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ROUNDUP: Corona-Krise lässt Industrieaufträge in Deutschland einbrechen

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Corona-Krise hat die Auftragseingänge der deutschen Industrie im März noch stärker belastet als erwartet. Die Aufträge seien im Monatsvergleich um 15,6 Prozent eingebrochen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang um 10 Prozent gerechnet. Im Februar waren die Aufträge noch um revidierte 1,2 Prozent (zunächst -1,4%) gefallen

Die Corona-Pandemie war im März mit voller Wucht in Europa und Deutschland angekommen. Vor allem die Unterbrechung von Lieferketten belastet die deutsche Industrie.

"Der Rückgang ist epochal und lässt nichts Gutes erahnen", erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Selbst während der Finanzmarktkrise brachen die Bestellungen nicht so stark ein."

Die Nachfrage ging im März sowohl im Ausland als auch im Inland zurück. Die Aufträge aus dem Inland sackten im März im Vergleich zum Vormonat um 14,8 Prozent ab. Die Auslandsaufträge verringerten sich um 16,1 Prozent und damit noch stärker. Besonders stark sanken die Aufträge aus der Eurozone. Sie nahmen um 17,9 Prozent ab. Experte Gitzel verweist auf Schwierigkeiten mit italienischen Zulieferern.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fielen die Auftragseingänge im März insgesamt um 16,0 Prozent. Hier war ein Rückgang um 10,2 Prozent erwartet worden.