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Sieben Nervensägen im Job: Das hilft gegen Jammerer, Rechthaber und Weltverbesserer, laut einem Coach

Attila Albert kennt die verschiedenen Typen von Nervensägen im Job. - Copyright: Tyler Ramsey
Attila Albert kennt die verschiedenen Typen von Nervensägen im Job. - Copyright: Tyler Ramsey

Ewige Opfer, verbissene Rechthaber, selbstgerechte Weltverbesserer: „Chefs und Kollegen können auf ganz unterschiedliche Art nerven“, sagt Coach und Buchautor Attila Albert. „Wer ihre wahren Motive versteht, kann Konflikte früh entschärfen, aus ihnen Verbündete oder sogar Freunde machen.”

Der Coach hat sieben Nervensägen-Typen identifiziert – und die besten Gegenstrategien, um mit Chefs oder Kollegen dieser Art umzugehen. Anhand der Beschreibungen könnt ihr prüfen, mit wem ihr es zu tun habt und was euch helfen kann.

1. Ewige Opfer: Verantwortung bewusst zurückgeben

Diese Nervensäge deprimiert mit ihrem Jammern und ihrer hoffnungslosen Weltsicht. Ständig klagt sie über ihre Lage, an der sie aber angeblich nichts ändern könne: „Ich habe schon alles versucht.” Wer Ratschläge gibt, hört nur Ausreden: „So einfach ist das nicht.”

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Beste Gegenstrategie: Nicht mehr trösten oder helfen. Fasst wiederkehrende Klagen am besten zusammen: „Du sagst ja sehr oft, dass ...” Fragt nach: „Was planst du als Nächstes?”, gebt keine Tipps, auch wenn es euch dazu drängt! Gebt die Verantwortung bewusst immer wieder zurück: „Ich bin gespannt, wie du es angehst.” Mehr ist nicht eure Aufgabe.

2. Verbissene Rechthaber: Zustimmen, dann für sich gewinnen

Mit ihrer beständigen Angriffslust und Besserwisserei erschöpfen diese Nervensägen andere. Sie sind immer im Kampfmodus, obwohl das gar nicht sein müsste. Zu allem müssen sie ihre Meinung kundtun und anderen aufdrängen: „Ich sage nur, wie es ist!”

Beste Gegenstrategie: Nicht einschüchtern oder unter Druck setzen lassen. Stimmt dem anderen entspannt zu, ohne euch dessen Ansichten zu eigen zu machen oder eure Entscheidungen davon beeinflussen zu lassen. „Eine interessante Perspektive! Toll, dass du so engagiert dafür kämpfst.” Irgendwann erschöpft er sich und wird kompromissbereit.

3. Schlaffe Zögerer: Akzeptieren, dass viele so leben wollen

Mit ihrer ewigen Unentschlossenheit und Passivität frustrieren diese Nervensägen. Sie wissen zwar genau, was sie nicht wollen. Aber sie schaffen es nicht, sich selbst Ziele zu setzen und sie zu verfolgen: „Ich überlege noch, das muss reifen.” Das kann Jahre dauern.

Beste Gegenstrategie: Akzeptieren, dass sie trotz ihres Nörgelns insgesamt zufrieden sind und ihr Leben zumindest vorerst so weiterführen wollen. Sie brauchen keine Informationen oder Tipps von euch, um sich endlich zu bewegen. Wenn euch das auf Dauer stört, zeigt euch das, dass ihr aus eurem Umfeld herausgewachsen seid.

4. Fürsorgliche Helferseelen: Ermutigen, auch an sich zu denken

Diese Nervensägen ersticken andere mit aufgedrängter Fürsorge und Hilfe. Dafür erwarten sie auch noch Lob und Dankbarkeit. Auf Zurückweisung reagieren sie verletzt: „Ich meine es doch nur gut!” Schon habt ihr ein schlechtes Gewissen und entschuldigt euch.

Beste Gegenstrategie: Bedankt euch für ihr Engagement. Entscheidet danach aber fallweise, welche Hilfsangebote ihr wahrnehmt und welche ihr freundlich ablehnt, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder euch zu rechtfertigen. Ermutigt den anderen stattdessen dazu, mehr an sich zu denken, um sich nicht zu überlasten.

5. Übermotivierte Problemlöser: Von ihnen lernen, aber mit Grenzen

Mit totaler Leistungsbereitschaft und Aktionismus stressen diese Nervensägen. Ständig präsentieren sie ehrgeizige Strategien, vollgepackte Aktionspläne, To-do-Listen. Wer da nicht mithalten kann oder will, hört vorwurfsvoll: „Du solltest an deiner Motivation arbeiten!”

Beste Gegenstrategie: Schaut euch ab, was für euch sinnvoll ist (zum Beispiel bestimmte Arbeitsmethoden, Organisationstechniken, Werkzeuge). Sagt gleichzeitig klar, wenn es zu viel wird: „Ich komme darauf zurück, wenn ich das verarbeiten kann.“ Kein schlechtes Gewissen, wenn ihr Erholung braucht: Nur so bleibt ihr langfristig effektiv.

6. Selbstgerechte Weltverbesserer: An den eigenen Maßstäben messen

Diese Nervensägen verkünden hochfliegende Forderungen, wie die Welt sein sollte, meinen damit aber vor allem andere. Sich sehen sie davon ausgenommen, weil sie vermeintlich bereits durch ihre moralische Führung vorangehen: „Wir setzen damit ein Zeichen!”

Beste Gegenstrategie: Messt sie an den selbsterklärten Ansprüchen und zieht sie in die praktischen Schwierigkeiten und Folgen ihrer Ideen hinein. Stellt euch dazu notfalls dumm: „Wie soll ich das genau machen, wie fangen wir’s an?" Das zwingt sie dazu, Verantwortung für Umsetzung und Ergebnis zu übernehmen, Kompromisse einzugehen.

7. Abgehobene Welterklärer: Zu mehr Empathie ermutigen

Mit ihrer analytischen Sichtweise und inneren Distanz lassen diese Nervensägen andere frösteln. „Auf Einzelschicksale kann eben nicht immer Rücksicht genommen werden!” Sie sehen die Dinge zwar objektiv richtig, wirken aber oft unbeteiligt und rücksichtslos.

Beste Gegenstrategie: Ermutigt dazu, dem Urteil eigene praktische Konsequenzen folgen zu lassen, wenn es nicht bei interessanten, aber wirkungslosen Überlegungen bleiben soll. Erinnert sie zudem daran, dass nicht alle das Leben so abgeklärt sehen, sondern aus unterschiedlichsten, emotional gefärbten Perspektiven (Nervensägentypen 1 bis 6).

Mehr Informationen zum Thema findet ihr in Attila Alberts Buch: „Sorry, ihr nervt mich jetzt alle!”, erschienen bei Redline.