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ROUNDUP: Auto1 peilt Gewinnschwelle im Tagesgeschäft an - Aktie sinkt

BERLIN (dpa-AFX) -Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 DE000A2LQ884 will trotz der insgesamt mauen Marktlage im neuen Jahr operativ endlich die Gewinnschwelle erreichen. Dabei sollen die zuletzt schon besser laufenden Geschäfte im kleinen Privatkundensegment beitragen. Aber auch beim Absatz wollen die Berliner wieder zulegen. "Nachdem wir in den vergangenen zwölf Monaten die Grundlage für langfristig profitables Wachstum gelegt haben, schalten wir einen Gang hoch", sagte Unternehmenschef Christian Bertermann laut Mitteilung am Mittwoch. Die seit Monaten unter Druck stehende Aktie legte zunächst deutlich zu. Am frühen Vormittag drehten die Papiere aber dann ins Minus.

Das im SDax DE0009653386 notierte Papier schwankte nach Handelsbeginn deutlich. Nach einem Plus von bis zu zehn Prozent drehte die Aktie zuletzt ins Minus und verlor vier Prozent auf 3,86 Euro. Länger investierte Anleger sind Kummer gewohnt: Im Juli vergangenen Jahres kratzte der Kurs noch an der 10-Euro-Marke, nach dem Börsengang vor gut drei Jahren zahlten sie sogar teils mehr als 50 Euro für den Titel. Schon im Frühling 2022 tauchte der Kurs unter 10 Euro und entwickelte sich seitdem im Trend weiter schwach.

Obwohl die Zahlen aus dem vierten Quartal etwas schwächer ausgefallen seien als gedacht, attestierte Analystin Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Investmentbank RBC dem Konzern angesichts des schwierigen Umfelds ein gutes Abschneiden. Die Aktien seien wegen der Marktposition von Auto1 und der großen Zukunftschancen günstig bewertet. Allerdings könnten die schwachen Verbraucheraussichten das Bild auch für die Aktie eintrüben.

Mitgründer Bertermann will im Tagesgeschäft des neuen Jahres endlich keine Verluste mehr schreiben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sonderposten soll das Ergebnis in etwa ausgeglichen sein, teilten die Berliner weiter mit. Analysten haben bisher für 2024 einen leicht positiven Wert von 21 Millionen Euro auf dem Zettel. Auto1 schreibt seit langem rote Zahlen, operativ gelang bisher nur im dritten Quartal des vergangenen Jahres ein kleiner Gewinn.

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Im abgelaufenen Jahr musste das Unternehmen einen Dämpfer im flauen Gebrauchtwagenmarkt hinnehmen. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sank von knapp 650 000 Autos im Jahr zuvor auf gut 586 000 Autos. Der Absatz soll im neuen Jahr wieder auf 610 000 bis 665 000 Fahrzeuge zulegen. Auto1 macht sein Geschäft überwiegend im Großhandel mit professionellen Händlern, hat sich aber auch mit hohen Investitionen ein Standbein bei Privatkunden (Autohero, wirkaufendeinauto.de) aufgebaut.

Der Bruttogewinn dürfte der Prognose zufolge von fast 528 Millionen Euro auf 565 bis 625 Millionen Euro steigen. Schub verspricht sich das Management dabei vom Privatkundengeschäft. Im vierten Quartal lag der Bruttogewinn je verkauftem Auto hier bei 1970 Euro und damit weit über den knapp 800 Euro im Geschäft mit professionellen Händlern. Auto1 bereitet Autos selbst in Werkstätten auf und erschließt sich damit einen größeren Teil der Wertschöpfungskette.

Auf dem Niveau vom Jahresende 2023 will Bertermann mit anvisierten rund 1900 Euro Bruttogewinn je Auto im Privatkundengeschäft auch 2024 bleiben. Im Schnitt von 2023 erzielte Auto1 hier 1712 Euro Bruttogewinn. Den Absatz der Marke Autohero plant das Unternehmen dabei mit 70 000 Wagen rund ein Zehntel höher ein als noch im Vorjahr.

Allgemein aber gibt es bei den Verkaufspreisen derzeit Gegenwind. Die Gebrauchtwagenpreise normalisieren sich von den Rekordständen in und nach der Pandemie weiter. Über alle Sparten hinweg erlöste Auto1 im vergangenen Jahr 9321 Euro je Wagen, gut sieben Prozent weniger als noch im Vorjahr. Der Umsatz fiel um über 16 Prozent auf 5,46 Milliarden Euro. Im vierten Quartal legten Absatz und Umsatz gegenüber dem Vorquartal wieder leicht zu.

Auto1 steuert unter anderem mit Kostensenkungen gegen. Die Betriebskosten fielen im vergangenen Jahr, auch für Marketing und Gehälter gab Auto1 weniger aus. Der bereinigte operative Verlust reduzierte sich 2023 den vorläufigen Zahlen zufolge von 165,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 43,9 Millionen Euro.