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ROUNDUP: Westwing blickt etwas skeptischer in die Zukunft - Kurs sackt ab

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die weltweiten Lieferkettenprobleme bereiten dem Online-Möbelhändler Westwing <DE000A2N4H07> Sorgen und lassen ihn etwas pessimistischer auf das Gesamtjahr blicken. Höhere Kosten für Seefracht-Container dürften länger Bestand haben: Bis mindestens in die erste Jahreshälfte 2022 führe die Entwicklung zu niedrigeren Brutto- und Deckungsbeiträgen, teilte das im SDax <DE0009653386> notierte Unternehmen am Donnerstag in München mit. Dies könne nur teilweise durch höhere Preise ausgeglichen werden. An der Börse kam die vorsichtigere Gewinnprognose nicht gut an. Der Kurs sackte kurz nach Handelsstart um rund zehn Prozent ab.

Für 2021 solle nun das untere Ende der bisherigen Spanne für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 42 bis 55 Millionen Euro erreicht werden, teilte Westwing weiter mit. Die Prognose unterliege aber dem Risiko einer weiteren Anpassung aufgrund der weltweit beeinträchtigten Lieferketten, hieß es. In den ersten neun Monaten lag das bereinigte Ebitda bei 30 Millionen Euro. 2020 hatte Westwing 50 Millionen ausgewiesen.

Im dritten Quartal machten sich die höheren Kosten bemerkbar. Das Unternehmen rutschte operativ leicht in die Verlustzone. Unter dem Strich vermeldete Westwing einen auf die Aktionäre entfallenden Fehlbetrag von 8,7 Millionen Euro nach einem Gewinn von 2,4 Millionen ein Jahr zuvor. Neben dem erheblichen Anstieg der Container-Seefrachtkosten sei es auch zu einem Anstieg der Kosten für Lagerhaltung und Lagerabwicklung gekommen, verursacht durch Störungen in der Lieferkette mit Lieferspitzen von Lieferanten und höheren Lagerbeständen, hieß es.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerte der Konzern den Umsatz im dritten Quartal um 4,7 Prozent auf 103,2 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten liegt der Erlös nun bei 373,4 Millionen Euro. Auf das Jahr hochgerechnet hält der Vorstand hingegen weiter an dem Ziel fest, den Umsatz auf 510 bis 550 Millionen Euro zu steigern. Gegenüber dem Vorjahr entspräche dies einem Wachstum von 18 bis 27 Prozent.