Werbung
Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    18.704,42
    -34,39 (-0,18%)
     
  • Euro Stoxx 50

    5.064,14
    -8,31 (-0,16%)
     
  • Dow Jones 30

    40.003,59
    +134,21 (+0,34%)
     
  • Gold

    2.419,80
    +34,30 (+1,44%)
     
  • EUR/USD

    1,0872
    +0,0002 (+0,02%)
     
  • Bitcoin EUR

    61.708,06
    +212,27 (+0,35%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.372,72
    -1,12 (-0,08%)
     
  • Öl (Brent)

    80,00
    +0,77 (+0,97%)
     
  • MDAX

    27.441,23
    -67,24 (-0,24%)
     
  • TecDAX

    3.431,21
    -12,82 (-0,37%)
     
  • SDAX

    15.162,82
    -4,48 (-0,03%)
     
  • Nikkei 225

    38.787,38
    -132,88 (-0,34%)
     
  • FTSE 100

    8.420,26
    -18,39 (-0,22%)
     
  • CAC 40

    8.167,50
    -20,99 (-0,26%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.685,97
    -12,35 (-0,07%)
     

Ein Paar lebt in einer Neun-Quadratmeter-Wohnung in Paris – so hat es sie eingerichtet

So sieht das Mikroapartment aus.  - Copyright: Petit Nuage Himi
So sieht das Mikroapartment aus. - Copyright: Petit Nuage Himi

Thomas Loncq, 35, und Himika Masago, 34, zogen 2023 zurück nach Paris. Nachdem sie zwei Jahre lang zusammen in Japan gelebt hatten, brauchten sie ein neues Zuhause. "Nach unserer Rückkehr nach Frankreich mussten wir sofort eine Wohnung finden. Aber wir waren arbeitslos, und eine Wohnung zu mieten schien schwierig", so Masago gegenüber Business Insider. Für das Architektenpaar war es also zunächst die beste Entscheidung, sich in das Mikroapartment einzuleben, das Loncq bereits besaß. Somit konnten sie sich erstmal in ihr neues Leben in der Stadt einleben, ohne den Stress einer Wohnungssuche zu haben.

Thomas Loncq und Himika Masago leben in einem neun Quadratmeter großen Mikroapartment in Paris. - Copyright: Himika Masago/Petit Nuage Himi
Thomas Loncq und Himika Masago leben in einem neun Quadratmeter großen Mikroapartment in Paris. - Copyright: Himika Masago/Petit Nuage Himi

Wohnen auf kleinstem Raum

Loncq hatte das Mikroapartment vor fünf Jahren für 90.000 € gekauft und während seines Aufenthalts in Japan vermietet. Das Zimmer hat insgesamt neun Quadratmeter. "Ich wollte etwas kaufen, in das ich investieren konnte, aber ich hatte keine große Kapazität, um mir Geld von der Bank zu leihen. Außerdem wollte ich etwas in Paris finden, und so kam es, dass ich eine so kleine Wohnung gekauft habe", so Loncq gegenüber Business Insider.

Ein Überblick über das Mikroapartment in Paris. - Copyright: Petit Nuage Himi
Ein Überblick über das Mikroapartment in Paris. - Copyright: Petit Nuage Himi

Die Wohnung befindet sich in einem Gebäude aus den 1930er Jahren und war ursprünglich ein "chambre de bonne", also ein Dienstmädchenzimmer. Diese Mikroapartments, die unter den Dächern der Pariser Wohnhäuser liegen, waren ursprünglich als Privatquartiere für Hausangestellte gedacht. Laut einer Studie des Pariser Stadtplanungsamtes ( Le Parisien) gibt es in der Hauptstadt etwa 113.000 chambres de bonnes.

WERBUNG

Das Mikroapartment des Paares befindet sich im 11. Arrondissement von Paris. Hier kosten Wohnungen durchschnittlich 9.637 Euro pro Quadratmeter. Dies geht aus den jüngsten Daten der französischen Immobilien-Website "Seloger.com" vom März hervor. Ähnlich große Zimmer in der Gegend kosten zwischen 48.000 und ungefähr 121000 Euro, wie aus aktiven Angeboten auf der Immobilienplattform Properstar hervorgeht. "Es gibt keine Touristenorte. Diese Gegend ist keine gehobene Wohngegend. Sie wird als Innenstadt von Paris bezeichnet und hat die höchste Bevölkerungsdichte unter den 20 Arrondissements von Paris, was sie zu einem einfachen Ort zum Leben macht", so Masago.

Weniger Unordnung

Das 9-Quadratmeter-Mikroapartment bietet gerade genug Platz für einen Futon, ein Mini-Arbeitszimmer, eine Kochnische und eine Stehdusche. "Die Toilette wird mit anderen Bewohnern auf der gleichen Etage geteilt", so Loncq. Glücklicherweise hatte das Ehepaar nicht so viel Mühe beim Entrümpeln. In Vorbereitung auf Loncqs Umzug nach Japan hatte er bereits die meisten seiner Besitztümer verkauft. Auch Masago hatte sich von vielen Dingen getrennt, bevor sie nach Paris zog. Jetzt ist es für sie eine Selbstverständlichkeit, mit wenigen Dingen zu leben.

Masago erklärt, dass sie und ihr Partner wählerischer geworden sind, wenn es um ihre Einkäufe geht. Sie sagt: "Er sammelt CDs, und ich sammle alte Teller, aber wir kaufen sie nicht mehr einfach nur, weil sie billig sind." Sie denken nicht mehr nur darüber nach, was sie wollen und brauchen. Wodurch sie ein Gefühl von Unbeschwertheit erlangen. Außerdem machen sie sich auch keine Gedanken mehr darüber, was andere denken könnten. "Ich betrachte die Dinge nicht mehr aus der Perspektive eines Außenstehenden," sagt Masago. "Etwa nach dem Motto 'Ich sehe gut aus, wenn ich das besitze'."

Zusätzlicher Stauraum durch einen Doppelboden

Zusätzliche Abstellflächen in der Wohnung. - Copyright: Petite Nuage Himi
Zusätzliche Abstellflächen in der Wohnung. - Copyright: Petite Nuage Himi

Das Mikroapartment hatte anfangs nicht sehr viele Stauraummöglichkeiten. Die meisten Schränke wurden erst eingebaut, als feststand, dass sie zusammenziehen würden. Inspiriert von der japanischen Innenarchitektur, entschied sich das Paar für einen Doppelboden, der den größten Teil der Wohnung einnimmt. Das bedeutete, dass der Bereich unter dem Boden als Stauraum genutzt werden konnte.

Der einzige Teil des Bodens, der nicht erhöht ist, ist eine Stelle am Eingang. Masago erklärt, dass durch den Höhenunterschied zwischen dem Eingangsbereich und dem Rest der Wohnung ein Gefühl der Trennung zwischen den Räumen entsteht. Sie betont, wie diese architektonische Entscheidung die Wahrnehmung des Wohnraums positiv beeinflusst. "Das beseitigt die psychologische Blockade, auf dem Boden zu sitzen", sagte sie. Zusätzlich fügte sie hinzu: "Es fühlt sich wie ein Wohnzimmer an, so dass es keinen Widerstand gegen das Schlafen oder Sitzen auf dem Boden mit einem ausgebreiteten Futon gibt." Sie erwähnte außerdem, dass der Boden der Stehdusche des Paares aufgrund des Gefälles des darunter verlaufenden Abflussrohrs viel höher liege als der Rest der Wohnung.

Zusammengesetztes Bild, das die Kochnische und eine hinter einem Vorhang verborgene Dusche zeigt. - Copyright: Petite Nuage Himi
Zusammengesetztes Bild, das die Kochnische und eine hinter einem Vorhang verborgene Dusche zeigt. - Copyright: Petite Nuage Himi

"Wenn sie keinen erhöhten Boden eingebaut hätten," erklärt sie mit einem Lächeln, "wäre der Höhenunterschied zwischen dem Boden der Dusche und dem Rest des Raumes über einen Meter groß gewesen."

Die Vorteile des Wohnens auf kleinstem Raum

Das Leben in einem Mikroapartment hat aber auch seine Vorteile. "Ich wohne gerne hier, denn da der Raum klein ist, fällt das Sonnenlicht in alle Teile des Zimmers", so Masago. Es ist auch ein Kinderspiel, die Wohnung sauber zu halten. Es gibt nämlich nicht so viele Dinge, die sie reinigen müssen.

Das Leben in dem Mikroapartment war als vorübergehendes Arrangement gedacht. Und das Paar hofft, noch in diesem Jahr auszuziehen, so Loncq. "Wir sind hier länger geblieben, als ich erwartet hatte, weil wir uns hier sehr wohl fühlen", reflektiert er. Weiterhin sagt er: "wir haben uns an die Wohnung gewöhnt, und wenn wir jetzt eine 20-Quadratmeter-Wohnung bekommen, werden wir uns wie in einem Palast fühlen. Was würden wir mit all dem Platz anfangen?"

Lest den Originalartikel auf Business Insider