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Tausende Feierwütige testen für Großbritannien Covid-Lockerungen

Emily Ashton und Marc Daniel Davies
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Ein Stelldichein tausender Menschen bei einem Massen-Rave in einem Club in Großbritannien in dieser Woche gilt als wichtiger Test, ob Live-Veranstaltungen, die während der Pandemie nicht stattfinden durften, wie geplant ab Ende Juni wieder mit voller Kapazität an den Start gehen können.

Die zweitägige Veranstaltung in Liverpool im Nordwesten Englands ist Teil eines nationalen Forschungsprogramms, das bisher zu zeigen scheint, dass sich die Menschen gerne auf das Coronavirus testen lassen, wenn sie dadurch Zutritt zu Großveranstaltungen erhalten.

Laut dem in Regierungsdiensten stehenden Wissenschaftler Paul Monks gibt es bislang auch keine Anzeichen dafür, dass Live-Events die Krankheit verbreiten. Das Programm soll im nächsten Monat in die zweite Phase gehen - mit Live-Events, die das volle Spektrum von Veranstaltungsorten innen und außen in unterschiedlicher Größe abbilden.

Die Wiedereröffnung des Unterhaltungs- und Nachtlebens ist ein zentraler Bestandteil der “Roadmap” von Premierminister Boris Johnson zur Ankurbelung der Wirtschaft. Zieldatum ist der 21. Juni und die Regierung hat signalisiert, dass Nachtclubs möglicherweise eine Art Covid-Zertifizierung verlangen müssen - entweder ein negatives Testergebnis oder einen Impfnachweis - um Nachtschwärmern Einlass zu gewähren.

Der Sektor ist mit am stärksten von den Coronavirus-Beschränkungen betroffen und die Minister haben erklärt, dass die schrittweise Lockerung der Maßnahmen unumkehrbar sein müsse, um eine weitere kostspielige Schließung zu verhindern. Das Vereinigte Königreich hat bereits die schlimmste Rezession seit 300 Jahren hinter sich und die Regierung hat nach eigenen Angaben mehr als 400 Milliarden Pfund (460 Milliarden Euro) dafür vorgesehen, die Erholung anzukurbeln.

Sechstausend Menschen werden an zwei Tagen zu dem Rave erwartet, die vom Veranstalter Circus Freitag und Samstag ausgerichtet wird. Masken oder soziale Distanzierung sind nicht erforderlich. Es ist die erste britische Clubnacht seit über einem Jahr.

“Vor-Covid-Zeiten”

Der Kernpunkt des Projekts sei, dass sich die Menschen wie zu “Vor-Covid-Zeiten” verhalten, sagte der Initiator der Veranstaltung, Yousef Zaher, besser bekannt als DJ Yousef, in einem Interview. “Ein Leben mit oder jenseits der Einschränkungen von Covid ist etwas, das in Bezug auf die Musikindustrie wirklich, wirklich aufregend ist.”

Der Appetit der Clubber auf Veranstaltungen nach dem 21. Juni ist “absolut enorm”, wie die große Anzahl von verkauften Tickets im ganzen Land zeige, sagte er. “Die DJs, die Künstler, die Leute, die hinter den Kulissen arbeiten - alle wollen einfach nur zurück an die Arbeit und wieder für sich selbst sorgen.”

Monks, leitender wissenschaftlicher Berater des britischen Wirtschaftsministeriums, sagte, die Wissenschaftler würden versuchen nachzuvollziehen, “wo sich die Leute in den Nachtclubs aufhalten, wie viel Zeit sie mit dem Tanzen im Kontakt oder in kleinen Gruppen verbringen.” Während viele Menschen bei Clubs an “heiß und verschwitzt” denken, sei dies oft nicht der Fall, sagte er. “Die Vorstellung, dass Clubs schlecht belüftet sind - ist das wahr, gibt es dafür irgendwelche Beweise?”

Die Veranstaltung in Liverpool ist Teil eines breiter angelegten Versuchsprogramms, mit dem untersucht werden soll, wie der Einsatz von Covid-Tests, Ventilation, sozialer Distanzierung und Gesichtsbedeckung dazu beitragen kann, große Veranstaltungen sicher wieder durchführen zu können. Bisher standen Sportveranstaltungen wie Fußballspiele im Mittelpunkt.

Lockdown zurückfahren

Phase zwei der Tests läuft parallel zur Wiedereröffnung der Gastronomie in geschlossenen Räumen, Kinos und Veranstaltungen mit begrenzter Besucherzahl in der nächsten Phase der Lockdown-Lockerung ab dem 17. Mai.

Monks sagte, das Risiko, sich bei Massenveranstaltungen mit dem Virus anzustecken, sei “relativ gering”, weil die Fallzahlen in Großbritannien in den letzten Monaten dramatisch gesunken seien. Obwohl es “so weit wir das beurteilen können” keine Anzeichen dafür gebe, dass die bisherigen Versuchsveranstaltungen Covid-19 verbreiten, mahnte er dennoch zur Vorsicht, weil wegen der Inkubationszeit des Virus einige Fälle womöglich noch nicht in den Daten enthalten sein könnten.

Der Zweck des Forschungsprogramms sei nicht, die Übertragung des Virus zu testen, sondern zu verstehen, wie man ein Sicherheitsnetz knüpfen kann, um das Risiko der Ausbreitung zu verringern, sagte er. Dies könnte dann ermöglichen, Veranstaltungsorte geöffnet lassen, selbst wenn Infektionsszahlen wieder aufflammen.

Bei allen Versuchsveranstaltungen müssen die Teilnehmer 36 Stunden vor Beginn einen so genannten Lateral-Flow-Schnelltest und bis zu fünf Tage später einen PCR-Test zu Hause durchführen. Ein Teil der Forschung ist zu untersuchen, ob die Menschen diese Tests gerne machen, um entsprechenden Zugang zu Veranstaltungen zu erhalten. Bislang scheint das der Fall zu sein.

Fünftausend Eintrittskarten für ein Live-Musik-Festival im Liverpooler Sefton Park am 2. Mai waren innerhalb eines Tages ausverkauft, so Monks. Die jungen Leute hätten sich um die Chance gerissen, wieder ein wenig Normalität erleben zu dürfen.

Britische Beamte schauen sich darüber hinaus ähnliche Versuchsprogramme in Spanien und den Niederlanden an. “Wir haben von den Niederländern gelernt, dass 80% der Leute die PCR-Tests nach Nachtclub-Veranstaltungen auch tatsächlich abgeben. Wir fanden die hohe Bereitschaft der Leute, dies zu tun, ziemlich überraschend”, sagte Monks.

Überschrift des Artikels im Original:U.K. Deploys Thousands of Ravers to Test Relaxing of Covid Rules

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