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OFFIZIELLE KORREKTUR/Ballons über Deutschland:Wetterdaten sammeln oder Spionage?

(6. Absatz, 2. Satz: Die Bundeswehr hat ihre Angaben korrigiert.)

BERLIN (dpa-AFX) - Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) steigen jährlich rund 15 000 unbemannte Ballons über Deutschland in die Luft. Etwa die Hälfte von ihnen seien Wetterballons des Deutschen Wetterdienstes (DWD), teilte der DWD auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Dabei sei der Begriff Wetterballon eigentlich falsch, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Denn der mit Helium gefüllte Ballon sei nur dafür da, um eine Radiosonde in die Stratosphäre zu transportieren. Das mit einem Seil befestigte Messgerät, das etwa so groß und schwer wie ein Smartphone sei, funke Messwerte wie Lufttemperatur und -feuchtigkeit an eine Wetterstation am Boden.

Zweimal täglich, um 10.45 und 22.45 Uhr, stiegen die Ballons mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 Kilometern pro Stunde in die Höhe. Am Boden seien die dehnbaren Ballons drei bis fünf Meter hoch, am höchsten Punkt bis zu 40 Meter. Nach etwa anderthalb Stunden, in einer Höhe von rund 30 Kilometern, platze der dünne Latex-Ballon. Ein Fallschirm entfalte sich und die Sonde fliege in ebenfalls etwa anderthalb Stunden zu Boden. Auch die Latex-Fetzen landen auf der Erde. Einer von rund 20 täglichen Flügen kostet nach Angaben des DWD rund 250 Euro.

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Die Sonde werde dann nicht mehr gebraucht und bleibe dort liegen, wo sie landet. Je nach Stärke der Windgeschwindigkeit bei Auf- oder Abstieg könne sie vom Startort bis zum Landepunkt eine Strecke von bis zu 300 Kilometern zurücklegen. Häufig sammelten Luftfahrt-Fans und Geocacher die Sonden ein, um sie mit nach Hause zu nehmen, sagte Friedrich.

Der DFS ist nach eigenen Angaben von den Wetter- und Forschungsballons wenig bekannt. Sie flögen deutlich höher als Flugzeuge und bräuchten somit keine Freigabe. Ein großer Teil der Ballons im deutschen Luftraum seien bestimmte Kinderballons, etwa von Geburtstagsfeiern.

Doch sind wirklich alle Ballons harmlos? Der Geoinformationsdienst der Bundeswehr setzt nach eigenen Angaben Ballons ein, um Wetterdaten zu sammeln oder die Flugbahn ballistischer Geschosse zu berechnen. Ballons zu militärischen Zwecken gebe es nicht, sagte ein Sprecher. Nach Kenntnis der Bundeswehr befänden sich auch keine fremden militärischen Ballons, zum Beispiel Spionageballons, über Deutschland.

Die Bundeswehr könne einen Ballon, sollte er eine militärische Bedrohung darstellen, nach rechtlicher Freigabe abschießen, sagte der Sprecher. Ob ein Ballon eine militärische Bedrohung darstellt, entscheide die Nato.