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Maas offen für Urlaubs-Abkommen zwischen einzelnen Ländern

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesaußenminister Heiko Maas schließt Vereinbarungen zwischen einzelnen europäischen Ländern zur Ermöglichung eines grenzüberschreitenden Sommerurlaubs nicht aus. Eine gesamteuropäische Lösung sei zwar wünschenswert. "Aber es ist auch nicht auszuschließen, aufgrund der unterschiedlichen Verläufe der Pandemiebekämpfung in den einzelnen Staaten, dass es auch zu Differenzierungen kommen wird", sagte er am Mittwoch in Berlin. "Aber auch das werden wir erst in den nächsten Wochen sehen."

Die österreichische Regierung hat Grenzöffnungen zwischen einzelnen EU-Ländern für Sommerurlauber vorgeschlagen. Das Alpenland zählt neben Italien, Spanien, der Türkei und Griechenland zu den fünf beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen im Ausland. In Österreich sollen die wegen der Corona-Pandemie geschlossen Hotels bereits Ende Mai wieder öffnen.

Das Bundeskabinett hatte am Vormittag entschieden, die bisher bis zum 3. Mai befristete weltweite Reisewarnung für Touristen bis zum 14. Juni zu verlängern. Maas sagte zur Begründung, die Entwicklung der Corona-Pandemie sei noch nicht so weit, "dass wir sorgenloses Reisen empfehlen können". Er verwies auf die Ausgangsbeschränkungen, die Einreisesperren und die Einschränkungen des Flugverkehrs. "Selbst wenn es in einigen Ländern Lockerungen gibt, (...) muss man davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern wird, bis sich die Dinge sowohl bei uns als auch in anderen Ländern normalisieren."

Er verwies auch darauf, dass das Auswärtige Amt gerade erst 240 000 wegen Corona im Ausland gestrandete deutsche Urlauber nach Hause zurückgeholt habe. "Wir werden im kommenden Sommer eine solche Aktion nicht noch einmal durchführen", betonte der SPD-Politiker.

Er hoffe darauf, dass die Reisewarnung nach dem 14. Juni aufgehoben werden könne. "Das kann aber niemand versprechen." Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März die Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen

- ein beispielloser Schritt. Bisher gab es solche Warnungen nur bei

einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Syrien. Eine Reisewarnung ermöglicht eine kostenlose Stornierung von bereits gebuchten Reisen.