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Kretschmer zu Corona: 'Gemeinden abriegeln' wäre extrem hart

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DRESDEN (dpa-AFX) - Das von der Corona-Pandemie besonders hart betroffene Sachsen erwägt zu ihrer Eindämmung verschiedene Szenarien - dazu könnte auch die Abriegelung von Hotspots gehören. Ein Krisenstab habe die Gemeinden mit der höchsten Inzidenz analysiert, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag. Die Kommunen würden nun weiter untersucht, um Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen im ganzen Land ziehen zu können.

Medienberichten zufolge erwägt der Freistaat drastischere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Corona-Hotspots könnten demnach abgeriegelt und Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. ""Gemeinden abriegeln" klingt extrem hart und wäre extrem hart", sagte Kretschmer dazu. "Es sind keine ausgangsbeschränkenden Maßnahmen beschlossen worden." Eine solche Entscheidung stehe aktuell nicht an. Es gehe zunächst um eine Analyse der Gründe für die derzeitige Situation.

In Sachsen liegen inzwischen drei Landkreise bei mehr als 600 neuen Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Nach Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auch der Kreis Görlitz dazugekommen. Am Donnerstag meldete das RKI für den gesamten Freistaat 3207 Neuerkrankte im Vergleich zum Vortag. Dazu wurden zudem 68 weitere Todesfälle registriert. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz klettert damit landesweit auf 415,4. Die niedrigste Inzidenz wird nach wie vor für die Großstadt Leipzig mit 170,1 ausgewiesen. (Stand: Donnerstag 00.00 Uhr)

"Ich bin jeden Tag im Land unterwegs, spreche mit Ärzten, Krankenschwestern, Bürgermeisters und vielen Menschen. Die meisten begrüßen die aktuellen Verschärfungen. Viele, die jeden Tag um das Überleben von Corona-Patienten ringen, fragen aber auch sehr nachdenklich: Wird das reichen? Wird das die Pandemie stoppen?", erklärte Kretschmer.