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Kühnert gegen Künast, Baerbock gegen Scholz, Altmaier gegen Maas – die Gewinner in den Promi-Wahlkreisen

·Lesedauer: 6 Min.
Der ehemalige Juso-Vorsitzende und inzwischen Vize-Parteichef Kevin Kühnert (SPD, rechts) trat in seinem Berliner Heimatbezirk Tempelhof-Schöneberg gegen die grüne Spitzenpolitikerin Renate Künast (links) an.
Der ehemalige Juso-Vorsitzende und inzwischen Vize-Parteichef Kevin Kühnert (SPD, rechts) trat in seinem Berliner Heimatbezirk Tempelhof-Schöneberg gegen die grüne Spitzenpolitikerin Renate Künast (links) an.

Annalena Baerbock (Die Grünen) gegen Olaf Scholz (SPD), Peter Altmaier (CDU) gegen Heiko Maas (SPD) und Eiskunstläuferin Claudia Pechstein gegen Gregor Gysi (Die Linken) – unter den 299 Wahlkreisen kam es zu spannenden Zweikämpfe um die Direktmandate. Dabei entschied das Direktmandat für einige Politiker sogar darüber, ob sie in den Bundestag einziehen oder nicht, da mancher Promi sich nicht zusätzlich über die Landeslisten abgesichert hatte. Unter anderem Karl Lauterbach spielte damit auf volles Risiko. Business Insider hat eine Auswahl der Duelle zusammengestellt.

Wahlkreis 147: Merz erringt das Direktmandat im Hochsauerland

CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz hat das Direktmandat im Hochsauerlandkreis geholt und kehrt damit in den Bundestag zurück. Nach Auszählung aller Stimmbezirke kommt er auf 40,4 Prozent der Erststimmen und distanziert damit den SPD-Kandidaten Dirk Wiese (32,2 Prozent). In der CDU-Hochburg schneidet Merz damit deutlich besser ab als seine Partei. Vorgänger Patrick Sensburg, den Merz als Direktkandidat verdrängt hatte, erreichte 2017 noch 48,0 Prozent.

Wahlkreis 81: Kevin Kühnert gegen Renate Künast

Der ehemalige Juso-Vorsitzende und inzwischen Vize-Parteichef Kevin Kühnert (SPD) trat in seinem Berliner Heimatbezirk Tempelhof-Schöneberg gegen die grüne Spitzenpolitikerin Renate Künast an. Für beide Herausforderer war es eine Premiere: Kühnert kandidierte zum ersten Mal für den Bundestag; Künast wollte zum ersten Mal ein Direktmandat gewinnen. In den vorherigen drei Bundestagswahlen verlor die ehemalige erste grüne Landwirtschaftsministerin bereits dreimal gegen ihren Herausforderer aus der CDU. Auch eine Kandidatur als Bürgermeisterin in Berlin 2011 verlief ohne Erfolg.

Kevin Kühnert mischte das Rennen in Tempelhof-Schöneberg nun auf – und gewann mit 27,1 Prozent der Erststimmen vor Künast, die 25,1 Prozent holte. Prominent wurde der 32-Jährige vor allem mit seinem Protest gegen die Große Koalition, die er als damaliger Juso-Chef verhindern wollte. Er gilt zudem als Unterstützer der SPD-Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Zeitgleich werden sich Künast und Kühnert auch die Stimmen aus dem linken Lager streitig machen, davon könnte am Ende auch CDU-Kandidat Jan-Marco Luczak profitieren.

Wahlkreis 61: Olaf Scholz siegt vor Annalena Baerbock

Die Kanzlerkandidierenden Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Die Grünen) kämpfen nicht nur um das Kanzleramt, sondern auch um ein Direktmandat im gleichen Wahlkreis in Potsdam. Außerdem gingen unter anderem die Ex-Landesvorsitzende der CDU Saskia Ludwig, die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg und der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller dort ins Rennen.

Dabei standen die Chancen für Olaf Scholz gut: Bei der Bundestagswahl 2017 gewann die SPD in Ostdeutschland nur einen einzigen Wahlkreis außerhalb von Berlin, nämlich Potsdam mit der damaligen SPD-Kandidatin Manja Schüle. Größter Konkurrent waren damals jedoch nicht die Grünen, sondern die CDU. Nichtsdestotrotz hatte sich Baerbock in Potsdam schon länger einen Namen gemacht als Herausforderer Scholz: Sie kämpft hier zum dritten Mal seit 2013 um ein Direktmandat. Vor vier Jahren musste sie sich dabei von den Linken und der AfD überholen lassen.

Der Kanzlerkandidat der SPD hat dieses Rennen mit 34,0 Prozent der Erststimmen für sich entschieden. Allerdings zieht auch Baerbock in den Bundestag ein, weil sie über Listenplatz eins ihrer Partei abgesichert ist. Sie holte 18,8 Prozent der Erststimmen.

Wahlkreis 297: Heiko Maas triumphiert über Peter Altmaier

Der Wahlkreis Saarlouis ist der einzige Wahlkreis in Deutschland, in dem zwei Bundesminister gegeneinander antraten: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kämpfte dort gegen den Außenminister Heiko Maas (SPD) um ein Direktmandat. Beide kommen gebürtig aus dem Kreis.

Bei der letzten Bundestagswahl 2017 konnte Altmaier sein Direktmandat mit 38 Prozent der Stimmen verteidigen und gewann damit das dritte Mal in Folge den Wahlkreis. Maas kam bei der letzten Bundestagswahl hingegen auf 32,1 Prozent. Aktuellste Prognosen der Analyseseiten "Wahlkreisprognose" und "Election" hatten bereits vorausgesagt, dass selbst prominente Kandidaten wie Peter Altmaier in diesem Jahr um ihre Direktmandate fürchten müssten. Der Grund: die allgemeine Schwäche der Union in Umfragen.

Wahlkreis 101: Karl Lauterbach gewinnt gegen Serap Güler

Die Corona-Pandemie hat SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach einen regelrechten Hype beschert. Allein auf Twitter folgen ihm über eine halbe Million Menschen. Doch in seinem Wahlkreis "Leverkusen-Köln IV" hatte Lauterbach auch schon vorher Erfolg: Seit 2005 zog er dort bei jeder Wahl direkt in den Bundestag, 2017 konnte Lauterbach sogar fast zehn Prozentpunkte mehr als sein CDU-Herausforderer Helmut Nowak ergattern.

2021 hatte Lauterbach nun eine prominente CDU-Herausforderin: Serap Güler. Die 40-Jährige ist Staatssekretärin Nordrhein-Westfalen, sitzt seit fast zehn Jahren im Bundesvorstand der Union und zählt zu den Vertrauten des Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Güler kandidierte zum ersten Mal für den Bundestag. Zuletzt erlangte die CDUlerin viel Zuspruch, als sie sich kritisch zur Nominierung des bekannten Ex-Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen in Thüringen äußerte. Auf Twitter fragte sie ihre Parteikollegen, wie man "so irre sein" könne.

Lauterbach hat auch diesmal das Direktmandat geholt: Er sicherte sich 45,6 Prozent der Erststimmen; Serap Güler kommt auf 20,4 Prozent.

Wahlkreis 84: Gregor Gysi gewinnt gegen Claudia Pechstein

Im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick trafen Spitzensportlerin Claudia Pechstein, Deutschlands erfolgreichste Eisschnellläuferin bei Olympia, und der linke Spitzenpolitiker Gregor Gysi aufeinander. Dabei organisierte Pechstein ihren ersten Bundestagswahlkampf für die CDU nebenher zu ihrem Training für ihre achte Teilnahme an Olympia.

Schon vor der Wahl war Pechsteins Einzug in den Bundestag jedoch nicht besonders aussichtsreich: Seit 2005 konnte Gysi bereits das Direktmandat in Treptow-Köpenick jedes Mal mit deutlicher Mehrheit gewinnen. Er warb auf Plakaten mit dem Spruch: "Tschuldigung, ich brauch’ mal wieder Ihre Erststimme…". Da Pechstein allerdings Platz sechs der Landesliste der CDU belegt, könnten sich Gysi und Pechstein im Bundestag wiedersehen.

Wahlkreis 196: Frank Ullrich gewinnt gegen Hans-Georg Maaßen

Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte der Wahlkreis 196 "Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg" in Thüringen: Dort hat der umstrittene ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen nun das Direktmandat für die CDU an seinen SPD-Herausforderer Frank Ullrich verloren. Ullrich gewann als Spitzensportler zahlreiche Titel für die DDR und will sich im Bundestag für Schulsport starkmachen. Zu Ullrichs größten Vorteilen zählte dabei, dass er vor allem als "einer von hier" im Wahlkreis wahrgenommen wurde.

Maaßen hingegen kommt aus Mönchengladbach und wollte das Mandat seines Wahlkreis-Vorgängers Mark Hauptmann verteidigen, der wegen Maskendeals und seinen umstrittenen Beziehungen zu Aserbaidschan zurücktreten musste. Auf Twitter hatte Maaßen vor der Wahl bereits angekündigt gegen einen vermeintlichen Linksruck in der Gesellschaft kämpfen zu wollen: "Ich kandidiere für den Bundestag, weil ich die Fehler der Regierung Merkel korrigieren und das Voranschreiten des Sozialismus stoppen will". Der CDU-Politiker wird dem rechten Rand der Union zugerechnet.

Trotz prominenten Herausforderer konnte sich SPD-Politiker Ullrich nun das Direktmandat sichern: Selbst die Grünen hatten ihre Anhänger dazu aufgerufen, ihn zu wählen, damit Maaßen nicht in den Bundestag einzieht.

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