen ohne ihn ins Wanken geraten würde. „Ich habe mich sehr bemüht, nicht der CEO von Tesla zu sein. Aber ich muss es tun oder […] Tesla wird sterben“, sagte Musk laut „Bloomberg“. „Ich hasse es, ein Chef zu sein. Ich bin eher ein Ingenieur.“

Musk macht nicht zum ersten Mal ähnliche Äußerungen. Neben seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender bei Tesla leitet er auch das von ihm gegründete Raumfahrtunternehmen SpaceX. Der Elektrofahrzeughersteller selbst räumt in behördlichen Dokumenten ein, dass es sich stark auf die Arbeit von Musk verlässt und es in einer schwierigen Lage wäre, wenn er das Unternehmen verlassen würde.

2. „Ich denke, Sie sind ein schlechter Mensch.“

Zwischen Musk und Baron, dem Anwalt der klagenden Aktionärinnen und Aktionäre, sind während der vorgerichtlichen Befragungen bereits ordentlich die Fetzen geflogen. Der Montag war keine Ausnahme. Auf die Frage, warum er sich in seiner Aussage „spöttisch“ verhalten würde, antwortete Musk, indem er auf eine Geschichte krimineller Verwicklungen in einer Anwaltskanzlei hinwies, in der Baron früher gearbeitet hatte. „Sie wurden von Kriminellen angeleitet“, sagte Musk laut dem Bloomberg. „Dann haben Sie sich weiterhin von Kriminellen beraten lassen und deshalb respektiere ich Sie nicht. Ich denke, Sie sind ein schlechter Mensch.“

3. „Ich denke, ich bin lustig.“

Der Anwalt fragte vor Gericht, ob der Tesla-Vorstand Musks Titeländerung zum „Technoking“ im März genehmigt hatte. Elon Musk antwortete, es sei ein Scherz gewesen, der darauf abzielte, dem Autobauer zusätzliche Presse zu verschaffen. Das Unternehmen hat kein Werbebudget und Musk ist dafür bekannt, sich an Memes und an die Internetkultur zu orientieren. „Es hat einen ganzen Haufen kostenloser Werbung generiert. Normalerweise macht Tesla keine Werbung. Es ist hilfreich für den allgemeinen Verkauf“, so Musk gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich denke, ich bin lustig“, fügte er hinzu.

4. Musk bestritt, Angestellte in Wut zu feuern

Gegen die Behauptungen, dass der CEO Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wutanfällen entlassen würde, entgegnete er, dass er nur „klares und offenes Feedback gibt, das als Spott ausgelegt werden könnte“, so „Bloomberg“. Tesla ist berüchtigt für seine hohe Fluktuation in der Führungsetage. Gerüchten zufolge führe Musk wilde Entlassungsorgien. Tesla bestreitet diese Unterstellungen.

5. „Mir wurden mehrere gut bezahlte Jobs an der Wall Street angeboten“

Wäre Elon Musk nicht der Vorstandsvorsitzende von Tesla geworden, hätte er im Finanzwesen arbeiten können, sagte er dem Gericht am Montag. „Mir wurden mehrere gut bezahlte Jobs an der Wall Street angeboten“, so Musk laut Bloomberg. „Ich habe abgelehnt“, sagte er. Der Tesla-CEO hat nicht gesagt, wo er gearbeitet haben könnte. Doch mit einem Nettovermögen von fast 170 Milliarden Euro hat er auch so ausgesorgt.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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