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Studie: Wie viel Gas Deutschland gespart hat

Die aktuelle Statistik des Energieverbands BDEW zeigt: Unternehmen und Haushalte sparen Energie, allerdings noch nicht genug. - Copyright: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Die aktuelle Statistik des Energieverbands BDEW zeigt: Unternehmen und Haushalte sparen Energie, allerdings noch nicht genug. - Copyright: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

„Russland erpresst uns, Russland setzt Energie als Waffe ein. Wir müssen proaktiv handeln und uns auf eine mögliche vollständige Unterbrechung der russischen Gasversorgung vorbereiten. Und das ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Pressekonferenz am 21. Juli. Gas zu sparen, sei nötig, um den Winter zu überstehen. „Wir fordern die Mitgliedsstaaten auf, den Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken. Das entspricht 45 Milliarden Kubikmeter Gas".

Die Statistik zeigt: Deutschland hat Gas eingespart, es reicht allerdings noch nicht

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) strebt mehr an. "Nach dem derzeitigen Stand muss Deutschland etwa 20 Prozent Gaseinsparung erreichen, um eine Gasmangellage abzuwenden", heißt es in einem Papier seines Hauses.

Wie viel davon bisher erreicht wurde, zeigen auch die vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden mit 497 Milliarden Kilowattstunden 14,7 Prozent weniger Erdgas verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Laut BDEW liegt der Rückgang des Verbrauchs an den „deutlich milderen Witterungen“, als im Frühjahr vergangenen Jahres.

Auch unter Berücksichtigung der Temperatureinflüsse lag der Erdgasverbrauch im ersten Halbjahr nacht Prozent unter dem Wert des ersten Halbjahres im vergangenen Jahr. Der Grund dafür seien vor allem die gestiegenen Preise.

Besonders deutlich wurde der reduzierte Verbrauch vor zwei Monaten. Im Juni lag der Gasverbrauch bei 22,6 Prozent – ein Viertel unter dem Wert des Vorjahresmonats. Trotzdem müsse weiter gespart werden.

„Zu Beginn der Heizsaison sollte sich zudem jeder überlegen, ob ein oder zwei Grad weniger Raumtemperatur nicht auch ausreichend sind. Jede eingesparte Kilowattstunde schont auch den eigenen Geldbeutel“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Auch die Stromerzeugung aus Gas geht seit Mitte vergangenen Jahres zurück

Im ersten Halbjahr 2022 wurde in Gaskraftwerken rund zwölf Prozent weniger Strom erzeugt als im Jahr davor. Trotzdem müsse laut Andreae weiter gespart werden. Dass viele Verbraucher nun zu Heizlüftern greifen, um vermeintlich Kosten zu sparen, sei keine gute Idee.

Solche Geräte seien nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen. Außerdem würden sie den Stromverbrauch eines Haushalts sehr stark erhöhen. Das führe angesichts der hohen Strompreise nicht nur zu hohen Kosten für die Verbraucher, sondern könnte auch die Stromnetze überlasten, die für einen solchen Stromverbrauch nicht ausgelegt seien.

mit Material der dpa / cb