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Rabatte der Discounter: So funktioniert das System von Aldi und Lidl

Antonia Wallner
Freie Autorin

Mit diversen Preis-Aktionen kämpfen Discounter wie Aldi und Lidl immer wieder aufs Neue um ihre Kunden. Doch wie entscheiden sie eigentlich, ab welchem Einkaufswert Rabatte zu haben sind?

Discounter und Supermärkte kämpfen mit Rabattaktionen um die Kunden. (Symbolbild: Getty Images)

Wenn sich die Lebensmittelbranche mal wieder intern streitet, freuen sich die Kunden. Denn das bedeutet: Schnäppchen, Rabatte und billige Produkte. Besonders Aldi und Lidl treiben den Kampf um König Kunde auf die Spitze. Die beiden Rivalen geben Unsummen für Werbung aus und übertreffen sich gegenseitig mit ironischen Marketing-Maßnahmen in den sozialen Medien. Laut der “Lebensmittel Zeitung“ gab Lidl im ersten Halbjahr fast 185 Millionen Euro für Werbung aus, rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Aldi sind es mit 92 Millionen Euro sogar 50 Prozent mehr.

Bei Rabatten kommt es auf den Mindesteinkauf an

Die Schnäppchen hören sich verheißungsvoll an: 20 Prozent auf Backwaren oder 10 Prozent auf Obst und Gemüse verlocken die Kunden dazu, kräftig zuzugreifen. Doch sparen sie dabei wirklich? Tatsache ist: Nicht immer lohnt sich ein solcher Einkauf am Ende. Denn für die Discounter geht es natürlich um eine Steigerung des Umsatzes. Daher gibt es die Rabatte meist erst ab einem bestimmten Mindesteinkauf. Und der wiederum wird anhand der gesamten Tageseinnahmen errechnet, wie Recherchen von “Chip.de” ergaben.

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Das heißt: Die Discounter zählen zuerst, wie viele Kunden an den einzelnen Kassen bezahlt haben. Am Abend wird dann beim Kassensturz die durchschnittliche Einkaufshöhe berechnet – der sogenannte Wert des Kassenbons. Anhand dessen wird dann der Mindesteinkauf festgelegt, den die Kunden für Rabatte tätigen müssen - im Sinne der Steigerung liegt er dabei in der Regel über der durchschnittlichen Einkaufshöhe.

Nicht immer ist der Einkauf am Ende wirklich billiger

Aktuell gibt es etwa bei Aldi Süd 20 Prozent auf Backwaren ab 40 Euro Einkaufswert. Doch Kunden sollten immer genau überlegen, ob sich die 20 Prozent aufs Ganze gesehen rechnen. Wer, nur um den Rabatt zu bekommen, mehr einkauft, als er vorhatte, zahlt am Ende unter Umständen eher drauf.

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