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ROUNDUP: Prozess gegen Ex-Audi-Chef Stadler beginnt

·Lesedauer: 2 Min.

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Fünf Jahre nach der Aufdeckung des Dieselskandals hat am Mittwoch die strafrechtliche Aufarbeitung vor Gericht begonnen. Der frühere Audi-Vorstandschef <DE0006757008> Rupert Stadler muss sich seit dem Vormittag vor dem Landgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn und drei frühere leitende Audi-Ingenieure wegen Betruges angeklagt.

Der Prozess findet wegen Corona unter erschwerten Bedingungen in einem großen Saal in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim statt. Stadler fuhr in einem grauen Wagen vor und betrat das Gebäude zusammen mit seinen Anwälten. Auch der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz sowie die beiden weiteren Mitangeklagten sind erschienen. Hatz war bis 2009 Leiter der Motorenentwicklung bei Audi und dann bei VW <DE0007664039>. Stadler betrat den Saal in blauem Anzug, weißem Hemd und braunen Schuhen - die Haare weit länger als einst während seiner Zeit als Audi-Vorstandschef. Er grüßte Hatz mit einem "Faust-Check". Im Saal werden Mund-Nasen-Masken getragen.

Walter Lechner, der Anwalt des mitangeklagten Motorenentwicklers Giovanni P., sagte vor Betreten des Gebäudes über seinen Mandanten: "Er war nicht Entscheider und er war weisungsgebunden. Er hat Weisungen bekommen. Und Näheres sind dann viele, viele Details, da muss man abwarten." Die Anwälte Stadlers wollten sich vor Betreten des Gebäudes nicht äußern. Giovanni P. ist laut Staatsanwaltschaft weitgehend geständig, während sein früherer Mitarbeiter Henning L., der vierte Angeklagte in dem Prozess, sogar uneingeschränkt geständig ist.

Die Ingenieure sollen über 400 000 Dieselmotoren ab 2008 so manipuliert haben, dass sie Abgastests bestehen, aber auf der Straße mehr Stickoxide ausstoßen. Zwei Ingenieure haben das schon zugegeben. Stadler soll zwar erst nach Aufdeckung des Skandals durch die US-Umweltbehörde im September 2015 von der Sache erfahren haben, so das Ergebnis der jahrelangen Ermittlungen. Trotzdem habe er die Produktion und den Verkauf manipulierter Autos in Europa erst später gestoppt. Stadler weist die Vorwürfe zurück.

Der Prozess soll zwei Jahre dauern, das Urteil wird Ende 2022 erwartet.