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Negativzinsen: Was machen mit dem Ersparten?

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Immer mehr Banken verlangen von ihren Kunden Negativzinsen. An Sparen ist da nicht zu denken. Nicht nur die Deutschen horten ihr Geld daher lieber auf altmodische Weise.

In Zeiten der Niedrigzinspolitik ist das Sparschwein wieder gefragt. (Bild: Getty Images)

Schlechte Zeiten für Sparer. Von den Banken bekommen sie für ihr Geld schon lange keine Zinsen mehr. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, der Trend geht Richtung Negativzinsen. Bisher galten diese ab einem bestimmten Betrag. Doch die Hürden fallen. Als erste Bank in Deutschland erhebt die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck bei München von ihren Neukunden bereits ab dem ersten Euro Negativzinsen auf die Tagesgeldkonten, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf das Finanzportal Biallo.de berichtet. Weitere Banken erwägen diesen Schritt, darunter die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Sparen ist teuer

Laut dem Genossenschaftsverband Bayern wollen Banken mit der Negativzins-Politik Neukunden abschrecken. Die Folge dieser Entwicklung ist aber, dass auch immer mehr Bestandskunden ihr Geld lieber nicht auf Bankkonto oder Sparbuch verwahren. Gefragt sind wieder altmodische Sparmethoden. Die Kassen klingen also wieder in den Schubladen und Spardosen – und das Kopfkissen fühlt sich immer härter an. Laut der Bundesbank haben die Deutschen Banknoten im Wert von 234,8 Milliarden Euro zu Hause gelagert.

Tendenz steigend, denn die Nachfrage nach Bargeld wird immer größer. Schon heute habe die Bundesbank Geldscheine im Wert von 726 Milliarden Euro im Umlauf, schreibt Bild. Hinzu kämen 29,7 Milliarden Euro an Münzgeld. Zur Benennung der Ursache zitiert das Blatt den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler: "Bürger und Unternehmen horten immer mehr Bargeld, weil sie die Enteignung durch die Negativzinsen fürchten. Ohne eine wirkliche Zinswende ist dies erst der Anfang."

Der Trend ist kein deutsches Phänomen. Im gesamten EU-Raum sei der Bargeldumlauf in den letzten Jahren gestiegen, wie es weiter in der Bild heißt. Hier würden derzeit 1.253 Milliarden Euro Scheine und Münzen zirkulieren. Vor zehn Jahren waren es noch 806 Milliarden Euro.