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Sieben Punkte, die für Anleger heute wichtig sind

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Der Dax wird am Dienstag leicht im Plus erwartet, die Marke von 13.000 Punkten ist in Reichweite. In Europa wird über die Details der Corona-Hilfen beraten.

Nach langem Auf und Ab hat sich der Dax in der vergangenen Woche deutlich erholt. Foto: dpa
Nach langem Auf und Ab hat sich der Dax in der vergangenen Woche deutlich erholt. Foto: dpa

Die fulminante Börsenrally geht weiter. Der marktbreite US-Index S & P 500 notiert seit dem Jahresbeginn wieder im Plus, der technologielastige Nasdaq erreichte am Montag in den USA gar ein Rekordhoch. Auch dem deutschen Leitindex Dax fehlen nur noch rund 1000 Punkte zum Rekordhoch von 13.795 Zählern. Seit dem Coronacrash Mitte März hat er mehr als 50 Prozent zugelegt.

Am Dienstagmorgen liegt das deutsche Börsenbarometer auf außerbörslichen Handelsplattformen leicht im Plus, nachdem es am gestrigen Montag zwischenzeitliche Gewinne einbüßte und 0,2 Prozent tiefer bei 12.820 Punkten schloss.

Die Pandemie scheine sich dem Ende zuzuneigen, sagte Robert Beer, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung. Die Realwirtschaft erhole sich, die Regierungen schnürten Konjunkturpakete und die Notenbanken pumpten gigantische Beträge in den Markt. „Viele Investoren sind immer noch skeptisch und heillos unterinvestiert. Bei so viel Liquidität bleibt den Börsen nichts anderes übrig als zu steigen.“

Am Dienstag dürften die Anleger vor allem auf die Beratungen der EU-Minister über den Wiederaufbaufonds schauen. Es geht unter anderem um die Finanzierung der Hilfen. Von Unternehmensseite ist die VW-Vorstandssitzung interessant. Die Manager wollen darüber beraten wie die Macht nun neu verteilt. Konzernchef Herbert Diess hat die Führung der Kernmarke am gestrigen Montag abgegeben.

1 – Vorgaben aus den USA

Zum Wochenauftakt haben die Kurse an der New Yorker Wall Street zugelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verbuchte am Montag ein Plus von 1,7 Prozent und stieg auf 27.572 Punkte, der breiter gefasste S & P 500 legte 1,2 Prozent auf 3232 Zähler zu – seit Jahresbeginn liegt er damit trotz des Coronacrashes im positiven Bereich, seit seinem Jahrestief im März hat der Index mehr als 40 Prozent zugelegt.. Der technologielastige Nasdaq erreichte sogar ein neues Rekordhoch, indem er 0,8 Prozent im Plus bei 9902 Punkten schloss.

Die überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag sorgten weiterhin für Zuversicht, sagte Jasper Lawler, Chefanalyst beim Finanzdienstleister London Capital Group: „Der überragende Arbeitsmarktbericht lässt Volkswirte von einer V-förmigen Erholung sprechen.“

2 – Handel in Asien

Die asiatischen Börsen haben sich am Dienstag durchwachsen präsentiert. Die Märkte profitierten teilweise weiterhin von dem am Freitag vorgelegten US-Arbeitsmarktbericht, der einen überraschenden Rückgang der Arbeitslosenquote zeigte. Die Daten stützen die Ansicht mancher Börsianer, dass der Tiefpunkt des Abschwungs vorbei sei und sich die Wirtschaft in Richtung einer schnellen Erholung bewege.

Die Börse in Tokio zeigte sich schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,9 Prozent tiefer bei 22.971 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,7 Prozent und lag bei 1619 Punkten. Die Börse in Schanghai dagegen lag 0,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,3 Prozent.

3 – Beben bei Volkswagen

VW-Konzernchef Herbert Diess gibt die Führung der Kernmarke ab. Der bisherige COO Ralf Brandstätter soll übernehmen. Die personelle Rochade zeigt, dass die Hausmacht des Konzernchefs schwindet. Diess war zuletzt immer wieder aus Arbeitnehmerkreisen kritisiert worden. Verzögerungen beim Golf 8 und Probleme bei der Software des neuen Elektroautos ID.3 waren dem Konzernchef selbst angekreidet worden.

Mit dem Abtritt bei der Kernmarke gibt Diess ein wenig operative Verantwortung ab. Bei einer Vorstandssitzung im Dienstag wollen die Manager beraten, wie die Macht in Wolfsburg neu verteilt wird.

4 – EU-Minister beraten den Wiederaufbauplan

Europas Wirtschafts- und Finanzminister wollen sich am Dienstag treffen – zumindest virtuell. In einer Videokonferenz beraten sie über den Wiederaufbauplan nach der Coronakrise. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, 750 Milliarden Euro Schulden aufzunehmen und davon den Großteil als Zuschuss an Krisenstaaten zu vergeben. Innerhalb der Mitgliedsländer ist dieser Plan durchaus umstritten.

5 – Deutscher Export bricht im April um mehr als 30 Prozent ein

Der deutsche Export ist im April in Folge der Coronakrise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950 Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent.

6 – Millionenpaket für Austrian Airlines

Nach wochenlangem Ringen hat sich die österreichische Regierung mit der Lufthansa über ein millionenschweres Rettungspaket für die strauchelnde Tochter Austrian Airlines (AUA) geeinigt. Demnach greift Österreich der von der Coronakrise schwer getroffenen Fluggesellschaft mit 450 Millionen Euro unter die Arme.

Neben Bankkrediten in Höhe von 300 Millionen Euro, die zu 90 Prozent vom Staat garantiert werden, erhält die Airline einen Zuschuss von 150 Millionen Euro. Die Deutsche Lufthansa steuert weitere 150 Millionen Euro bei, womit sich das Hilfspaket auf insgesamt 600 Millionen Euro erhöht. Der Lufthansa dürfte die Rettung der Tochter in der Krise trotzdem etwas mehr Luft verschaffen.

7 – Airlines im Krisenmodus

Flugzeuge am Boden, teure Entschädigungen und verunsicherte Passagiere. Die Luftfahrt ist in den vergangenen Monaten weltweit zu Erliegen gekommen. Der Dachverband der Fluggesellschaften, Iata, will am Mittwoch erklären, wie die Rückkehr in die Normalität funktionieren könnte. Iata-Chef Alexandre de Juniac sieht vor allem die Politik in der Pflicht.

Termine Unternehmen am 9. Juni

  • 07:00 Uhr, Deutschland: Fraport, Verkehrszahlen 23. Kalenderwoche

  • 07:30 Uhr, Deutschland: Heidelberger Druckmaschinen, Jahreszahlen (detailliert)

  • 10:00 Uhr, Deutschland: PSI, Hauptversammlung (online)

  • 10:00 Uhr, Deutschland: Instone Real Estate, Hauptversammlung (online)

  • 10:00 Uhr, Deutschland: Hypoport, Hauptversammlung (online)

Termine Konjunktur am 9. Juni

  • 06:30 Uhr, Niederlande: Verbraucherpreise 05/20

  • 07:45 Uhr, Schweiz: Seco Arbeitsmarktdaten 05/20

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Leistungsbilanz 04/20

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Handelsbilanz 04/20

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Arbeitskosten Q1/20

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Bauhauptgewerbe (Umsatz und Beschäftigte) 03/20

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Lkw-Maut-Fahrleistungsindex 05/20

  • 08:45 Uhr, Frankreich: Handelsbilanz 04/20

  • 10:00 Uhr, EU: EZB stellt Bericht vor zur internationalen Rolle des Euro

  • 11:00 Uhr, EU: Beschäftigung Q1/20 (endgültig)

  • 11:00 Uhr, EU: BIP Q1/20 (endgültig)

  • 11:30 Uhr, Deutschland: Anleihe / Laufzeit: 7 Jahre / Volumen: 3 Milliarden Euro

  • 16:00 Uhr, USA: Lagerbestände Großhandel 04/20 (endgültig)

  • 22:30 Uhr, USA: API Ölbericht (Woche)

Sonstige Termine am 09. Juni

  • 10:00 Uhr, Deutschland: Bundesverfassungsgericht urteilt über Klage der AfD gegen Innenminister Horst Seehofer (CSU)

  • Brüssel: Videokonferenz der EU-Wirtschafts- und Finanzminister

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