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Siemens Energy kehrt operativ in die Gewinnzone zurück

Höpner, Axel Seckel, Timm
·Lesedauer: 2 Min.

Der Börsenneuling schneidet beim Gewinn besser ab, als Analysten erwartet hatten. Doch ist der Auftragseingang im ersten Quartal 2020/21 deutlich gesunken.

Der Börsenneuling Siemens Energy hat zum Start ins neue Geschäftsjahr operativ den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Das angepasste operative Ergebnis habe im ersten Quartal 2020/21 (30. September) rund 243 Millionen Euro betragen, teilte die Siemens Energy AG am Sonntagabend mit.

Im Vorjahreszeitraum hatte die Siemens-Abspaltung operativ noch einen Verlust von 117 Millionen Euro gemacht. Damit schnitt Siemens Energy beim Ergebnis besser ab als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem kleinen Verlust gerechnet. Man habe von operativen Verbesserungen und damit niedrigeren Kosten profitiert, heißt es in einer knappen Mitteilung des Unternehmens.

Der Umsatz von Siemens Energy stieg im ersten Quartal um knapp drei Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas weniger gerechnet.

Allerdings brach der Auftragseingang um 26 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte Siemens Energy von einigen Großaufträgen profitiert.

Der Siemens-Konzern hatte sein margenschwaches Energietechnik-Geschäft abgespalten und im September als Siemens Energy an die Börse gebracht. Das neue Unternehmen startete mit einem Kurs von 22 Euro und konnte seither deutlich auf zuletzt knapp 32 Euro zulegen. Inzwischen ist Siemens Energy im MDax notiert.

Ausblick bestätigt

Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Siemens Energy. Der Konzern hatte für 2020/21 eine operative Umsatzrendite vor Sondereffekten von drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal lag die Marge bei 5,6 Prozent. Die vollständigen Quartalszahlen sollen am 2. Februar präsentiert werden.

Unter dem Strich hatte Siemens Energy im Geschäftsjahr 2019/20 wegen Abschreibungen und hoher Restrukturierungskosten einen Verlust von knapp 1,9 Milliarden Euro gemacht. Der Umsatz des neuen Konzerns sank um fünf Prozent auf 27,5 Milliarden Euro.

Siemens Energy leidet seit Jahren unter dem schwachen Weltmarkt für große Gasturbinen. Vorstandschef Christian Bruch will als Ausgleich den Wasserstoff zu einer tragenden Konzernsäule ausbauen. „Wasserstoff kann für Siemens Energy ein Milliardengeschäft werden“, sagte er dem Handelsblatt.

Auch die frühere Konzernmutter Siemens hatte zum Start ins neue Geschäftsjahr beim Gewinn die Prognosen der Analysten übertroffen. Im Geschäft mit den Digitalen Industrien und mit der Intelligenten Infrastruktur liefen die Geschäfte besser als erwartet. Der Vorstand prüft nun eine Anhebung der Prognose.