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Das Leben im Van: Warum es nicht so idyllisch ist, wie es bei Instagram und Co. aussieht

·Lesedauer: 3 Min.

Wer auf der Plattform Instagram nach dem Hashtag „VanLife“ sucht, der bekommt mehr als zehn Millionen Bilder angezeigt. Auf vielen sind malerische Küsten mit Menschen im Bikini oder Badehose abgebildet, die glücklich aus ihrem Van lächeln. Oder Camper in Luxusausführung – mit voll ausgestatteter Küche, Regalwänden und Dusche.

Der Hashtag „VanLife“ stammt ursprünglich von dem Fotografen Foster Huntington, der ihn im Jahr 2011 zum ersten Mal verwendete. Ein Jahrzehnt später hat sich der Hashtag zum Lebensstil entwickelt. Immer mehr Menschen verwandeln ihre Vans in kleine Häuser, in denen sie für ein paar Monate oder sogar Jahre leben.

Das Bild, das die sozialen Medien über das Leben in einem Van vermitteln, hat mich, Frank, schon immer fasziniert. Um zu erfahren, ob es wirklich so gemütlich ist, wie es häufig aussieht, habe ich das Leben in einem umgebauten Van für ein Wochenende ausprobiert.

Mit einem gemieteten Sprinter von Mercedes ging es auf einen kleinen Roadtrip. Schon nach kurzer Zeit war mir klar, dass die Realität wenig mit dem Glamour zu tun hat, den die Bilder in sozialen Netzwerken zeigen. Nachts stand der Van auf einem Parkplatz. In Ermangelung einer funktionierenden Heizung habe ich nachts furchtbar gefroren. Unannehmlichkeiten, die natürlich auf Instagram nicht gezeigt werden.

Nachdem meinem Versuch habe ich andere „Vanlifer“ nach ihren Erfahrungen gefragt und festgestellt, dass sie den gleichen Eindruck hatten wie ich. Wirklich die Augen geöffnet hat mit aber Dan Lin: ein Mann, der seit acht Jahren mit seiner kompletten Familie im Van lebt.

Der Van, in dem ich eine Woche gelebt habe.
Der Van, in dem ich eine Woche gelebt habe.

„Das Leben im Van wird in den sozialen Medien so sehr verherrlicht, dass die Menschen nicht mehr merken, wie weit weg das eigentlich von der Realität ist“, sagte er. Mit seiner Frau Marlene hatte er begonnen zu reisen, bevor es den Hashtag „Vanlife“ überhaupt gab. Schritt für Schritt beobachteten die zwei, wie sich ihre Art zu leben in ein Social-Media-Phänomen verwandelte. Sie merkten sofort, dass die Fotos, die viral gingen, so gar nicht dem entsprachen, was sie jeden Tag erlebten. Deshalb haben sie auch nie etwas unter dem Hashtag „Vanlife“ gepostet.

Lin zieht einen Vergleich zu Skatebordern: „Niemand veröffentlicht ein Foto, auf dem er gerade auf die Nase fällt“, sagt er. „Stattdessen laden die Menschen nur Videos hoch, die zeigen, wie ihnen ein Trick gelingt.“ Das Gleiche sei der Fall beim Hashtag „Vanlife“: Fotos die ein Paar im romantischen Licht der untergehenden Sonne zeigten, seien nicht der normale Alltag. Stattdessen handelt es sich bei diesen Bildern oft um richtige Fotoshootings. Das Paar parkt seinen Van ein paar Minuten an einem malerischen Ort, knipst ein paar Fotos und fährt dann zum nächsten Park- oder Campingplatz, um dort zu übernachten.

Dan und Marlene Lin mit ihren drei Kindern in ihrem Wohnmobil.
Dan und Marlene Lin mit ihren drei Kindern in ihrem Wohnmobil.

Eine Meinung, die Matt Watson teilt. Der Kanadier lebt seit 2014 in einem Van. Was er nicht versteht, ist der Druck, der durch Plattformen wie Instagram entsteht. „Es ist ja schön, zu zeigen, wie das Leben im Van aussieht“, sagt er. „Auf Instagram zu zeigen, wie man eine Flasche als Toilette benutzt, bekommt allerdings auch mit Filtern keine Likes.“

Um zu zeigen, wie ein Leben im Van wirklich aussieht, hat Watson auf Youtube ein Video mit dem Namen „How #VanLife is Ruining Van Life“ gepostet. Am Anfang, erzählt er, habe er den Hastag „VanLife“ noch als etwas Positives empfunden – weil er Menschen zusammenbrachte, die eine ähnliche Lebensweise hatten. Doch schnell merkte er, dass es bei den Bildern nur um Selbstdarstellung ging.

In seinem Feed tauchten Luxuscamper auf, die mit High-End-Produkten ausgestattet waren. In seinem Van liegt dagegen einfach nur eine Matratze. Watson stört vor allem, dass das Leben im Van so häufig als Luxusleben dargestellt wird. Dabei gibt es viele, die in einem Auto aus der Not heraus leben, weil sie sich kein Haus oder eine Wohnung leisten können. „Diese Menschen verstehen den Sinn eines Lebens im Camper nicht“, sagt Watson.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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