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S&P stuft US-Banken herab, beziffert unrealisierte Verluste

(Bloomberg) -- Zwei Wochen nachdem Moody’s Investors Service die Bonität mehrerer US-Banken herabgestuft und damit für Verunsicherung im Finanzsektor gesorgt hat, hat nun auch S&P Global Ratings die Kreditwürdigkeit mehrerer weiterer Banken heruntergesetzt.

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S&P hat die Ratings von KeyCorp, Comerica Inc., Valley National Bancorp, UMB Financial Corp. und Associated Banc-Corp um eine Stufe gesenkt, wie die Bonitätswächter am Montag mitteilten. Sie verwiesen dabei auf die Auswirkungen der gestiegenen Zinsen sowie die Einlagendynamik in der Branche.

S&P senkte zudem den Ratingausblick für River City Bank und S&T Bank auf negativ. Die Einschätzung für Zions Bancorp bleibe nach der Überprüfung negativ, hieß es.

Viele Einleger hätten “ihre Gelder auf höher verzinste Konten umgeschichtet, wodurch sich die Finanzierungskosten der Banken erhöht haben”, erklärte S&P. “Der Rückgang der Einlagen hat bei vielen Banken zu einem Liquiditätsengpass geführt, während der Wert ihrer Wertpapiere — die einen großen Teil ihrer Liquidität ausmachen — gesunken ist.”

Moody’s hatte Anfang des Monats die Bonitätsnoten von zehn US-Banken gesenkt und gewarnt, dass angesichts zunehmenden Drucks auf die Branche weitere Institute herabgestuft werden könnten.

Der KBW-Bankenindex der großen US-Banken ist seitdem um fast 7% eingebrochen. Damit steuert er auf die schwächste Monatsperformance zu, seit der Zusammenbruch dreier US-Regionalbanken im März einen Ausverkauf im Börsensegment ausgelöst hatte.

Mit den Zinserhöhungen der US-Notenbank sind viele kleine und mittlere Banken in Bedrängnis geraten. Jahrelang hatten sie wenig gezahlt, um Kundeneinlagen anzuziehen, mit denen sie Kredite und andere Vermögenswerte in ihren Bilanzen finanzierten. Inzwischen haben Verbraucher und Unternehmen mehr Möglichkeiten, anderswo höhere Renditen zu erzielen. Dies hat dazu geführt, dass die unverzinslichen Einlagen laut S&P in den letzten fünf Quartalen um 23% gesunken sind.

Wenn Bareinlagen abgezogen werden, können Banken sie durch teurere Formen der Finanzierung ersetzen. Oder sie verringern ihre Bilanzen durch den Verkauf von Vermögenswerten, die aus dem vergangenen Niedrigzinsumfeld stammen und seither an Wert verloren haben, und fahren damit Verluste ein. Das Ergebnis ist in beiden Fällen Druck auf den Bankgewinn.

Laut S&P saßen zur Einlagensicherung gehörende US-Banken Mitte des Jahres auf nicht realisierten Verlusten von mehr als 550 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) in Bezug auf Wertpapiere, die zur Veräußerung verfügbar waren und bis zur Fälligkeit gehaltenen Wertpapieren werden sollen.

Mit Blick auf die Zukunft könnte sich die Situation für die Banken verschlechtern, wenn die Fed die Zinsen länger hoch hält als bisher angenommen. Dies würde weiteren Druck auf den Wert von Darlehen an Kreditnehmer bewirken, die sich refinanzieren müssen.

“Während viele Indikatoren für die Bilanzqualität immer noch günstig aussehen, setzen höhere Zinsen die Kreditnehmer unter Druck”, konstatiert S&P. “Banken mit erheblichen Engagements in Gewerbeimmobilien, insbesondere bei Krediten im Bürosegment, könnten mit am stärksten belastet werden.”

Überschrift des Artikels im Original:S&P Joins Moody’s in Cutting US Banks Amid ‘Tough’ Climate (2)

--Mit Hilfe von Abhishek Vishnoi.

(Ergänzt um Details zu unrealisierten Verlusten, weiterem Branchenausblick)

©2023 Bloomberg L.P.