Deutsche Märkte öffnen in 37 Minuten

Corona-Lockerungspaket: Merkel und Länderchefs einigen sich

David Verbeek

(Bloomberg) -- Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich auf das weitreichendste Lockerungspaket seit Inkrafttreten der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus geeinigt. Wichtige Einschränkungen bleiben jedoch bestehen.

“Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen auch vorsichtig bleiben”, sagte Merkel auf einer Pressekonferenz in Berlin unter Verweis auf “sehr erfreuliche” Infektionszahlen. Die “allererste Phase” der Pandemie sei vorüber, aber der Kampf gegen das Virus stehe noch am Anfang.

Restaurants und größere Läden, die bislang noch geschlossen waren, dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Zudem wird erlaubt, dass sich Personen zweier Hausstände treffen. Die Abstandsregel und das Gebot, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gelten weiterhin. Es wurde beschlossen, dass Einschränkungen lokal wieder eingeführt werden können, sollten die Infektionszahlen wieder steigen.

Angesichts des Vorpreschens einzelner Länder bei der Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zuvor im ARD-Morgenmagazin für eine gemeinsame Linie geworben. “Ein zusammenhangloser Flickenteppich schafft Verwirrung”, erklärte Spahn.

Neue Daten belegen, dass der deutschen Industrie wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im großen Stil die Aufträge weggebrochen sind. Im März gingen die Neuaufträge gegenüber dem Vormonat um fast 16% zurück - stärker als von Ökonomen erwartet. Der Nachfrageeinbruch ist der heftigste seit Beginn der Datenreihe 1991.

Die Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland haben zuletzt wieder zugenommen. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden 855 neue Ansteckungen gemeldet. An den vorigen fünf Tagen war die Zahl jeweils zurückgegangen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Deutschland damit 167.007 Infektionen mit dem Virus registriert. Die Bundesrepublik liegt damit an sechster Stelle weltweit.

(Ergänzt um Beschlüsse aus der Merkel-Ministerpräsidenten-Konferenz)

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