Deutsche Märkte geschlossen

Merkel sagt deutsche Unterstützung bei Luanda-Leaks-Ermittlungen zu

LUANDA (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel hat Unterstützung bei den Ermittlungen zu den Korruptionsvorwürfen gegen Isabel dos Santos zugesagt, der reichsten Frau Afrikas und ältesten Tochter von Angolas einstigem Langzeitpräsidenten José Eduardo dos Santos.

"Sollten deutsche Unternehmen oder Finanzinstitutionen durch solche Veröffentlichungen auch hier eine Rolle spielen, dann sagt Deutschland natürlich zu, dass wir sehr transparent bei der Aufklärung helfen wollen", sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem angolanischen Präsidenten Joao Manuel Gonçalves Lourenço in der Hauptstadt Luanda. Transparenz und eine fallweise spezifische Prüfung seien gerade im Blick auf künftige Investoren wichtig.

"Ich kann nur begrüßen, dass man sich hier der Aufklärung der Korruption sehr stark stellt", sagte Merkel. Das Thema habe Präsident Lourenço auf die Tagesordnung gesetzt.

Isabel dos Santos war durch journalistische Enthüllungen und juristische Ermittlungen in die Kritik geraten. Ein Gericht in Angola hatte die Vermögenswerte von dos Santos zum Jahreswechsel wegen Korruptionsvorwürfen eingefroren. Hintergrund sind Korruptionsermittlungen in Verbindung unter anderem mit der staatlichen Ölfirma Sonangol, als deren Direktorin dos Santos im Sommer 2016 von ihrem Vater eingesetzt worden war.

Der Schritt war weithin als Fall von offensichtlicher Vetternwirtschaft kritisiert worden - ein Vorwurf, den auch der investigative internationale Medienverbund ICIJ nach Auswertung von ihm zugespielten Dokumenten ("Luanda-Leaks") erhärtet sieht. Dabei handelt es sich um rund 715 000 Unterlagen aus dem Inneren der Dos-Santos-Geschäfte, die zunächst einer afrikanischen Journalistengruppe zugespielt worden waren. Dem Medienverbund gehören in Deutschland der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" an.