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Satellitenbilder: China hat auf einem Militär-Übungsgelände vermutlich ein Modell von Taiwans Regierungsviertel gebaut

Das Satellitenbild aus der Mongolei soll eine vermeintliche Abbildung des Regierungsviertels von Taipeh zeigen. - Copyright: Image © Planet Labs PBC
Das Satellitenbild aus der Mongolei soll eine vermeintliche Abbildung des Regierungsviertels von Taipeh zeigen. - Copyright: Image © Planet Labs PBC

Auf einem Truppenübungsplatz in der Wüste hat China eine Attrappe eines Schlüsselbereichs der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh errichtet, in dem sich das Präsidialamt und andere Regierungsgebäude befinden, wie Satellitenbilder zeigen. Der Nachbau scheint, wie andere vor ihr, auf Chinas Absichten und Ziele hinzuweisen, auch wenn ihr Einsatz ungewiss ist.

Chinas aggressive Außenpolitik beunruhigt seine Nachbarn zunehmend. Das Reich der Mitte baut seine Streitkräfte massiv aus und modernisiert sie – und hat die Anwendung von Gewalt zur erzwungenen Wiedervereinigung mit Taiwan nie aufgegeben.

Bilder des fiktiven Ziels in der Alxa League-Wüste in der Inneren Mongolei im Norden Chinas kursierten Anfang der Woche in den sozialen Medien. Der taiwanische Verteidigungsexperte Joseph Wen veröffentlichte das Satellitenbild am Montag in Taipeh.

Wen wies darauf hin, dass China in einem anderen Gebiet, nämlich in Zhurihe, bereits eine Nachbildung des taiwanesischen Präsidialamtes errichtet habe, die einen großen Teil der Umgebung des Präsidialamtes abdecke und sich auf einem scheinbaren Bomben- und Schießübungsplatz befinde.

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Verglichen mit einer echten Karte des Gebiets sieht die Attrappe relativ realistisch aus, und die Straßen und die Umgebung des Präsidialamts ähneln sehr dem echten Ort in Taiwans Hauptstadt Taipeh.

Satellitenbilder, die Business Insider US von Planet Labs zur Verfügung gestellt wurden, zeigen, dass das Gelände mindestens seit Dezember 2022 existiert. Es ist unklar, wann genau die Attrappe gebaut wurde, aber es ist nicht die erste.

Satellitenbild vom Dezember 2022. - Copyright: Image © Planet Labs PBC
Satellitenbild vom Dezember 2022. - Copyright: Image © Planet Labs PBC

China baut neben Taiwans Präsidialamt US-amerikanische Kriegsschiffe in der Wüste nach

In den Jahren 2014 und 2015 war auf Satellitenbildern eine weitere Attrappe des taiwanesischen Präsidialamtes in Zhurihe zu sehen.

Ein im Juli 2015 vom chinesischen Fernsehsender CCTV ausgestrahltes Video zeigte, wie chinesische Truppen einen Angriff auf das Gebäude übten, wie "The Diplomat" damals berichtete.

Präsidentenpalast in Taipeh. - Copyright: Walid Berrazeg/SOPA Images/LightRocket via Getty Images
Präsidentenpalast in Taipeh. - Copyright: Walid Berrazeg/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Als Verteidigungsminister Chiu Kuo-cheng am Mittwoch von Reportern zu den Bildern der Sonderzone Bo'ai befragt wurde, sagte er, dass jedes Land das Territorium eines anderen Landes imitieren könne. Taiwans Militär könne auch Militärübungen an simulierten Orten durchführen.

In der Tat ist diese Art von Training nicht unbedingt ungewöhnlich, aber es signalisiert doch Absicht. China hat nachweislich auch Nachbildungen von US-Flugzeugträgern und anderen Kriegsschiffen auf Übungsplätzen gebaut, vermutlich um seine Raketen zu testen und zu verbessern.

Experten warnen seit langem vor den wachsenden Kapazitäten der chinesischen Raketentruppen und der Rolle, die diese Waffen im Falle eines Krieges zwischen den USA und China spielen könnten, sei es wegen Taiwan oder aus anderen Gründen.

Wachsende Angst über eine mögliche chinesische Invasion in Taiwan

Die Bilder des Modells in der Alxa League-Wüste sind zu einem Zeitpunkt aufgetaucht, an dem die Besorgnis über eine mögliche chinesische Aggression gegen Taiwan wieder zunimmt.

Angesichts des chinesischen Aktionen zu Wasser und in der Luft, die sich in unberechenbaren Militärübungen manifestieren, Zusammenstößen mit philippinischen Schiffen und Beinahe-Zusammenstößen mit US-Flugzeugen, bleiben die Befürchtungen einer möglichen Invasion Taiwans bestehen.

Erst letzte Woche sagte US-Marineadmiral John Aquilino, der Kommandeur des US-Indo-Pazifik-Kommandos, vor einem Ausschuss des US-Verteidigungsministeriums, dass China sein Militär in einem Ausmaß aufrüste, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr vorgekommen sei. Und dass es auf dem besten Weg sei, bis 2027 in Taiwan einzumarschieren.

Besucher des Militärmuseums in Peking sehen sich ein Video über Chinas militärische Fortschritte an. - Copyright: GREG BAKER/AFP via Getty Images
Besucher des Militärmuseums in Peking sehen sich ein Video über Chinas militärische Fortschritte an. - Copyright: GREG BAKER/AFP via Getty Images

China setzt gegenüber Taiwan häufig wirtschaftliche, diplomatische und militärische Taktiken ein, die auf Aggression und Zwang beruhen. Es übt Druck auf Länder aus, die mit Taiwan interagieren, oder indem es routinemäßig Kampfflugzeuge und Bomber über die Insel fliegen lässt, um eine Reaktion zu erzwingen.

Als Reaktion auf die Wahlen in Taiwan Anfang dieses Jahres hat China den Druck erhöht und die laufenden Militärübungen in Taiwan haben China zu Warnungen veranlasst.

Taiwan hat im Januar einen neuen Präsidenten gewählt, Lai Ching-te von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), der bisher Vizepräsident war. Es war ein historischer Sieg für die DPP, die seit drei Amtszeiten in Folge an der Macht ist. Es war auch Chinas schlimmstes Szenario.

Die DPP befindet sich seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2016 in einer schwierigen Lage, da sie versucht, den Status quo mit Peking aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Autonomie Taiwans zu wahren. Obwohl China generell gegen die Wahlen ist, hätte Peking Hou You-ih von der Kuomintang bevorzugt, der nicht pro-Peking ist, aber eine weichere Haltung gegenüber China einnimmt als die DPP.

Lest den Originalartikel auf Englisch hier.