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So schneiden die Apps von Aldi, Lidl, Edeka und Co. im Sparvergleich ab

Supermärkte und Discounter überbieten sich aktuell mit Angeboten, Rabatten und günstigen Eigenmarken. Weil viele Kunden aufgrund der Inflation stärker auf die Preise schauen, wollen plötzlich alle teuren Supermärkte günstige Discounter sein. Derweil überdecken sie mit der knalligen Rabattschlacht, dass sie die Preise parallel noch weiter anziehen.

 - Copyright: FG Trade/Getty Images
- Copyright: FG Trade/Getty Images

Um die Kunden nicht nur anzulocken, sondern auch langfristig zu binden, gibt es viele Strategien – und eine beliebte davon sind Apps. Prospekte, Neuigkeiten, Rezepte gibt es dort. Doch nicht nur das: Treuepunkt-Aktionen haben sich von Klebeheften meist in die Anwendungen verlagert. Außerdem locken die Apps oft mit exklusiven Rabatte.

Wir haben für euch gecheckt, welche Händler euch in der App welche Angebote bieten – und euch am besten beim Sparen helfen.

Die Rewe-App: Funktionen über Funktionen

Was den Funktionsumfang angeht, dürfte die Rewe-App Branchenprimus sein. Auf die jeweilige Filiale zugeschnittene Prospekte bzw. Angebote? Check. Einkaufslistenfunktion? Check. Rezeptvorschläge mit Lesezeichenfunktion für die Lieblingsessen? Check.

Und damit noch nicht genug: Je nach Wohnort könnt ihr über die App auch Lebensmittel liefern lassen; in ausgewählten Märkten mit eurem Smartphone die Produkte scannen, sodass ihr sie nicht mehr auf das Kassenband legen müsst; die App mit eurer Payback-Karte verknüpfen. Wobei Rewes Kooperation mit dem Cashback-Anbieter spätestens Anfang 2025 ausläuft.

Hinzu kommen noch: App-exklusive Coupons, die wochenweise wechseln, und Treuepunkte. Elf Coupons lassen sich zum Testzeitpunkt aktivieren. Darunter sind zwei Zusatzrabatte auf Angebotsartikel aus dem Prospekt und dann ein Mix aus Fertig-Essen und TK-Produkten. Irritierend: Wie viel die Produkte ohne App kosten, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Dabei beträgt der Rabatt im Vergleich mit dem Online-Preis von Rewe teils 34 Prozent.

Problem dabei: Spezifische Produktrabatte sind immer Hit-or-Miss. Wer ohnehin kaum Markenprodukte kauft, geht oft leer aus. Viel interessanter ist allerdings, dass es auch Rabatte auf bestimmte Handelsmarken von Rewe. So beispielsweise zehn Prozent auf alle Produkte von Rewes gehobener Eigenmarke „Rewe Beste Wahl“. Hier dürften mehr Nutzer fündig werden – einlösen kann man den Coupon einmal im Zeitraum. Im Gegensatz zu anderen Funktionen wie Bestellen oder Treuepunkten ist für die Coupons auch kein Konto erforderlich.

Die Edeka App: Viele Funktionen, wenig Übersichtlichkeit

Im Gegensatz zur Rewe-App ist bei dem Pendant von Konkurrent Edeka kein Onlineshop integriert. Auch Scan&Go-Formate, mit denen in ausgewählten Filialen das Smartphone als Selbstbedienungs-Kasse dient, ist hier in eine eigene App ausgelagert. Dafür kann man Zahlungsarten in der App hinterlegen – und an der Kasse direkt per App bezahlen.

Trotzdem wirkt im Vergleich alles etwas unübersichtlich. Eine Einkaufliste gibt es auch hier. Und Genuss+ heißt das Treueprogramm der Edeka-App. Wie viele Punkte man in einem Jahr gesammelt hat, bestimmt, welche wöchentlich wechselnden App-Coupons zur Verfügung stehen. Auf dem Einstiegslevel Bronze gibt es zwölf Coupons mit meist zwischen zehn und 20 Cent Rabatt. Daneben gibt es aber noch sieben vom Treueprogramm unabhängige Coupons mit teils 50 Prozent Rabatt auf ausgewählte Produkte.

Noch dazu: Prospekt-Angebot, das über die App eingesehen werden kann, eine Deutschland-Karte, die verknüpft werden kann und zusätzlich noch eine zeitlich begrenzte Gut-und-Günstig App-Challenge, über die man beim Kauf von Produkten der Eigenmarke Einkaufsgutscheine bekommt. Gamification im Supermarkt – und ein wenig Rabatt-Overkill. Abgesehen von der Eigenmarken-Aktion: Wenn man nicht gerade zufällig die angebotenen (Marken-)Produkte braucht, ist über die Einstiegs-Coupons eher wenig zu holen.

Lidl und Kaufland

Bei Lidl müssen Kunden zuerst zwischen der Lidl App und der Lidl Plus App unterscheiden. Erstere bietet Zugang zu Prospekten und Onlineshop. Letztere bietet nach Anmeldung Zugang zu Coupons, Prospekten, Einkaufslisten, digitalen Kassenbons und Rabatten bei Partnerunternehmen.

Coupons gibt es wöchentlich gleich 17 an der Zahl, die über die App aktiviert werden können. Stand 3. Februar waren dort Kitkat und Wagner Backfrische Pizza im Angebot für 1,29 Euro bzw. 1,79 Euro. Laut der Preisvergleichsapp Smhaggle ist das supermarktübergreifend tatsächlich der günstigste Preis der vergangenen sechs Monate.

Sonst sind neben Obst und Gemüse auch viele gängige Eigenmarken-Produkte von Lidl zwischen 10 und 35 Prozent rabattiert – darunter Produkte wie Creme Fraiche, Sonnenblumenöl und Wurst-Aufschnitt. Anders als bei Rewe und Edeka haben Kunden hier zwar weniger App-Funktionen, sparen dafür aber stärker bei den bereits günstigen Eigenmarken.

Beim ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörenden Supermarkt Kaufland verbindet sich das Coupon- mit dem Treue-Prinzip. Einerseits gab es bei Sondercoupons während der Stichprobe zwischen 10 und 40 Prozent Rabatt auf Markenartikel – und 15 Prozent auf die Fertiggerichte der Hausmarke K-to Go. Daneben gab es weitere Coupons, hauptsächlich für Haushaltsartikel, die mit Treuepunkten freigeschaltet werden mussten. Ähnlich wie beim Cashbackanbieter Payback.

Netto: Mit App auf Bonusjagd

Auch die App des zu Edeka gehörenden Netto Markendiscounts ist vollgestopft: Rezepte, Einkaufsliste, „Deutschland Card“-Verknüpfung, digitale Kassenbons, Prospekte, Coupons und Nonfood-Onlineshop tummeln sich in der App. Die elf Coupons beziehen sich Stand 3. Februar auch hier eher vornehmlich auf Markenprodukte.

Die Besonderheit bei Netto: die Bonusjagd. Hier erhalten Kunden je nach monatlichem Einkaufswert Rabattcoupons. Eine Art-Treuecashback für Netto-Fans. Ab 35 Euro Einkaufswert im Monat gibt es einen 50 Cent-Coupon, zusätzliche Coupons bei weiteren Meilensteinen. Wer 150 Euro ausgegeben hat, kann also auf drei Coupons mit insgesamt 4,50 Euro zurückgreifen – bei 350 Euro Einkaufswert haben Kunden insgesamt Coupons im Wert von 20,50 Euro erhalten. Wer ohnehin viel kauft, spart hier also durchaus viel.

Penny-App: Rewe light

Der zu Rewe gehörende Discounter Penny macht in seiner App hingegen wenig anders als die Konkurrenz. Markenprodukte wie den Joghurt mit der Ecke von Müller gibt es per Coupon knapp unter dem laut Smhaggle durchschnittlichen Preis. Und auch Eingenmarkenprodukte sowie Obst und Gemüse sind im Angebot, Standard und Bio.

Ansonsten kommt das Sparpotenzial auch hier darauf an, wie sehr die Auswahl auf eure Einkaufsgewohnheiten passt – und das dürfte jede Woche anders sein.

Aldi-Apps: Discounter-Urgestein hinkt hinterher

Für die beiden Aldis hingegen scheint die Kundenbindung per App kaum eine Rolle zu spielen. Sowohl bei Nord und Süd gibt es Rezepte per App. Coupons für App-Nutzer sucht man allerdings ebenso vergeblich wie digitale Kassenbons oder Zugang zum gemeinsamen Onlineshop. Bei Aldi setzt man also weiterhin auf das Prospekt – oder die schlichte Präsentation der aktuellen Angebote in einer App-Liste. Eine Einkaufsliste mit Prospekt-Angeboten kann man sich hier anlegen, sonst ist das Sparpotenzial aber eher begrenzt.

Drogerieketten: Deutlich höhere Rabatte bei Rossmann und DM

Außerhalb des hart umkämpften und margenschwachen Lebensmitteleinzelhandels, können App-Rabatte durchaus höher ausfallen. DM gibt beispielsweise Stand Februar 20 Prozent Rabatt auf ganze Eigenmarkensortimente wie Dontodent oder Balea Men. Rossmann hingegen bietet zum Einstieg gleich mehrere Coupons mit zehn Prozent Rabatt auf den ganzen Einkauf – und daneben 36 weitere monatliche Coupons mit bis zu 33 Prozent Rabatten auf diverse Markensortimente. Dagegen wirken die Supermarkt-Apps fast wirkungslos.

Dieser Artikel erschien erstmalig am 3. Februar 2023 und wurde am 4. Februar 2023 aktualisiert.

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