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Online-Abstimmung: Mogelpackung des Jahres 2019

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Ihre Stimme zählt: Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht die „Mogelpackung des Jahres 2019“. Zur Wahl stehen fünf Kandidaten, bei denen Preiserhöhungen im vergangenen Jahr besonders raffiniert durchgesetzt wurden.

So manche versteckte Preiserhöhung sorgte bei Verbrauchern auch im Jahr 2019 für Kopfschütteln. Doch wer hat am meisten geschummelt? Das sollen Sie entscheiden. Per Online-Abstimmung wird ein Produkt zur „Mogelpackung des Jahres 2019“ gekürt.

Fünf Kandidaten stehen für den Negativpreis zur Wahl. Nominiert sind:

Die Kandidaten für den Negativ-Preis "Mogelpackung des Jahres 2019". (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Kandidat 1: »Rama Unser Meisterstück« von Upfield

Die (angeblich) neue Margarine wird im kleineren Becher mit 350 statt 500 Gramm verkauft und ist dadurch bei gleichem Preis bis zu 43 Prozent teurer als andere Aufstriche von Rama. Die neue Rama-Sorte hat eine „hochwertige Rezeptur“ und  „ist unsere Premium-Margarine, eben unser Meisterstück“, erklärte der Hersteller Upfield gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg den höheren Preis. Doch die Rezeptur der Margarine scheint gar nicht so meisterhaft neu zu sein wie vom Hersteller versprochen, glauben die Verbraucherschützer. Sie sei quasi identisch mit der alten Sorte „Rama mit Buttermilch“. Vergleiche man die Preise dieser beiden Produkte, sei die neue Margarine nicht nur 43 Prozent, sondern sogar 61 Prozent teurer.

Kandidat 2: »Milka Darkmilk« von Mondelez

Die 2019 neu eingeführte Schokolade ist nur 85 Gramm schwer, sieht aber aus wie eine Standardtafel mit 100 Gramm. Denn der Hersteller beließ es beim alten Format, machte die Tafeln aber dünner. Weil sie nicht weniger kostet, ist die Darkmilk Schokolade bis zu 18 Prozent teurer als viele andere Milka-Schokoladen. Die Angabe zur Füllmenge ist gut versteckt auf der Rückseite der Verpackung, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Kandidat 3: »Mirácoli« von Mars

Bei diesem Produkt ist in 2019 plötzlich der Käse aus der Packung verschwunden. Doch damit nicht genug, der Hersteller füllt auch noch einen Klecks Tomatensauce sowie eine Prise Würzmischung weniger ab. Verkauft wird das Produkt aber zum alten Preis. Gegenüber der Verbraucherzentrale begründete Mars den Schritt wie folgt: „Unsere Konsumenten hatten ein gespaltenes Verhältnis zum Pamesello-Käse, der in unseren Mirácoli® Pasta-Gerichten enthalten war. Damit jeder Kunde selbst entscheiden kann, ob er Käse zu seinem Pastagericht essen möchte, gibt es die Pastagerichte ohne zusätzlichen Käse. Zudem beugen wir dadurch unnötiges Wegschmeißen vor.“

Kandidat 4: »Frosties« von Kellogg

Die Füllmenge seiner Cerialien hat Kellog von 375 auf 330 Gramm reduziert. Bei gleichbleibendem Verkaufspreis entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 14 Prozent. Auch andere Cerealien-Produkte sind davon betroffen. „Die Größe der Kartons hat sich nicht verändert, sodass nun noch mehr Luft in den übergroßen Umverpackungen steckt“, so die Verbraucherschützer.

Kandidat 5: »Bio Direktsaft Karotte« von Hipp

Hipp sorgte im vergangenen Jahr für eine der größten Preiserhöhungen in der 15-jährigen Geschichte der Mogelpackungsliste: Der Inhalt der Einwegglasflasche mit Bio-Karottensaft schrumpfte von 500 auf 330 Milliliter. Darüber hinaus stieg der Verkaufspreis für das Getränk im Handel zusätzlich an. Unterm Strich führte diese „doppelte Preiserhöhung“ zu einem drastischen Preisanstieg von bis zu 115 Prozent.

„Mogelpackungen durch versteckte Preiserhöhungen sind leider gang und gäbe in deutschen Supermärkten. Verbraucher werden mit dieser Masche ausgetrickst, denn die Pflichtangaben zum Inhalt sind oft nur im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung zu finden. Freiwillige Hinweise zu verringerten Inhaltsmengen sucht man vergebens“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Durch den stetig schrumpfenden Inhalt der Produkte entstünde außerdem immer mehr Verpackungsmüll. „Auch der Handel mischt bei den versteckten Preiserhöhungen kräftig mit. Die Supermärkte legen schlussendlich fest, zu welchem Preis ein Produkt über die Ladentheke geht. Eine Win-win-Situation für Händler und Hersteller auf Kosten der Verbraucher.“

Hier geht’s zur Abstimmung

Ihre Stimme zählt! Bis zum 20. Januar 2020 (16 Uhr) läuft die Online-Wahl der Verbraucherzentrale Hamburg. Machen Sie mit bei der Vergabe des Negativ-Preises! Hier geht es zur Abstimmung.