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Machtkampf bei Kaufland und Lidl: Top-Managerin Melanie Köhler verlässt das Unternehmen

·Lesedauer: 2 Min.

In der Schwarz-Gruppe, zu der die Supermarktketten Lidl und Kaufland gehören, ist es zu einem Paukenschlag gekommen. Laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung verlässt Melanie Köhler die Führungsspitze des Handelskonzerns. Die 30-jährige Topmanagerin war sowohl Vorstandsvorsitzende der Schwarz Dienstleistungen als auch Mitglied der Gesellschafterversammlung der Schwarz Unternehmenstreuhand. Sie galt als zentrale Figur für die Zukunft, heißt es in dem Bericht.

Wie die "Lebensmittelzeitung" weiter schreibt, gehe Köhler auf eigenen Wunsch — sie wolle ihre berufliche und persönliche Entwicklung außerhalb der Schwarz-Gruppe weiterverfolgen. In der Mitteilung über ihren Abschied soll sie den derzeitigen Leiter der Schwarz-Gruppe Klaus Gehrig als „ihren Mentor“ bezeichnet und ihm ausdrücklich für „die Förderung, die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und die fortlaufende Unterstützung“ gedankt haben. Dieser hatte Köhler kurz nach ihrem Studium 2016 in die Zentrale geholt und gefördert. Gehring bedankte sich in dem Schreiben ebenfalls bei der 30-Jährigen Topmanagerin. Sie habe dem Unternehmen „innovative Impulse“ gegeben.

Hinter dem überraschendem Abgang von Köhler verberge sich laut der "Lebensmittelzeitung" allerdings ein Machtkampf. So soll das Verhältnis zwischen Köhler und Klaus Gehrigs designiertem Nachfolger, dem 49-Jährigen Gerd Chrzanowski, zunehmend angespannt gewesen sein. Intern sei immer häufiger gemutmaßt worden, dass Köhler statt Chrzanowski das Rennen um den Chef-Posten der Schwarz-Gruppe machen könnte. Zum entscheidenen Knall soll es demnach in den Tagen vor Gehrigs 73. Geburtstag am vergangenen Sonntag gekommen sein.

Auswirkungen sind groß

Die Auswirkungen, die das Austreten von Köhler auf das Unternehmen reichen weit. Denn sie war zum einen verantwortlich für den Bereich Schwarz Dienstleistung in dem sich wichtige Zentralfunktionen wie Finanzen, Produktion und Immobilien bündeln. Zum anderen war sie Mitglied der Gesellschafterversammlung der Schwarz Unternehmenstreuhand. Dieses Gremium entscheidet über die strategische Zukunft der Gruppe.

Wie das "Handelsblatt" hatte sich Köhler in den vergangenen Jahren immer mehr Respekt im Unternehmen erarbeitet. Sie galt als Aushängeschild eines Netzwerks von jungen Frauen, die mittlerweile wichtige Führungspositionen bei der Schwarz-Gruppe eingenommen haben.

tel