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Reform des Glücksspiels: Verbände kritisieren 'drastische Defizite'

BERLIN (dpa-AFX) - Eine breite Allianz von Verbänden hat den Ländern bei den geplanten neuen Regeln für das Glücksspiel drastische Defizite beim Spielerschutz vorgeworfen. Wirtschaftliche Interessen und Staatseinnahmen aus dem Glücksspiel stellten nachvollziehbare Motive dar, dürften aber nicht auf Kosten von Einzelschicksalen und des Gemeinwohls erfolgen, heißt es in einem Brief an die Länderchefs. Darin fordern der Fachbeirat Glücksspielsucht sowie weitere 20 Verbände, den Prozess zur Reform des Glücksspielstaatsvertrags vorerst zu stoppen. Auch Vertreter der Glücksspielbranche setzten sich für Nachbesserungen ein.

Die Ministerpräsidenten wollen bei ihrem Treffen am Donnerstag in Berlin einem neuen Glücksspielstaatsvertrag grundsätzlich zustimmen. Ein Entwurf sieht vor, bisher illegale Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos künftig zu erlauben. Geplant sind aber Regeln zum Spielerschutz. Vorgesehen ist auch eine neue zentrale Glücksspielbehörde. Der neue Staatsvertrag muss im Falle einer Zustimmung der Länderchefs noch von den einzelnen Landesparlamenten ratifiziert werden und soll am 1. Juli 2021 in Kraft treten.