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Sparkassenvorstände positionieren sich für Fusion von Helaba und Dekabank

Der Bundesobmann der Sparkassen, Walter Strohmaier, steht hinter einer Fusion von Helaba und Deka. Er wirbt für mehr Arbeitsteilung zwischen Regionalverbänden.

Während in der Sparkassen-Organisation die Zweifel daran wachsen, dass die Landesbank Helaba und der Fondsdienstleister Dekabank fusionieren, positionieren sich die Vorstände der Sparkassen für einen Zusammenschluss. Das macht der Bundesobmann der Sparkassen, Walter Strohmaier, deutlich: „Meine Wahrnehmung ist, dass die Sparkassen das wollen“, sagte er dem Handelsblatt. Ihm habe noch kein Sparkassenvorstand das Gegenteil gesagt. Strohmaier vertritt die Interessen der Sparkassenvorstände innerhalb des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Sein Vorgänger war DSGV-Chef Helmut Schleweis.

Am Montag und Dienstag haben sich die sogenannten Landesobleute getroffen, Vertreter der Sparkassenvorstände aus den verschiedenen Regionen. Dort sei die Forderung nach einem einzigen Zentralinstitut für die Sparkassen noch einmal unterstrichen worden, so Strohmaier. „Der Startschuss für den Weg dahin kann durch die Gespräche über eine Fusion von Deka und Helaba fallen. Ich bin zuversichtlich, dass wir vorankommen.“

Schleweis wirbt seit Längerem vehement für die Konsolidierung unter den Landesbanken. Auch er sieht ein Zusammengehen von Helaba und Deka als Ausgangspunkt für ein einziges Sparkassen-Zentralinstitut – möglichst ohne Beteiligung der Bundesländer. Die Volks- und Raiffeisenbanken, die größten Wettbewerber der Sparkassen, kommen mit einem Spitzeninstitut, der DZ Bank, aus.

Die Sparkassen leisten sich mit der Frankfurter Helaba, der LBBW in Stuttgart, der BayernLB in München und der NordLB in Hannover noch vier große Landesbanken. Auch Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker hat sich für eine Verschmelzung seines Hauses mit der Deka ausgesprochen. Allerdings ist bereits klar, dass es in der Sparkassen-Finanzgruppe nicht nur Fans, sondern auch Gegner einer solchen Fusion gibt. Zudem bestehen etliche Hürden für einen Zusammenschluss.

Die Deka gehört zwar komplett den Sparkassen, an der Helaba aber halten die Länder Hessen und Thüringen eine Minderheitsbeteiligung. Als fraglich gilt, ob die Sparkassen bereit sind, ihnen die Helaba-Anteile abzukaufen. An den anderen drei Landesbanken sind die jeweiligen Länder sogar noch weitaus stärker beteiligt.

Kein einfacher Weg

Strohmaier sagte, es sei „ein Idealbild, dass am Ende eines erfolgreichen Prozesses das Zentralinstitut im alleinigen Eigentum der Sparkassen ist“. Der Weg dahin sei sicherlich nicht einfach, „und es ist noch viel zu früh, um darüber zu diskutieren“. Aber: „Im Ernstfall haben die Sparkassen bereits mehrmals gezeigt, dass sie auch Geld in die Hand nehmen“, erklärte der Bundesobmann, der Chef der Sparkasse Niederbayern-Mitte aus Straubing ist.

Leider sei das in der Regel bei Rettungsmaßnahmen der Fall, zuletzt bei der NordLB – die durch faule Schiffskredite in die Schieflage geraten war und maßgeblich von Niedersachsen sowie Sparkassen und Landesbanken gestützt werden musste. „Da würde ich persönlich künftig lieber Geld ausgeben, solange ich gestalten kann.“

Strohmaier sprach sich zudem für verstärkte Kooperationen in der Sparkassen-Finanzgruppe aus. „Hier haben wir sicherlich in unseren Sparkassen noch Optimierungspotenzial, vor allem aber müssen wir Doppel- und Mehrfacharbeiten in den Verbänden reduzieren und Risiken insgesamt in der Organisation minimieren.“ Derzeit gibt es elf regionale Sparkassenverbände. Eine einfache Lösung sei Arbeitsteilung, findet Strohmaier. „Mir als Sparkassenchef ist egal, ob ich in Frankfurt, Stuttgart oder München anrufe, um Unterstützung für mein Geschäft vor Ort zu erhalten.“