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Kuka macht im ersten Quartal Verluste – Auftragseingang bricht ein

Das Augsburger Unternehmen bekommt die Auswirkungen der Coronakrise zu spüren. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt Vorstandschef Mohnen nicht.

Die Autoindustrie ist der wichtigste Abnehmer von großen Industrierobotern. Foto: dpa

Schon im vergangenen Jahr lief es beim Roboterbauer Kuka nicht sonderlich gut. Nun ist das Augsburger Unternehmen wegen der Coronakrise im ersten Quartal in die Verlustzone gestürzt. „Wir spüren die Auswirkungen der Pandemie deutlich und rund um den Globus“, sagte Vorstandschef Peter Mohnen am Montag.

Vor Zinsen und Steuern machte Kuka im ersten Quartal einen Verlust von gut 34 Millionen Euro nach einem Plus von rund 22 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich betrug das Minus knapp 22 Millionen Euro.

Der Umsatz sank um gut 15 Prozent auf 625 Millionen Euro. „Wie viele andere Unternehmen auch haben wir gerade in betroffenen Gebieten unsere Aktivitäten heruntergefahren oder Standorte vorübergehend geschlossen“, sagte Mohnen.

Der Auftragseingang brach sogar um fast ein Viertel auf 689 Millionen Euro ein. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagte Mohnen nicht. Das von der Pandemie stark betroffene erste Quartal sei in seinen Ergebnissen „sicher nicht aussagefähig für das Jahr 2020“.

Die Auswirkungen der Pandemie würden Kuka aber sicher „im ersten Halbjahr begleiten.“ Auf längere Sicht würden die Kuka-Themen wie Logistik und Automation an Bedeutung gewinnen.

Innovationsrückstand auf manchen Gebieten

Kuka ging es schon vor Corona nicht sonderlich gut. Im vergangenen Jahr war der Umsatz leicht auf 3,2 Milliarden Euro gesunken, unter dem Strich verdiente das Augsburger Unternehmen gerade einmal 18 Millionen Euro. Auch die operative Umsatzrendite war mit gerade einmal 1,5 Prozent schwach.

Die Probleme sind teilweise hausgemacht. Zwar bekamen im vergangenen Jahr auch andere Roboterbauer die Autoflaute insbesondere auf dem chinesischen Markt zu spüren. So sank der Umsatz der Robotiksparte von ABB 2019 um vergleichbar vier Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang der Schweizer ging im Geschäft mit Robotern und Fertigungsautomation sogar um vergleichbar elf Prozent zurück.

Doch räumen Insider bei Kuka ein, dass der Konzern zeitweise auf manchen Gebieten einen Innovationsrückstand hatte. Zudem hatte die Partnerschaft mit dem Eigentümer Midea nicht den erhofften Schub für das Geschäft in China gebracht.

Die Kuka-Roboter galten teilweise als zu teuer und zu komplex für den chinesischen Markt. Besserung sollen die einfacheren Scara- und Deltarobotermodelle bringen.

Auch im ersten Quartal 2020 lief es in China schlecht. Das Land war allerdings auch als erstes vom Coronavirus betroffen. Die Kuka-Umsätze in China sanken von Januar bis März um mehr als 47 Prozent auf 49,5 Millionen Euro. Der Auftragseingang ging um 19 Prozent auf knapp 140 Millionen Euro zurück.

Unruhe im Vorstand

Immerhin, einzelne Lichtblicke gab es bei Kuka. So sicherte sich Kuka über mehrere Jahre einen einen Auftrag für 5000 Roboter von BMW. Der Free Cash Flow war mit einem Minus von 12,8 Millionen Euro zwar weiter negativ, im Vorjahreszeitraum hatte das Minus aber 20,7 Millionen Euro betragen. Zudem konnte die Tochter Swisslog ihr Ergebnis leicht verbessern. Allerdings sank die Nettoliquidität im Konzern bis Ende März um fast drei Viertel auf gut 20 Millionen Euro.

Auch personell gab es bei Kuka Unruhe. Technikvorstand Peter Hofmann verließ den Konzern im Februar nach nur wenigen Monaten im Amt wieder. Laut Industriekreisen soll er die Erwartungen nicht erfüllt haben.
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