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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Zinserhöhungen belasten die Börsen

PARIS/LONDON (dpa-AFX) -Zinserhöhungen in Großbritannien, der Schweiz und Norwegen sowie am Vorabend in den USA haben den Investoren an Europas Börsen am Donnerstag die Lust auf Aktien verdorben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 rutschte um 1,85 Prozent auf 3427,14 Zähler ab. Der Index vermied nur haarscharf einen Rücksetzer auf ein weiteres Tief seit zwei Monaten. Seit Jahresbeginn haben sich die Verluste auf mehr als 20 Prozent ausgeweitet.

Die Bank of England, die Schweizerische Nationalbank und die norwegische Notenbank erhöhten einen Tag nach der Fed ebenfalls die Leitzinsen. Damit stemmen sich die Zentralbanken gegen die hohe Inflation. Höhere Zinsen drohen die Konjunktur zu bremsen und die Gewinne der Unternehmen zu schmälern. Hinzu kommt, dass steigende Kapitalmarktzinsen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Papieren wie Anleihen unattraktiver machen.

In Paris büßte der Leitindex Cac 40 FR0003500008 1,87 Prozent auf 5918,50 Zähler ein. In London war der Verlust des FTSE 100 mit 1,08 Prozent auf 7159,52 Punkte etwas geringer. Unterstützung erhielt der "Footsie" von Rohstoffaktien wie Rio Tinto GB0007188757, Glencore JE00B4T3BW64 und Anglo American GB00B1XZS820, die von steigenden Preisen für Rohstoffe profitierten.

Unter den Einzelwerten bekamen vor allem Banken den Rückenwind der Zentralbanker zu spüren. Sie schlugen sich auf dem Sektortableau am besten. Aktien der italienischen Intesa Sanpaolo IT0000072618 und der spanischen Santander ES0113900J37 schlossen im schwachen Gesamtmarkt mit Gewinnen. Die Geldhäuser können bei steigenden Kapitalmarktzinsen im Kreditgeschäft und im Anleihehandel die Erträge steigern. Unicredit stiegen sogar um mehr als fünf Prozent nach optimistischen Aussagen der Bank zum laufenden Jahr.

Anders die Aktien von Credit Suisse, die im späten Handel unter Druck gerieten und 5,5 Prozent einbüßten. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge das schweizerische Geldhaus Kontakt zu Investoren aufnimmt in Sachen Kapitalerhöhung. Zudem erwäge die Bank einen Ausstieg aus dem US-Markt, hieß es in dem Bericht.

Leidtragende der steigenden Zinsen waren hingegen die Technologiewerte EU0009658921, die als besonders zinssensibel gelten. Der Sektor verlor mehr als vier Prozent. Zu den Verlierern zählte etwa der Chipindustrie-Ausrüster ASML NL0010273215, dessen Aktien gut fünf Prozent verloren. Auch die Aktien des Chip-Konzerns Infineon DE0006231004 standen unter Druck.

Als Verlierer steigender Zinsen gilt auch der Immobiliensektor, dessen Sektorindex CH0024505783 um mehr als vier Prozent absackte auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Mit steigenden Zinsen verteuert sich nicht nur das Bauen und Instandsetzen, sondern auch die Refinanzierung der Immobiliengesellschaften selbst.

Zu den größten Verlierern unter den kleineren Werten zählte der britische Wasserstoff-Spezialist Ceres Power GB00BG5KQW09. Der Kurs brach in London um mehr als 15 Prozent ein. Das Management ließ wissen, dass eine wichtige Kooperation mit Bosch und der chinesischen Weichai erst 2023 starten könne und nicht wie geplant im zweiten Halbjahr. Für 2022 schmälere das die Einnahmen.