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Kommt Chinas Zentralbank-Kryptowährung bereits im November?

David Scheider
China (Symbolbild)

Die Spiele sind eröffnet. Nachdem Libra und Walmart ihr Ansinnen in den Ring geworfen haben, scheint sich noch ein Player zu den neuen Währungsanwärtern zu gesellen. Obgleich sich die chinesische Notenbank (People’s Bank of China, PBOC) bisher noch nicht selbst aus der Deckung gewagt hat, verdichten sich die Anzeichen um eine staatliche Digitalwährung aus dem Reich der Mitte.

So berichtet etwa das Wirtschaftsmagazin Forbes mit Verweis auf verschiedene Quellen, dass die Zentralbankwährung bereits am 11. November dieses Jahres ausgerollt werden könnte. Der 11. November, in China als „Single’s Day“ bekannt, gilt als einer der umsatzstärksten Tage im Jahr.

Nach Angaben einer von Forbes zitierten Quelle, soll die Notenbank geplant haben, die Währung zunächst an bis zu acht Institutionen, darunter staatliche Banken, aber auch Privatunternehmen wie Tencent und Alibaba, zu verteilen. Sodann soll das neue digitale Geld seinen Weg in den Wirtschaftskreislauf finden. Dabei habe die Notenbank ehrgeizige Pläne: Neben 1,3 Milliarden Chinesen soll der digitale Renminbi (in dem Bericht ist die Rede von DC/EP, was für Digital Currency/Electronic Payments steht) auch im Ausland gehandelt werden können. Mithilfe des Interbankensystems soll DC/EP nach nicht allzu langer Zeit also auch in den USA und Europa verfügbar sein.

Konkurrenz für Libra und Konsorten

Stimmen die Gerüchte, wäre das ein Paukenschlag. Denn mit dem gehandelten Startzeitpunkt, der nur wenige Monate in der Zukunft liegt, hätte Chinas CBDC einen veritablen Vorsprung vor vergleichbaren Projekten aus der Privatwirtschaft wie Facebooks Libra. Die Idee, die Distribution der Währung über eine Reihe von Partner(banken) vorzunehmen, erinnert indes an Libra. Schließlich plant auch Facebook mithilfe von 100 Partnern, darunter Uber, MasterCard, Spotify und ebay, seine digitalen Token unters Volk zu bringen.

Eine offizielle Stellungnahme der PBOC lässt zwar noch auf sich warten. Die Aussagen der Quelle decken sich aber mit dem Inhalt einer Rede, die PBOC-Vorstand Mu Changchun im August gehalten hatte. Demnach sei mit einer chinesischen Zentralbank-Kryptowährung genau die beschriebene Partnerschaft mit privaten und öffentlichen Unternehmen möglich. Im Tauschverhältnis 1:1 könnten die Partner traditionellen Renminbi gegen die digitale Version eintauschen. „Dieses duale System ist auf unsere nationalen Bedürfnisse zugeschnitten“, so Mu. Nach Angaben Mus könnte es die chinesische Kryptowährung auf bis zu 300.000 Transaktionen pro Sekunde bringen – und schlägt damit Libra um Längen. Schließlich bringt es Facebooks Projekt lediglich auf 1.000 Transaktionen pro Sekunde.

Sollte der digitale Renminbi tatsächlich am Single’s Day an den Start gehen, steht der neuen Währung gleich die Feuerprobe bevor: Der Tag gilt als umsatzstärkster Geschäftstag für das Online-Shopping weltweit.

Weder Blockchain noch dezentral

Im Gegensatz zu dezentralen Projekten wie Bitcoin wird DC/EP nicht auf einer öffentlichen Blockchain gespeichert; die Geldpolitik verbleibt zudem in den Händen der PBOC. Man könne sich den digitalen Renminbi auch als eine Art digitalen Bargeldersatz vorstellen, so Mu. Schließlich soll er nur umlaufende Bargeldreserven ersetzen, nicht aber Sichteinlagen auf Bankkonten. „Die CBDC wird wie Bargeld zirkulieren“, sagte Mu.

Dass eines Tages aber auch im Supermarkt hierzulande digitaler Renminbi den Besitzer wechselt, ist indes schwer vorstellbar.

Dann doch eher Bitcoin.

 

Source: BTC-ECHO

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