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Startup Factories: Nun sollen die Unis für mehr Gründungen sorgen – und die Wirtschaft muss helfen

UnternehmerTUM Cafe an der TU München in Garching. - Copyright: Hannah Schwär / BI
UnternehmerTUM Cafe an der TU München in Garching. - Copyright: Hannah Schwär / BI

Sie sollen wie Leuchttürme überregional und international Strahlkraft haben: die zukünftigen Startup Factories von deutschen Hochschulen. Im Rahmen der Startup Strategie der Bundesregierung, wurde vom Bundeswirtschaftsministerium der sogenannte „Leuchtturmwettbewerb Startup Factories“ gestartet. „In der Forschung nimmt Deutschland eine Spitzenposition ein, beim Transfer von Wissen und Technologie hingegen noch nicht“, erklärt Stephan Gabriel Haufe vom Bundeswirtschaftsministerium. Mit dem nationalen Wettbewerb sollen nun neue Impulse gesetzt werden.

Bis Mitte April 2024 haben deutsche Hochschulen Zeit, gemeinsam mit Investoren und etablierten Unternehmen ihre Vision für ein Innovations- und Gründungszentrums zu entwickeln und einzureichen. Vorbild soll etwa UnternehmerTUM an der Technischen Universität München (TUM) sein. Laut Andrea Frank, Mitglied der Geschäftsführung im Stifterverband, ist UnternehmerTUM mehr als eine hochschulische Gründungsinitiative. „UnternehmerTUM gelingt nicht nur die Mobilisierung von Gründerinnen und Gründern in den Hochschulen. Es werden auch Investoren und andere Akteure aus dem Ökosystem integriert, die wichtig sind für Gründungspersönlichkeiten, um ihr Unternehmen zu skalieren.“

10 Millionen Euro Fördergeld pro Projekt

Durch den Wettbewerb will die Bundesregierung die „Anzahl und die Qualität wissensbasierter Ausgründungen“ signifikant steigern. Heißt konkret, aus Universitäten sollen mehr Startups hervorkommen. Die Anträge der Hochschulen werden bis Ende Mai von einer Jury ausgewertet. 15 Projekte von Hochschulen gelangen in die zweite Runde. Mithilfe von 150.000 Euro Fördergeld können die Hochschulen dann neun Monate lang ihre Konzepte ausarbeiten. Es können sich auch mehrere Hochschulen zusammentun. Am Ende des Leuchtturmwettbewerbs, im Juni 2025, sollen fünf bis zehn konkrete Projekte für Startup Factories vorliegen.

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Der Bund stellt dafür bis zu zehn Millionen Euro pro Projekt über fünf Jahre bereit. Die Finanzierung der Startup Factories muss allerdings zu mindestens 50 Prozent aus privaten Mitteln erfolgen. Auch das ist nach dem Vorbild des UnternehmerTUMs, welches unter anderem von der BMW-Erbin Susanne Klatten finanziert wird. „Es muss eine unternehmerische Perspektive entwickelt werden“, erklärt Andrea Frank. Durch die „Einbindung privater Mittelgeber können die langfristige Finanzierung und nachhaltige Strukturen an den Factories sichergestellt werden“, so Frank weiter. Denn staatliche Fördermittel stehen nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung.

Internationale Aufmerksamkeit wecken

Wenn es um erfolgreiche Ausgründungen von Universitäten in Deutschland geht, hat die TU München mit Abstand die Nase vorn. Zwischen 2014 und 2022 wurden an der TU München 191 Startups gegründet, die eine Finanzierung abgeschlossen oder eine Bewertung von mehr als zehn Millionen Euro haben. Darauf folgen die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München mit 75 und die TU Berlin mit 74 erfolgreichen Ausgründungen. Um deutschlandweit Ausgründungen von Universitäten zu fördern, sollen nun fünf bis zehn Startup Factories landesweit entstehen. „Erfolgsmodelle unter Einbindung privater Partner gibt es bereits. Zu nennen sind neben UnternehmerTUM auch Campus Founders in Heilbronn sowie HPI in Potsdam. Es geht aber nicht darum, diese Modelle 1:1 zu kopieren“, so Haufe. Durch die Einbindung von regionalen Partnern aus der Wirtschaft, sollen um die Hochschulen Gründungsökosysteme entstehen, die auch die Aufmerksamkeit von internationalen Investoren, Gründern, und Experten wecken.

Zu den Auswahlkriterien für zukünftige Startup Factories zählen unter anderem das Netzwerkpotenzial in der Hochschulregion, die Expertise an der Hochschule, sowie die unternehmerische Organisation und das Management der Factory. „Eine gute Startup Factory zeichnet sich durch ein starkes unternehmerisches Team aus, das eine klare Vision für die Entwicklung eines nachhaltigen Startup-Ökosystems hat“, erklärt Haufe. Es gäbe aktuell einen Paradigmenwechsel in Deutschland, laut Stifterverband-Geschäftsführerin Frank. „Früher ging es vor allem um die Stärkung der Startup Förderung an Hochschulen. Jetzt geht es darum, mit einem unternehmerischen Ansatz Gründungsökosysteme zu entwickeln, in denen Gründungen wachsen können und die internationale Strahlkraft haben“. Daher sei der Fokus auf einer starken Gründungsregion besonders wichtig. Und das sei nicht allein eine staatliche Aufgabe, fügt sie hinzu.