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Dieser Kardinalfehler hat den Durchbruch des E-Autos um Jahre verzögert

Das Laden muss den E-Autofahrern einfacher gemacht werden. - Copyright: Getty Images / Jens Schlueter
Das Laden muss den E-Autofahrern einfacher gemacht werden. - Copyright: Getty Images / Jens Schlueter

Man kann Elon Musk dieser Tage eine Menge vorwerfen. Aber als er vor elf Jahren, im Juni 2012, das Tesla Model S auf den Markt brachte, entschied er goldrichtig. Statt einfach nur ein E-Auto vorzustellen, lieferte er seinen Kunden gleich noch die gesamte Ladeinfrastruktur mit. Und den Strom gab es obendrein noch kostenlos dazu. Musk hatte erkannt, dass niemand ein E-Auto kaufen würde, wenn es keine Lademöglichkeiten gibt. Ein weiterer Vorteil ergab sich im Laufe der Jahre. Das Tesla-Ladenetz ist mittlerweile so groß, dass die Politik Musk darum bittet, es für andere Anbieter zu öffnen.

Vor diesem Problem standen auch die anderen E-Auto-Hersteller, als sie mit ihren Fahrzeugen auf den Markt drängten. Allerdings überließen sie den Ausbau der Ladeinfrastruktur größtenteils den Energieversorgern. Betriebswirtschaftlich erscheint dies zwar sinnvoll, doch zufrieden war am Ende niemand. Nicht die Autohersteller, und schon gar nicht die Kunden. Letztere müssen sich mit einem Flickenteppich herumärgern, der aus diversen Anbietern und Mitgliedschaften besteht.

Laden von E-Autos wird gezielt erschwert

Das Laden wird neuen Kunden nicht leicht gemacht. Fast alle Hersteller haben funktionstüchtige Ladekarten, aber bei Weitem nicht für alle Ladestationen. Erst recht nicht im Ausland, wo die Situation noch komplizierter ist. Die ganze Sache ist absurd, umständlich und nicht am Verbraucher orientiert. Man hat den Eindruck, dass das Laden eines E-Autos gezielt erschwert werden soll.

Um es zu veranschaulichen: Kein Kaufhaus, kein Einzelhändler käme auf die Idee, Kunden erst einmal registrieren zu lassen, bevor sie das Geschäft betreten können. Noch dazu mit einer Mitgliedskarte, ohne die sie exorbitant hohe Preise bezahlen müssten. Auch Autos hätten sich niemals so schnell durchgesetzt, wäre für jede Tankstelle eine andere Mitgliedschaft nötig gewesen. Dass das den Herstellern nicht längst aufgefallen ist, wundert bis heute.

Erste Hersteller denken um

Immerhin: Erste Hersteller begreifen, dass sich etwas ändern muss. Wohl auch, weil eine der häufigsten Beschwerden auf Kundenseite noch immer die Ladeinfrastruktur ist. Mercedes etwa hat Anfang des Jahres verkündet, eigene Ladepunkte aufstellen zu wollen. Audi wiederum macht das schon seit einiger Zeit und bietet an einigen wenigen Stationen gleich ganze Business-Lösungen an, Café und Arbeitsplatz inklusive.

Das ist ein Anfang. Das grundsätzliche Problem mit dem Flickenteppich löst es aber nicht. Im Gegenteil: Es verschlimmert es eigentlich noch. Da ist die Idee von BMW, Honda und Ford schon deutlich besser. Die drei Unternehmen haben in den USA ein Joint Venture namens Chargescape gestartet.

Ladesäulen nach dem Mobilfunk-Prinzip

Das Ziel ist, eine einzige, universelle Ladeplattform aufzubauen. Dadurch sollen die einzelnen Autohersteller nicht länger mit jedem Stromversorger separat interagieren müssen. Stattdessen würde die ChargeScape-Plattform den Energieversorgern, die das Stromnetz in Nordamerika betreiben, Zugang zu einem potenziell universellen Energiepool an Elektroauto-Batterien geben.

Und genau das braucht es auch in Deutschland. Ein Netzwerk von Ladesäulen, die europaweit vernetzt sind und sich über eine einzige Karte abrechnen lassen. Das bedeutet nicht, dass es keine Wiederverkäufer geben kann. Wie bei den Telefonnetzen, wo es nur drei Netzbetreiber gibt, können Reseller das Netz nutzen und andere Angebote machen. Es wäre ein Schritt, der die E-Mobilität unkomplizierter macht und ihr den nötigen Anschub geben kann.

Don Dahlmann ist seit über 25 Jahren Journalist und seit über zehn Jahren in der Automobilbranche unterwegs. Jeden Montag lest Ihr hier seine Kolumne „Drehmoment“, die einen kritischen Blick auf die Mobility-Branche wirft.