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Das Stabilitätsrisiko namens Geldschwemme: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Folgen Sie uns auf @BBGaufDeutsch für Bloomberg-Nachrichten in deutscher Sprache.

Wenn die Europäische Zentralbank heute ihren halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht vorlegt, wird sie wohl in deutlichen Worten vor den Risiken warnen, die Preiskorrekturen und Liquiditätsengpässe für die Finanzmärkte bedeuten. Das hat der für das Thema zuständige Vizepräsident Luis de Guindos schon vorab ausdrücklich signalisiert. Vor ein paar Wochen hatte der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (unter Vorsitz von niemand geringerem als Präsidentin Christine Lagarde) seine allererste “allgemeine Warnung” für das Finanzsystem ausgegeben. Und nicht zuletzt hat der Chef des Aufsichtsgremiums der EZB, Andrea Enria, zuletzt immer wieder aufhorchen lassen mit Warnungen zu den Risiken im Bankensektor.

Was die EZB weniger laut sagt, ist, dass diese Risiken auch deswegen existieren, weil die Zinserhöhungen bisher am stärksten in einem Bereich gewirkt haben, der gar nicht Teil ihres Inflationsziels ist - nämlich bei den finanziellen Vermögenswerten. Die waren in den vergangenen Jahren zumindestens teilweise durch Nullzinspolitik und unkonventionelle Maßnahmen aufgebläht worden. Seit Anfang der Zinswende gehen sie auf breiter Front zurück - ob bei Aktien, Ramschanleihen, Wohnimmobilien, oder Kryptowerten. Richtig spannend wird das noch, wenn aus dem “Quantitative Easing” erst “Quantitative Tightening” geworden ist - vermutlich nächstes Jahr.

Dass aus diesen Blasen ordentlich Luft entweicht, ist den Währungshütern von Frankfurt bis Washington sicher nicht unrecht. Dass das ohne größere Unfälle passiert, gehört nun auch zu ihrem Job.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • In Polen ist eine Rakete aus russischer Produktion eingeschlagen, die nahe der Grenze zur Ukraine zwei Menschen getötet hat. AP berichtet unter Berufung auf US-Regierungskreise, es könnte sich um ein Geschoss handeln, mit dem die Ukraine russischen Beschuss abwehren wollte.

  • Im Rahmen der Teilübernahme des Verbriefungsgeschäfts der Credit Suisse will der Finanzinvestor Apollo den Schweizern auch eine Kreditvergabe-Tochter abkaufen.

  • EZB-Falke Holzmann warnt vor zu starken Zinsschritten, da diese im Euroraum eine Rezession nach sich ziehen könnten.

  • Die Adler Group bemüht sich um eine neue Finanzspritze in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

  • Mercedes-Benz hat die Preise für die Stromer-Version der S-Klasse in China um bis zu 32.000 Euro gesenkt, da die harte Konkurrenz zunehmend den Absatz belastet.

  • Die BayernLB ist besser auf die Krise vorbereitet als Helaba und LBBW, findet Moody’s. Hohe Einlagen bei der DKB helfen.

  • Aktienanleger können mit der Fußball-WM Geld verdienen, wenn sie überraschende Niederlagen richtig vorhersagen.

ANALYSEN:

  • Investoren warnen auf dem Bloomberg New Economy Forum vor weiteren Finanzmarkt-Verwerfungen im Rest des Jahres.

  • BofA zeigt sich optimistisch in Bezug auf die US-Börsen und verweist darauf, dass der S&P 500 eine wichtige Widerstandslinie überschritten hat.

AKTIENMÄRKTE | Nach der gestrigen Rally fallen die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch angesichts der Nachricht, dass in Polen nahe der ukrainische Grenze eine Rakete eingeschlagen ist. “Nach der starken Erholung der US-Börsen und der chinesischen Aktienmärkte halte ich eine Konsolidierung für sinnvoll”, erklärte Grace Tam, Chef-Anlageberaterin für Hongkong bei BNP Paribas Wealth Management, im Gespräch mit Bloomberg-TV. “Der Vorfall mit der Rakete könnte der Auslöser für die Konsolidierung sein. Dem Risikoappetit ist nun Risikoscheu gefolgt.”

RENTENMÄRKTE | Europas Staatsanleihemarkt hat am Dienstag zugelegt, wobei besonders Italienbonds gesucht waren. Die Rendite 10j BTP fiel um 12 Bp. Bunds rentierten zum Handelsende knapp 4 Bp niedriger als am Vortag. der französische EZB-Rat Villeroy erklärte, nach der Zinsentscheidung im Dezember dürften die Zinserhöhungen wohl weniger rapide ausfallen. Österreichs Holzmann warnte indessen vor zu großen Anhebungen, die eine Rezession nach sich ziehen könnten. Heute beschafft Deutschland 1,5 Milliarden Euro über 2038-Bonds. Ebenfalls auf der Agenda stehen die Reden verschiedener EZB-Räte. Notenbankchefin Lagarde spricht um 18 Uhr.

ROHSTOFFMÄRKTE | Der Ölmarkt sinkt am Mittwoch, nachdem er sich am Dienstag erholt hatte. Mit der Nachricht vom Raketeneinschlag in Polen sei der Optimismus schnell im Handel gewichen, berichtet James Whistler, Managing Director bei Vanir Global Markets. “Ein Aufwärtstrend bei den Ölpreisen wird es solange nicht einfach haben, bis die Händler greifbare Beweise für eine Lockerung der chinesischen Covid-Maßnahmen sehen.” Der Goldhandel tendiert etwas leichter. Von der Sorge vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts profitiert nicht Bullion, sondern der Dollar.

TERMINE AM MITTWOCH

  • Quartalszahlen Europa: Grand City Properties, Siemens Energy, Alstom, Compleo Charging Solutions, Dermapharm, Exasol, Curevac, Morphosys

  • Quartalszahlen USA: Cisco, Nvidia

  • 10:00 EZB veröffentlicht den Finanzstabilitätsbericht

  • 14:30 US-Konjunkturdaten: Einzelhandelsumsatz, Import- und Exportpreise, Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung

  • 16:00 EZB-Präsidentin Lagarde spricht anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Frankfurt European School; EZB-Direktor Panetta bei dem Executive Committee meeting des ABI

  • Investorentag: Zurich Insurance, Rheinmetall

  • Die Asienreise von Bundeskanzler Scholz endet mit dem Abschluss des G-20 Gipfeltreffens in Bali

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