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Orange Mythen: Die Legende hinter der Karotte

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.
So kennt und liebt man sie: Karotten im klassischen Look. (Symbolbild: Getty)
So kennt und liebt man sie: Karotten im klassischen Look. (Symbolbild: Getty)

Karotten sind orangefarben, das weiß jedes Kind. Doch war das eigentlich schon immer so? Und was hat das mit dem niederländischen Königshaus zu tun?

Wer schon einmal eine Biokiste bestellt hat, weiß vielleicht, dass es Karotten in verschiedensten Variationen gibt. Das Farbspektrum reicht von fahlem weiß über dunkles lila bis hin zu den bei Kindern eher unbeliebten schwarzen Möhren. Und doch ist die im Supermarkt und in der Vorstellung der meisten Menschen dominante Farbe ganz klar: Orange. Das war nicht immer so, darüber ist sich die Forschung ziemlich einig. Noch vor ein paar Jahrhunderten waren die meisten Karotten lila oder gelblich. In dieser Farbgebung wurden sie aus ihren heimischen Gebieten in Zentralasien nach Europa gebracht.

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Dort angekommen gab es aber eine entscheidende Wende. Und diese ist mythenumrankt. Denn die ersten Bauern, die orangene Karotten züchteten, waren im 17. Jahrhundert Landwirte in den Niederlanden. Als Beweis dienen Gemälde, die das Gemüse in neuer Farbpracht zeigen. Das Orange entsteht durch einen Carotinüberschuss, den die niederländischen Sorten Horn und Long aufweisen. Mittlerweile stammen ein Großteil aller erhältlichen Karotten von diesen beiden Sorten ab.

Symbol der Unabhängigkeit?

Dem Mythos zufolge wollten die treuen Landwirte mit der Kreation den Sieg Wilhelms von Oranien über die Spanier im Unabhängigkeitskrieg feiern. Im 18. Jahrhundert wurden die Karotten zum Konfliktgegenstand des neuen Patriotismus. Die Farbe orange galt als königstreu, nachdem die patriotische Bewegung den Nachfolger Wilhelms aus Den Haag vertrieben hatte. Wer das Gemüse allzu öffentlich verkaufte, machte sich verdächtig, die Monarchie zu unterstützen. Auch im zweiten Weltkrieg sollen den Niederländern angeblich Karotten dazu gedient haben, ihre Loyalität zur Königsfamilien während der deutschen Besetzung zu demonstrieren.

Bei niederländischen Fußballfans immer noch sehr beliebt: Der orangene Karottenschmuck. (Bild: REUTERS/Srdjan Zivulovic)
Bei niederländischen Fußballfans immer noch sehr beliebt: Der orangene Karottenschmuck. (Bild: REUTERS/Srdjan Zivulovic)

Dieser romantisch-nationalistischen Vorstellung widerspricht das "World Carrot Museum" (ja, das gibt es wirklich) vehement. Dort nennt man den Ursprung der Karotte als Zeichen der Königsverehrung sehr zweifelhaft und "ein von Historikern erdachtes Märchen", wie die Washington Times berichtete. Warum die Bauern diese neue Züchtung wirklich kreierten, ist im Nebel der Legendenbildung untergegangen. Bis heute aber ist die orangene Karotte in den Niederlanden oft als touristisches Motiv und an Kostümen am Nationalfeiertag zu finden.

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