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KfW Capital will Rekordsumme in Risikokapital-Fonds investieren

(Bloomberg) -- KfW Capital, Tochter der KfW-Bankengruppe, will dieses Jahr eine Rekordsumme in Risikokapital-Fonds stecken. Damit füllt sie eine Lücke, nachdem andere Investoren den Gürtel enger geschnallt haben. Schon heute finanziert KfW Capital indirekt über 1.600 junge Firmen in Europa, darunter den Broker Trade Republic und das Software-Haus Mambu.

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„KfW Capital wird in diesem Jahr so viel investieren wie nie zuvor. Wir werden voraussichtlich deutlich über 500 Millionen Euro Kapital an VC-Fonds zusagen”, sagte Jörg Goschin in einem Interview mit Bloomberg. Er ist Co-Chef von KfW Capital und hatte zuvor unter anderem für Cerberus Capital Management und Blackstone Group gearbeitet.

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Goschin beobachte, dass sich angesichts steigender Zinsen und konjunktureller Unsicherheit viele amerikanische und auch asiatische Investoren aus Europa zurückziehen würden. Zugleich werde aber Venture Capital dringend benötigt. Goschin spricht hier von einem “Marktversagen”. In dieser Phase wirke KfW Capital stabilisierend im Markt.

Laut einer Studie von EY haben deutsche Jungunternehmen 2022 deutlich weniger frisches Kapital einsammeln können. Insgesamt flossen 9,9 Milliarden Euro an Startups, 43% weniger als 2021.

KfW Capital investiert nicht direkt in junge Unternehmen, sondern ausschließlich über VC-Fonds. An diesen beteiligt sie sich maximal mit 19,99%, im Durchschnitt sind es knapp unter 10%. Gelder stecken bereits in über 85 VC-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 20 Milliarden Euro, wobei 1,7 Milliarden Euro von KfW Capital kommen.

Der Weg über VC-Fonds ist Goschin zufolge effizienter gegenüber direkten Investments. KfW Capital müsse lediglich einen Fonds prüfen, während der jeweilige Fonds mit seinem hochspezialisierten Team wiederum dutzende Technologie-Unternehmen gleichzeitig unter die Lupe nehme. Hinzu komme, dass so privates Kapital gehebelt werde.

Zuletzt hatten einige Startups wegen sinkender Bewertungen für Aufsehen gesorgt. In den Fonds von KfW Capital ist davon laut Goschin aktuell kaum etwas zu sehen. “Zugleich muss man aber sagen, dass Neubewertungen in der Regel nur dann erfolgen, wenn wichtige Ereignisse wie Kapitalerhöhungen oder Verkäufe an unabhängige Dritte die Grundlage hierfür bieten”, sagte er. “Daher könnte es hier einen zeitlichen Verzug geben.”

Einstellungen geplant

Typischerweise bleibt KfW Capital über die Laufzeit eines Fonds — in der Regel zwischen zehn und zwölf Jahren — investiert. Das liegt Goschin zufolge auch daran, dass es sich um geschlossenen Fonds handelt und es dafür in Europa keinen funktionierenden Sekundärmarkt gebe. Da KfW Capital erst in 2018 gestartet ist, laufen die Fonds alle noch.

“Unser Anspruch ist es, in die besten Fonds zu investieren. Wir unterscheiden uns da nicht von privaten Investoren. Daher erwarten wir eine marktübliche Rendite”, sagte Goschin.

Künftig will er noch stärker in jene VC-Fonds investieren, die späterphasige Unternehmen unterstützen. Dabei gehe es um dringend benötigtes Kapital bis kurz vor einem möglichen IPO. “Diese großvolumigen Wachstumsfinanzierungen sind aktuell oft schwieriger zu bekommen als frühphasige kleinvolumige Seed-Finanzierungen”, erklärt Goschin. Vor diesem Hintergrund richte sich der Blick auf Fonds mit Volumina von 1 Milliarde Euro oder mehr.

Zudem erwartet er, dass künftig institutionelle Investoren wie Versicherer und Pensionskassen den Venture Capital-Markt zunehmend als attraktive Assetkasse für ihre Kapitalanlagen entdecken und von dieser Seite mehr Gelder in junge Unternehmen fließen werden.

Aktuell kommt KfW Capital auf 55 Mitarbeiter. Dieses Jahr soll das Team weiter wachsen. Derzeit sind rund ein Dutzend Stellen ausgeschrieben, beispielsweise im Investmentbereich.

(Neu: Zitat im vorletzten Absatz)

©2023 Bloomberg L.P.