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Ministerien spenden Personal für Gesundheitsämter

·Lesedauer: 2 Min.

Weil die Gesundheitsämter überlastet sind, sollen Mitarbeiter aus Ministerien und dem Kanzleramt bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Besonders die Beschäftigten im Finanzministerium wollen ein „Containment Scout“ sein.

Beim Gesundheitsamt herrscht großer Bedarf nach Unterstützung. Foto: dpa
Beim Gesundheitsamt herrscht großer Bedarf nach Unterstützung. Foto: dpa

Die kommunalen Gesundheitsämter werden bei der Kontaktverfolgung von Infizierten nun von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Bundesministerien und dem Kanzleramt unterstützt. In einem Rundschreiben wurden die Beamten und Angestellten aufgefordert, sich freiwillig als „Containment Scouts“ zu melden: Jeder aus der Bundesverwaltung solle „die Möglichkeit haben, zu helfen“, heißt es darin. „Personalkollekte“ heißt diese temporäre Arbeitskräftespende, die es etwa auch 2015 während der Flüchtlingskrise zur Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gab.

Wer sich zu dem Telefondienst als „Containment Scout“ berufen fühlt, wird für sechs Wochen bis maximal drei Monate abgeordnet – das Interesse daran ist in den Ministerien jedoch unterschiedlich groß, wie eine exklusive Umfrage der WirtschaftsWoche zeigt.

Besonders motiviert für den Einsatz sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Finanzministerium, wo sich aus dem gesamten Geschäftsbereich von Minister Olaf Scholz (SPD) rund 380 Beschäftigte als Scouts gemeldet haben. Es folgt das Verkehrsministerium mit insgesamt 188 Mitarbeitern, im Landwirtschaftsministerium haben rund 70 Beschäftigte Interesse am Einsatz als Scout, im Arbeitsministerium sind es mehr als 50 Bedienstete.

Weiter beteiligen sich das Wirtschaftsministerium (bisher 29 Interessenten), das Familienministerium (16), das Umweltministerium (13), das Justizministerium (6), das Forschungs- und Innenministerium (je 5), das Auswärtige Amt (4) und das Entwicklungshilfeministerium (1).

Auch das Kanzleramt macht bei der „Personalkollekte“ mit, 22 Beschäftigte haben sich hier als Scouts gemeldet. Das Gesundheitsministerium wiederum beteiligt sich nicht an der temporären Personalspende, da die Ressourcen dort „vollständig ausgelastet“ seien mit der Pandemie-Bekämpfung, sagte eine Sprecherin.

Eine besondere Stellung hat das Verteidigungsministerium, das derzeit 255 Gesundheitsämter mit mehr als 3700 Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Angehörigen unterstützt. Weitere Scouts in Uniform sollen in den nächsten Tagen dazukommen.

Koordiniert wird der Einsatz vom Bundesverwaltungsamt. Jeder Freiwillige konnte auf einer beigefügten Liste der Gesundheitsämter wählen, die Wohnortnähe soll bei der Zuteilung berücksichtigt werden.

Flexibilität ist allerdings bei der Arbeitszeit gefordert, da die Scouts regulär in die Personalplanung der Gesundheitsämter aufgenommen werden. „Entsprechend kann die wöchentliche abzuleistende Arbeitszeit inklusive Überstunden und Arbeit zu Randzeiten je nach anfallendem Bedarf variieren“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Das Gehalt bleibt gleich, eine Prämie sollen die Bediensteten für ihren Einsatz nicht erhalten. Zuvor hatte es aus dem Finanzministerium noch geheißen, dass die Zahlung einer solchen Prämie geprüft werde.

Mehr zum Thema: Täglich kommen neue Städte auf die endlos lange Liste der Risikogebiete in Deutschland hinzu. Mit den Infektionszahlen wächst auch die Arbeit der Ämter.