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Leiter eines Impfzentrums hört auf und spricht über Impfdrängler: "Die anstehende Urlaubszeit erhöht den Druck"

·Lesedauer: 2 Min.
Impfzentrum in Köln (Symbolfoto)
Impfzentrum in Köln (Symbolfoto)

Roland Schwankhart hat das Impfzentrum in Gauting bei München geleitet. Eigentlich ist er Pflegedienstleiter im Klinikum rechts der Isar in München. Jetzt hört der 46-Jährige im Impfzentrum auf - wegen der enormen Belastung. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) hat Schwankhart über Impfdrängler, Beschimpfungen und die anstrengende Arbeit gesprochen.

Schwankhart habe verschiedene Typen von Impfdränglern erlebt, erzählt er. Etwa "Mitarbeiter einer Aufzugsfirma, die in einem Altenheim den Aufzug gewartet haben und sich als Altenheim-Personal in der obersten Priorität wähnten". Oder Tierärzte, doch diese zählten eben zur Prioritätsgruppe 3. "Die Leute probieren es eben", sagte Schwankhart der "SZ".

Die Überprüfung der Angaben gestaltet sich schwierig. Das Impfzentrum erhalte vom System nur die Priorisierungsgruppe des Impflings und Angaben über die Bestätigung, die dieser vorlegen muss. "Da geht es schon los: Wenn der pflegebedürftige Onkel in der Oberpfalz lebt, dann kann ich schon fragen, ob das nicht sehr weit weg ist. Aber wenn der Neffe aus Starnberg dann antwortet, er sei die ganze Woche dort, kann ich das schlecht kontrollieren", sagte Schwankhart.

"E-Mails mit Beschimpfungen und Hassbotschaften"

Die Mitarbeiter im Impfzentrum seien "schon arg beschimpft" worden, wenn sie jemanden ablehnten. Der Impfneid sei groß. "Mich selbst hat etwa eine dreistellige Zahl an E-Mails mit Beschimpfungen und Hassbotschaften erreicht", so Schwankhart.

Zuletzt hätte das Impfzentrum in Gauting die Zweitimpfung mit AstraZeneca verschieben müssen. Das sei für die Kollegen an der Hotline kein Spaß gewesen: "Viele Menschen dachten, ihr Termin würde abgesagt. Andere hatten bereits Pläne gemacht, wollten zum Beispiel in den Pfingstferien verreisen. Die anstehende Urlaubszeit erhöht den Druck."

"Das waren 80-Stunden-Wochen"

Schwankhart hört nun als Leiter des Impfzentrums auf. Er sagte der "SZ", er sei Vormittags in der Klinik in München gewesen, Nachmittags in den Impfzentren oder bei Besprechungen im Landratsamt. Er fasst seine Arbeit so zusammen: "Wenn ich dann abends nach Hause kam, waren noch 300 E-Mails im Postfach. Das waren 80-Stunden-Wochen. Ich habe das gern gemacht, doch irgendwann geht es nicht mehr."

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