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Spahn: Sommerurlaub in der EU voraussichtlich auch ohne Impfung möglich

·Lesedauer: 2 Min.

Die Lockerungen für Geimpfte und Genesene sind beschlossen – wer vollständig geimpft oder bereits an Corona erkrankt ist, und dadurch Antikörper gegen das Virus hat, bekommt in Deutschland mehr Freiheiten. Das bedeutet unter anderem, dass für diese Menschen keine Ausgangssperre oder Kontaktbeschränkungen mehr gelten. Laut Robert-Koch-Institut haben mindestens 32,3 Prozent der deutschen Bevölkerung die erste Impf-Dosis bekommen. 9,1 Prozent der Deutschen sind bereits vollständig geimpft. (Stand: 08. Mai 2021, 09:40 Uhr).

Den Sommerurlaub könnten aber laut Gesundheitsminister Spahn wohl auch Menschen ohne Impfung in der EU genießen. „Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“ am Samstag. Er selbst plane seinen Urlaub in Deutschland. „In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie würde ich keine großen Fernreisen planen, Nordsee statt Südsee quasi.“

Für Mutationen des Coronavirus ist Deutschland nach Ansicht von Spahn gut gerüstet und liegt demnach mittlerweile weltweit unter den Top 5 bei den Sequenzierungen. „Und wir sichern uns in den EU-Rahmenverträgen auch Impfstoffe, die auf Mutationen angepasst werden können“, sagte Spahn. Nach Aussage von mRNA-Forschern seien diese Entwicklungen innerhalb von sechs bis acht Wochen möglich, die anschließende Zulassung sei in ein bis zwei Monaten machbar.

Habeck: Impfteams in soziale Brennpunkte schicken

Währenddessen werden Rufe nach stärkeren Maßnahmen laut, um überhaupt alle Bevölkerungsgruppen für eine erste Corona-Impfung zu erreichen. „Mobile Impfteams müssen in die sozialen Brennpunkte fahren und ein Angebot machen – digital beworben, wenn der Datenschutz das zulässt“, sagte Grünen-Chef Robert Habeck den Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe. „Dann können die Menschen eine SMS bekommen: Morgen um 9.00 Uhr steht das Impfmobil vor Aldi.“

Und dann werde von morgens bis abends vor dem Supermarkt geimpft. Das lasse sich ausbauen, so Habeck. „Wenn Impfstoffe für Jugendliche zugelassen sind, kann man in den Schulen impfen, und dort doch zum Beispiel auch die Eltern mit. Da sollte viel Kreativität an den Tag gelegt werden.“ Die Aufhebung der Impf-Reihenfolge könne nicht bedeuten, dass sich jeder selbst darum kümmern müsse.

Der Deutsche Städtetag hat indes versichert, dass die Kommunen bei
der Impfkampagne Menschen in sozial benachteiligten Vierteln
gezielt ansprechen. Alle großen Städte hätten die stadtteilbezogenen
Inzidenzen im Blick, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Helmut Dedy dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Sie kümmern sich darum, Menschen zielgruppengenau anzusprechen, die über übliche Kommunikationswege schwer erreichbar sind.“

Ziel sei, dass die bestehenden Impfangebote von priorisierten Personen akzeptiert und angenommen werden. Darüber hinaus kämen bereits mobile Impfteams zum Einsatz, um die Menschen in benachteiligten
Stadtteilen zu erreichen.

hr/mit Material von dpa

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