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Opposition sieht bei Wirecard ‘Wagenburgmentalität’ am Werk

·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Die zuständigen deutschen Behörden haben es systematisch und kollektiv versäumt, den Skandal um den gescheiterten Zahlungsdienstleister Wirecard AG aufzudecken, obwohl es schon früh Hinweise auf Fehlverhalten gab. So lautet das Fazit von FDP, Grünen und Die Linke im Wirecard-Untersuchungsausschuss, die am Montag ihren 675 Seiten langen Abschlussbericht vorlegten.

“Der Wirecard-Skandal ist viel mehr als ein Bilanzskandal”, stellt der Bericht fest. Eine Reihe von Behörden einschließlich des Finanzministeriums unter Olaf Scholz, der Finanzaufsicht Bafin und der Geldwäschestelle FIU hätten weggeschaut.

“Es geht um den größten Börsen- und Finanzskandal der Nachkriegszeit, der durch kollektives Aufsichtsversagen, deutsche Wagenburgmentalität gegenüber Nicht-Deutschen sowie ein politisches Netzwerk und die Sehnsucht nach einem digitalen nationalen Champion und dessen Markteintritt in China ermöglicht wurde”, heißt es in dem Bericht.

Für den Obmann der FDP im Ausschuss, Florian Toncar, steht fest, dass Bafin und Staatsanwaltschaft “den Betrug nicht nur nicht aufgedeckt, sondern aktiv auf der falschen Seite zugunsten von Wirecard interveniert” haben. Toncar verwies auf Versuche, Journalisten strafrechtlich zu verfolgen, die zu Wirecard recherchierten.

Lisa Paus von den Grünen meint, dass der Skandal “kein Betriebsunfall, sondern nur eine Frage der Zeit” war. “Eine laxe Aufsicht ist ein Standortnachteil, den Deutschland sich nicht länger leisten kann.”

Weiterlesen: Kukies hat Bafins Gangart bei Wirecard explizit unterstützt

Überschrift des Artikels im Original:German ‘Siege Mentality’ Blamed for Failures in Wirecard Scandal

(Wiederholung vom Vortag)

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