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Riester-Rente: Wer bekommt die staatlich geförderte Altersvorsorge – und wie hoch sind die Zuschüsse

Die Riester-Rente lohnt sich vor allem für Familien und Geringverdiener. - Copyright: Tom Werner/Getty Images
Die Riester-Rente lohnt sich vor allem für Familien und Geringverdiener. - Copyright: Tom Werner/Getty Images

Totgesagte leben länger? Das könnte auch für die Riester-Rente gelten. Das niedrige Zinsniveau der letzten Jahre hat die Zusatzvorsorge zunehmend unattraktiver gemacht. Nun steigen die Zinsen wieder. Gleichzeitig machen sich immer mehr Menschen Sorgen um ihre finanzielle Situation im Alter. Wer sich nicht auf die gesetzliche Rente verlassen will, sollte sich rechtzeitig um eine private Altersvorsorge kümmern. Hier kommt die Riester-Rente ins Spiel. Allerdings kann nicht jeder die Förderung in Anspruch nehmen.

Was ist die Riester-Rente?

Als das Rentenniveau im Zuge der großen Rentenreform von 2001 abgesenkt wurde, musste eine Entlastung für die Versicherten her. Die Idee: eine zusätzliche private Altersvorsorge, die freiwillig abgeschlossen werden kann und staatlich gefördert wird. Der ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester verlieh dieser Rente seinen Namen. Anders als die Rürup-Rente soll die Riester-Förderung die gesetzliche Rente ergänzen – aber nicht ersetzen. Dementsprechend könnt ihr sie auch nur zusätzlich zu einer bereits bestehenden gesetzlichen Rentenversicherung abschließen.

Ihr schließt also einen Riester-Vertrag bei einem Versicherer ab und zahlt monatlich oder jährlich ein. Euer Beitrag beträgt dabei grundsätzlich vier Prozent eures Bruttojahreseinkommens – mindestens aber 60 Euro im Jahr. Die staatliche Förderung besteht dabei einerseits in Steuerermäßigungen, andererseits erhalten Versicherte Zulagen zu den Beitragszahlungen. In der Regel wird die Riester-Rente, wie auch die gesetzliche, erst im Alter ausgezahlt. Wer seinen Vertrag nach 2012 abgeschlossen hat, erhält seine erste Rentenzahlung frühestens mit 62 Jahren. Auch ein späterer Zeitpunkt für die erste Auszahlung ist möglich – sie muss aber spätestens im Alter von 85 Jahren erfolgen.

Wie hoch die Riester-Förderung ist – und wer sie bekommt

Wenn ihr in die Riester-Rente einzahlt, fördert der Staat euch mit jährlichen Zuzahlungen zu eurem Beitrag. Die Grundzulage beläuft sich dabei auf 175 Euro. Elternteile erhalten eine Kinderzulage, die vom Geburtsjahr des Kindes abhängt. Für ein Kind, das bis 2007 geboren wurde, zahlt der Staat zusätzlich 185 Euro. Bei einem später geborenen Kind sind es 300 Euro. Wie auch das Kindergeld wird diese Zulage höchstens bis zum 25. Lebensjahr des Kindes ausgezahlt. Berufseinsteiger bis zum 25. Lebensjahr fördert der Staat darüber hinaus mit einem einmaligen Bonus von 200 Euro. Ähnlich wie bei der Rürup-Rente sparen Riester-Kunden außerdem bei den Steuern. Laut "Finanztip" könnt ihr bis zu 2100 Euro eures jährlichen Beitrags inklusive Zulagen als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Allerdings kann nicht jeder riestern. Da die Riester-Rente als Zusatz zur gesetzlichen Rente gedacht ist, könnt ihr sie nur abschließen, wenn ihr pflichtversichert seid – also in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.

Nach Informationen der Deutschen Rentenversicherung können außerdem noch andere Gruppen die Förderung beziehen:

  • Bezieher von Arbeitslosengeld I und II

  • Pflegepersonen

  • Elternteile in Erziehungszeit

  • Bezieher von Kranken- oder Vorruhestandsgeld

  • Amtsträger und Soldaten

  • Landwirte

  • Versicherte der Künstlersozialkasse

  • Frührentner

  • Bundesfreiwillige oder Wehrdienstleistende

  • Ehe- oder Lebenspartner von Riester-Berechtigten

Riester-Rente kündigen? Das kann teuer werden

Grundsätzlich wird die Riester-Rente monatlich überwiesen. Es gibt daneben aber auch die Möglichkeit, sich einen größeren Betrag des angelegten Geldes auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Zum Rentenbeginn können Versicherte einen Einmal-Betrag von bis zu 30 Prozent des angesparten Riester-Kapitals erhalten. Den Rest zahlt der Versicherer dann als monatliche Rente.

Was aber, wenn man während der Ansparphase doch an sein Geld will oder einem die Beiträge zu hoch sind? Es ist möglich, einen Riester-Vertrag vor der Auszahlung zu kündigen und sich auf diese Weise die gesamten Beiträge auszahlen zu lassen. Das Ganze solltet ihr euch allerdings gut überlegen. Laut deutscher Rentenversicherung gilt eine frühzeitige Kündigung als schädliche Verwendung – ihr nehmt das Geld schließlich aus eurer Altersvorsorge. In diesem Fall behält der Versicherer sowohl die staatlichen Zulagen als auch den Steuervorteil ein. Könnt oder wollt ihr die monatlichen Beiträge nicht mehr stemmen, empfiehlt es sich daher eher, den Vertrag ruhen zu lassen. So geht die staatliche Förderung nicht verloren.

Es muss auch nicht unbedingt die klassische Riester-Rente sein. Auf ihrer Website informiert die Deutsche Rentenversicherung über verschiedene Riester-Vertragsarten:

  • Riester-Rentenversicherung: Eine Riester-Rentenversicherung wird zu einem von der Bundesregierung festgelegten "Garantiezins" abgeschlossen.

  • Riester-Banksparplan: Die gezahlten Rentenbeiträge werden variabel verzinst – meist richtet sich der Zinssatz nach den aktuellen Sparzinsen.

  • Riester-Fondssparplan: Die Riester-Beiträge werden in Aktienfonds investiert. Allerdings gilt die Beitragsgarantie: Die eingezahlte Summe muss für die Rente zur Verfügung stehen.

  • Wohn-Riester: Ein Versicherter kann den staatlich geförderte Riester-Vertrag auch für die Finanzierung einer Immobilie nutzen, wenn er selbst dort wohnt.

  • Riester in der betrieblichen Altersvorsorge: Arbeitnehmer können die Riester-Rente auch im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge abschließen. Dann kümmert sich der Arbeitgeber um den Riester-Vertrag.

Warum sich die Riester-Rente wieder lohnen könnte

In den vergangenen Jahren lohnte sich die Riester-Rente hauptsächlich für Geringverdiener und Familien mit mehreren Kindern. Also Fälle, in denen der Staat einen großen Teil der Beiträge durch den staatlichen Zuschuss trägt. Dass Riester-Verträge für Normal- und Gutverdienende zunehmend unattraktiver wurden, lag vor allem an den niedrigen Zinsen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) vor kurzem berichtete, wirken sich die angestiegenen Zinsen positiv auf die kapitalgedeckte Altersvorsorge aus. Bei kapitalgedeckten Rentenverträgen wird die Altersvorsorge nur aus den eigenen Beiträgen – nicht etwa durch einen Generationenvertrag – finanziert. Dazu zählt auch die Riester-Rente.

In der Tat ginge aus Vorausberechnungen des Bundesarbeitsministeriums hervor, dass die Riester-Rente in den nächsten Jahren eine größere Rolle für die Altersvorsorge spielen werden, so die "FAZ". Bis 2037 soll sich der Riester-Anteil an den Gesamtbezügen von gesetzlicher und Riester-Rente verdoppeln. Bei einer Standardrente von 2426 Euro, würden durch eine Riester-Vorsorge dann zusätzlich 406 Euro ausgezahlt.