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Das sind die neuen EU-Kommissare

Nach der Bestätigung durch das Europaparlament geht die neue EU-Kommission heute an die Arbeit. Außenpolitik, Klimaschutz, Handel – wer in von der Leyens Team welche Aufgabe übernimmt.

Die CDU-Politikerin ist die neue Präsidentin der EU-Kommission. Foto: dpa

Die neue EU-Kommission rund um die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen steht, mit einer kleinen Ausnahme: Großbritannien hat noch keinen neuen EU-Kommissar nominiert und teilte mit, das auch nicht vor den Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich am 12. Dezember nachzuholen.

Diese 27 Politiker werden in den kommenden fünf Jahren die Geschicke der EU prägen. Das ist die neue EU-Kommission:

Ursula von der Leyen: Präsidentin der EU-Kommission (Christdemokraten)

Nach einigem Hin und Her wurde Ursula von der Leyen im Juli vom Europaparlament als neue Präsidentin der EU-Kommission bestätigt. Sie hatte vorher in Deutschland als Verteidigungsministerin, Bundesministerin für Familie und Soziales und zuvor als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits einige bedeutende Posten inne. Bevor sie hohe Ämter auf Bundesebene bekleidete, war die promovierte Ärztin in der Landespolitik der CDU in Niedersachsen aktiv. Sie ist die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission.

Frans Timmermans: Exekutiver Vizepräsident / Klimaschutz (Sozialdemokraten)

Seit dem Jahr 2014 ist Frans Timmermans Stellvertreter der Präsidenten der EU-Kommission, und er wird dieses Amt auch unter Ursula von der Leyen behalten. Er war bei der Europawahl der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, erhielt aber keine Mehrheit. Vor seinem Engagement in der EU-Kommission war er Außenminister der Niederlande. Sein Arbeitsbereich ist der „Grüne Deal“, der zum Ziel hat, Europa klimaneutral zu machen.

Josep Borrell: Vizepräsident / Beauftragter für Außen- und Sicherheitspolitik (Sozialdemokraten)

Derzeit ist Josep Borrell Außenminister von Spanien. Er kennt sich aber in Brüssel aus, da er von 2004 bis 2007 Präsident des Europaparlaments war. Der PSC-Politiker soll nun die Interessen der EU nach außen vertreten und auch dafür sorgen, dass sie geschlossener auftritt.

Valdis Dombrovskis: Exekutiver Vizepräsident / Wirtschaft und Soziales / Finanzdienstleistungen (Christdemokraten)

Bereits unter Jean-Claude Juncker war Valdis Dombrovskis einer der sechs Vizepräsidenten. Außerdem war er von 2009 bis 2013 Ministerpräsident von Lettland. Er wird sich künftig um das europäische Finanzwesen und um die Arbeiten für die Wirtschaft im Dienste der Menschen kümmern.

Vera Jourova: Vizepräsidentin / Grundwerte und Transparenz (Liberale)

Auch Vera Jourova hatte bereits unter Jean-Claude Juncker als Justizkommissarin eine Funktion in der EU-Kommission inne. In dieser war sie auch an der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) maßgebend beteiligt. Jetzt wird sie überwachen, ob in allen EU-Mitgliedstaaten die Grundwerte eingehalten werden.

Margaritis Schinas: Vizepräsident / Fördern, was Europa ausmacht (Christdemokraten)

Margaritis Schinas arbeitet bereits seit 1990 für die EU-Kommission. Der Grieche war von 2007 bis 2009 Abgeordneter der NP im Europaparlament. Unter Jean-Claude Juncker war er Sprecher der EU-Kommission. Nun wird er für den Bereich „Promoting our European Way of Life“ verantwortlich sein. Darunter fällt auch, die Aufgaben des Migrationskommissars zu übernehmen.

Maros Sefcovic: Vizepräsident / Interinstitutionelle Beziehungen und Vorausschau (parteilos)

Den Titel als Vizepräsident der EU-Kommission hat der Slowake bereits seit dem Jahr 2009 inne. Vor seinem neuesten Aufgabengebiet war er für Bildung und Kultur, institutionelle Beziehungen und anschließend für Energie zuständig. Nun ist er für die Koordination der Kommissionsorgane verantwortlich.

Margrethe Vestager: Exekutive Vizepräsidentin / Digitalisierung (Liberale)

Margrethe Vestager ist eine der bekanntesten Politikerinnen der EU-Kommission. Auch die Dänin wollte an die Spitze der EU-Kommission, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zuvor war Vestager Wettbewerbskommissarin und legte sich nicht selten mit großen Unternehmen wie Google und Apple an. Nun wird sie den Bereich der Digitalisierung leiten, in den beispielsweise auch der Kampf gegen Cyberkriminalität fällt.

Kadri Simson: Energie (Liberale)

Kadri Simson wechselte erst im April 2019 nach Brüssel. Zuvor war sie seit 2016 Ministerin für Wirtschaft und Infrastruktur in Estland. Ihr fällt mit der Energie ein wichtiges Themengebiet zu. Im Unterschied zu ihrem Heimatland Estland hatte Simson sich klar zu dem Ziel einer klimaneutralen EU bekannt.

Thierry Breton: Binnenmarkt / Verteidigungsindustrie und Raumfahrt (parteilos)

Thierry Breton war von 2005 bis 2007 französischer Wirtschafts- und Finanzminister. Zu dem Amt in der EU-Kommission kam er, da die zuerst von Emmanuel Macron vorgeschlagene Kandidatin – Sylvie Goulard – von den EU-Abgeordneten abgelehnt worden war. Neben Projekten, die den Binnenmarkt betreffen, wird Breton für die Generaldirektion Verteidigungsindustrie und Raumfahrt zuständig sein.

Johannes Hahn: Haushalt und Verwaltung (Christdemokraten)

Der ÖVP-Politiker geht bereits in seine dritte Amtszeit und ist der erfahrenste Politiker in der EU-Kommission. Zuletzt war er für die europäische Nachbarschaftspolitik und auch Erweiterungsverhandlungen zuständig. Nun wird der Österreicher das Geld der EU verwalten, wozu auch gehört, die Haushaltspläne der Kommission aufzustellen.

Didier Reynders: Justiz (Liberale)

Didier Reynders hat vor seinem neuen Amt in der EU-Kommission bereits in seinem Land Belgien als Außen- und Finanzminister Ämter gehabt. Nun wird der Jurist für die europäische Justizpolitik zuständig sein.

Phil Hogan: Handel (Christdemokraten)

Vor seinem neuen Aufgabengebiet fungierte Phil Hogan seit 2014 als Agrarkommissar. Bereits mit 28 Jahren war er Abgeordneter für die Fine Gael in Irland. Nun wird er für den Handel mit Nicht-EU-Ländern verantwortlich sein.

Marija Gabriel: Innovation und Jugend (Christdemokraten)

Marija Gabriel ist seit 2017 Mitglied der EU-Kommission, wobei sie zuletzt für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständig war. Von 2009 bis 2017 saß sie für acht Jahre im Europaparlament.

Teil ihrer neuen Aufgabe wird die Vergabe von Geldern für Forschungs- und Wissenschaftsprojekte sein.

Jutta Urpilainen: Internationale Partnerschaften (Sozialdemokraten)

Jutta Urpilainen war in Finnland Vorsitzende der SDP und außerdem Finanzministerin. Nun wird sie für die Entwicklungspolitik der EU und dadurch für die Umsetzung der „Agenda 2030“ verantwortlich sein.

Virginijus Sinkevicius: Umwelt und Ozeane (Grüne)

Virginijus Sinkevicius ist seit Ende 2017 litauischer Wirtschafts- und Innovationsminister, nachdem er zuvor bereits seit seinem 26. Lebensjahr dem Parlament angehört hat. Nun wird er die Umweltpolitik der Europäischen Union verantworten.

Dubravka Suica: Demokratie und Demografie (Christdemokraten)

Dubravka Suica vertrat die konservative HDZ im Parlament von Kroatien und war von 2001 bis 2009 Bürgermeisterin von Dubrovnik. Sie sitzt seit 2013 im EU-Parlament. Nun fallen die Themen Demokratie und Demografie in ihren Bereich.

Janusz Wojciechowski: Landwirtschaft (PiS – Europäische Konservative und Reformer)

Janusz Wojciechowski saß von 2004 bis 2016 im Europaparlament und war anschließend Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. Der Pole ist nun für die Agrarpolitik zuständig.

Helena Dalli: Gleichstellung (Sozialdemokraten)

Die promovierte Soziologin wurde bereits 1990 in das Parlament von Malta gewählt. 2013 wurde Helena Dalli Ministerin für sozialen Dialog, Bürgerrechte und Verbraucherangelegenheiten. Danach wurde sie 2017 Ministerin für EU-Angelegenheiten und Gleichberechtigung. Nun wird sie sich für Gleichberechtigung einsetzen und Diskriminierung entgegenwirken.

Oliver Varhelyi: Nachbarschaft und Erweiterung (parteilos)

Aktuell ist Oliver Varhelyi der ständige Vertreter seines Landes Ungarn bei der EU. Schon bei den Beitrittsverhandlungen Ungarns mit der Europäischen Union war er dabei. Nun soll er die Beziehungen zu den Nachbarstaaten pflegen, besonders zu den unmittelbaren Nachbarn im Süden und Osten.

Elisa Ferreira: Kohäsion und Reformen (Sozialdemokraten)

Elisa Ferreira saß von 2004 bis 2016 im Europäischen Parlament und wurde anschließend Vizepräsidentin der portugiesischen Zentralbank. Jetzt fällt in ihren Aufgabenbereich die regionale Investitionspolitik.

Janez Lenarcic: Krisenmanagement (parteilos)

Derzeit ist Janez Lenarcic Botschafter von Slowenien bei der EU. Zuvor war er Diplomat. In seiner Funktion als EU-Kommissar soll er dafür Sorge tragen, dass Menschen nach Naturkatastrophen und anderen Krisen versorgt werden.

Ylva Johansson: Inneres (Sozialdemokraten)

Ylva Johansson war vor ihrer Nominierung als EU-Kommissarin seit 2014 schwedische Arbeitsministerin. Zuvor war sie von 2004 bis 2006 Wohlfahrtsministerin und saß anschließend im schwedischen Reichstag. Zu den Aufgaben der Schwedin gehören Migration, Asyl und innere Sicherheit.

Paolo Gentiloni: Wirtschaft (Sozialdemokraten)

Zwischen 2016 und 2018 war Paolo Gentiloni Regierungschef von Italien. Davor war er seit 2001 Teil der Abgeordnetenkammer und später Kommunikations- sowie Außenminister. Nun soll er sich um das Wachstum im Wirtschaftsraum der EU kümmern.

Adina Valean: Verkehr (Nationalliberale / Europäische Volkspartei)

Die Rumänin war von 2014 bis 2017 eine Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Ihren neuen Posten als EU-Kommissarin verdankt sie der Ablehnung der ersten Kandidatin. Eine ihrer Aufgaben als EU-Kommissarin für Verkehr wird die Verringerung der Treibhausgasemissionen sein.

Nicolas Schmit: Arbeitsplätze (Sozialdemokraten)

Der Luxemburger war ab 2004 Minister für auswärtige Angelegenheiten, Arbeit und Immigration sowie Sozialwirtschaft. Zuvor hatte er als Botschafter seines Landes bei der EU bereits einen Berührungspunkt mit der Europäischen Union. Seit Juli 2019 sitzt er im Europaparlament. Nun fällt alles rund um Arbeitsplätze in seinen Aufgabenbereich.

Stella Kyriakides: Gesundheit (Christdemokraten)

Stella Kyriakides ist derzeit Vorsitzende der Delegation von Zypern beim Europarat. Bereits 2006 war sie erstmals in das Parlament ihres Landes gewählt worden. Nun wird sie für das öffentliche Gesundheitswesen und die Lebensmittelsicherheit in der Europäischen Union verantwortlich sein.

Das sind die neuen EU-Kommissare

Name Funktion in der neuen EU-Kommission Land Partei
Ursula von der Leyen Präsidentin Deutschland Christdemokraten
Frans Timmermans Exekutiver Vizepräsident / Klimaschutz Niederlande Sozialdemokraten
Josep Borrell Vizepräsident / Beauftragter für Außen- und Sicherheitspolitik Spanien Sozialdemokraten
Valdis Dombrovskis Exekutiver Vizepräsident / Wirtschaft und Soziales / Finanzdienstleistungen Lettland Christdemokraten
Vera Jourova Vizepräsidentin / Grundwerte und Transparenz Tschechien Liberale
Margaritis Schinas Vizepräsident / Fördern, was Europa ausmacht Griechenland Christdemokraten
Maros Sefcovic Vizepräsident / Interinstitutionelle Beziehungen und Vorausschau Slowakei parteilos
Margrethe Vestager Exekutive Vizepräsidentin / Digitalisierung Dänemark Liberale
Kadri Simson Energie Estland Liberale
Thierry Breton Binnenmarkt / Verteidigungsindustrie und Raumfahrt Frankreich parteilos
Johannes Hahn Haushalt und Verwaltung Österreich Christdemokraten
Didier Reynders Justiz Belgien Liberale
Phil Hogan Handel Irland Christdemokraten
Marija Gabriel Innovation und Jugend Bulgarien Christdemokraten
Jutta Urpilainen Internationale Partnerschaften Finnland Sozialdemokraten
Virginijus Sinkevicius Umwelt und Ozeane Litauen Grüne
Dubravka Suica Demokratie und Demografie Kroatien Christdemokraten
Janusz Wojciechowski Landwirtschaft Polen PiS – Europäische Konservative und Reformer
Helena Dalli Gleichstellung Malta Sozialdemokraten
Oliver Varhelyi Nachbarschaft und Erweiterung Ungarn parteilos
Elisa Ferreira Kohäsion und Reformen Portugal Sozialdemokraten
Janez Lenarcic Krisenmanagement Slowenien parteilos
Ylva Johansson Inneres Schweden Sozialdemokraten
Paolo Gentiloni Wirtschaft Italien Sozialdemokraten
Adina Valean Verkehr Rumänien Nationalliberale / Europäische Volkspartei
Nicolas Schmit Arbeitsplätze Luxemburg Sozialdemokraten
Stella Kyriakides Gesundheit Zypern Christdemokraten

Die Außenpolitik liegt künftig im Aufgabenbereich des Spaniers. Foto: dpa
Der Lette wird EU-Kommissar für Wirtschaft. Foto: dpa
Er kann auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Foto: dpa
Reynders war seit Ende 2011 belgischer Außenminister. Foto: dpa
Gabriel folgte im Juli 2017 auf Günther Oettinger als EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft.   Foto: dpa
Er war seit 2015 Leiter der Botschaft Ungarns bei der Europäischen Union. Foto: dpa
Kyriakides zog im Jahr 2006 erstmals in das zypriotische Parlament ein. Foto: dpa