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Neuer Porsche? Hoffentlich steigt auch Ihr Bonus: Chris Bryant

(Bloomberg) -- Ich habe eine schlechte Nachricht für alle, die ihr Geld für einen neuen Porsche 911 ausgeben wollen. Wenn Sie heute einen bestellen, steht er wahrscheinlich erst in mehr als einem Jahr in Ihrer Garage, denn die Auftragsbücher der Stuttgarter sind voll.

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Bei einer derart starken Nachfrage ist es kein Wunder, dass Porsche zuversichtlich ist, in diesem Sommer “signifikante” Preiserhöhungen durchsetzen zu können. Dies geht aus der Präsentation der Jahresergebnisse vom Montag hervor, der ersten seit dem Riesen-Börsengang im September.

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Dies ist der jüngste Beweis dafür, dass Premium-Autohersteller eine weitaus größere Preissetzungsmacht haben, als den Anlegern bewusst ist. Und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass steigende Zinsen oder Rezessionssorgen den Gewinnmotor abwürgen könnten.

Wie die Konkurrenz hat auch Porsche der Produktion seiner teuersten Modelle Priorität eingeräumt, seit die Pandemie und der Einmarsch Russlands in der Ukraine die Lieferketten durcheinander gebracht haben. Die wohlhabende Kundschaft musste tiefer in die Tasche greifen, um ein Fahrzeug zu erwerben: Der Durchschnittserlös pro verkauftem Auto ist seit 2019 um etwa ein Fünftel auf 112.000 Euro gestiegen.

Zusammen mit den Vorteilen des starken Dollars hat dies die höheren Rohstoffkosten mehr als ausgeglichen und so dazu beigetragen, dass die operative Gewinnmarge des Konzerns im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte auf 18% gestiegen ist.

Preisgestaltung und Mix — Branchenjargon für die verkauften Fahrzeugtypen — werden entscheidend sein, um das Ziel zu erreichen, die Margen in den kommenden Jahren weiter auf 20% zu steigern. Barclays prognostiziert, dass der Umsatz von Porsche pro Fahrzeug bis 2025 auf 132.700 Euro steigen wird. Autsch.

Auch wenn man meinen könnte, dass 112.000 Euro viel Geld sind, hat Porsche die Preise im Vergleich zu einigen Konkurrenten eher zurückhaltend gestaltet: Der durchschnittliche Umsatz pro Fahrzeug der Mercedes-Benz Group AG ist seit 2019 um 43% gestiegen. Und im Vergleich zu Ferrari NV, deren Fahrzeuge im Durchschnitt für mehr als 320.000 Euro verkauft werden, könnte man einen Porsche für ein Schnäppchen halten.

Glücklicherweise kann Porsche aus Sicht der Investoren (wenn auch nicht aus Sicht der Kunden) mehrere Hebel in Bewegung setzen, um den Durchschnittspreis pro Fahrzeug zu erhöhen.

Neben der Erhöhung der Grundpreise bietet die Hinführung der Kunden zu höher ausgestatteten GT- und Sondermodellen zusätzliches Preispotenzial. Eine Porsche-Ausführung der Spitzenklasse kostet in der Regel mehr als das Doppelte der Einstiegsversion, und Optionen und individuelle Anpassungen können den Preis noch weiter in die Höhe treiben. Sie möchten die Sicherheitsgurte Ihres 911er in “Trüffelbraun”? Selbstverständlich — aber das wird nicht billig.

Während Tesla die Preise gesenkt hat, wird ein Elektro-Porsche im Vergleich zur Version mit Verbrennungsmotor kein Schnäppchen sein. Das Management erklärte, dass die Preise der kommenden Elektro-SUVs Macan und Cayenne sowie des Sportwagens 718 um 10%-15% angehoben werden sollen. Damit soll sichergestellt werden, dass Porsche bei der Elektrifizierung seiner Modellpalette über den beeindruckenden Taycan hinaus hochprofitabel bleibt.

Die Zuffenhausener wollen auch einen großen elektrischen Luxus-SUV auf den Markt bringen, der preislich über dem Macan und dem Cayenne angesiedelt ist, auch wenn dies erst in einigen Jahren der Fall sein wird. Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass es bereits genug riesige SUVs auf den Straßen gibt — ob elektrisch oder nicht —, habe ich keinen Zweifel daran, dass der Taycan ein Hit bei den amerikanischen und chinesischen Kunden sein wird.

Porsches umstrittene Lobbyarbeit zur Förderung synthetischer Kraftstoffe und zur Verhinderung eines völligen Verbots von Verbrennungsmotoren in der Europäischen Union im Jahr 2035 dürfte die Preisgestaltung ebenfalls stärken, indem sie den 911-Kunden Gewissheit gibt, dass ihre Fahrzeuge eine Zukunft haben.

Ein Premium-Produkt muss jedoch makellos sein, wenn anspruchsvolle Kunden bereit sein sollen, mehr zu zahlen. Porsche hat in dieser Hinsicht noch einiges zu tun, denn die Markteinführung des elektrischen Macan wurde auf nächstes Jahr verschoben, um Probleme mit der Software des Mutterkonzerns Volkswagen AG zu beheben.

Den Anlegern ist die Preissetzungsmacht von Porsche nicht gänzlich verborgen geblieben — die Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden Euro übersteigt die von VW bei weitem. Mit dem fast 20-fachen der geschätzten Gewinne erzielen die Aktien einen deutlichen Aufschlag auf Mercedes, liegen aber weit hinter Ferrari, das mit dem 39-fachen der geschätzten Gewinne gehandelt wird.

Um diese Bewertungslücke zu schließen, muss Porsche zeigen, dass es mehr vom Geld seiner leidenschaftlichen Kunden abschöpfen kann. Nach der Präsentation von dieser Woche zu urteilen, sollte das kein Problem sein.

Überschrift des Artikels im Original:For Your Next Porsche, You’ll Need a Bigger Bonus: Chris Bryant

(Wiederholung von Dienstag.)

©2023 Bloomberg L.P.