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Julius Bärs Benko-Kredite könnten für Manager Folgen haben

(Bloomberg) -- Das Schweizer Bankhaus Julius Bär diskutiert wegen der Kredite an das inzwischen insolvente Signa-Konglomerat die Ablösung eines oder mehrerer Mitglieder seiner Geschäftsleitung. Selbst der Stuhl von Bankchef Philipp Rickenbacher wackelt, wie über die Situation informierte Insider berichten.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Formelle Beschlüsse wurden noch nicht getroffen, aber eine Entscheidung könnte bald fallen, sagten die Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Das Geldhaus erwägt auch andere Möglichkeiten, die Manager zur Verantwortung zu ziehen und könnte auch noch beschließen, das Personal unverändert zu lassen. Eine gängige Methode wäre etwa eine Kürzung von Bonuszahlungen. Die Schweizer SonntagsZeitung hatte zuvor berichtet, dass Julius Bär diese Option prüfe.

Die Bank wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern. Julius-Bär-Aktien fielen nach dem Bloomberg-Bericht und notierten zuletzt in Zürich 0,98% leichter bei 47,33 Franken.

Die Privatbank — Nummer zwei in der Schweiz nach Platzhirsch UBS — hatte im November eingeräumt, Kredite von 606 Millionen Franken an die Signa-Unternehmen von René Benko vergeben zu haben. Seitdem haben die Aktien der Julius Bär rund 15% verloren. Zweifel der Bankenaufsicht Finma an der Risikokontrolle und eine Herabstufung des Ratings verstärkten die Unsicherheit über die Reaktion der Bank auf den Skandal.

Rickenbacher hatte im November angekündigt, dass die Bank wegen der Probleme mit Signa sein gesamtes Privatkredit-Geschäft durchkämmen werde. Die Bank hatte damals zunächst 70 Millionen Franken auf die Signa-Kredite abgeschrieben.

Wenn die Zürcher Bank am morgigen Donnerstag Ergebnisse für das Gesamtjahr 2023 vorlegt, könnte sich zeigen, dass dieser Betrag letztlich deutlich höher ausfallen muss. Die Zürcher Kantonalbank schätzte im Dezember, dass die Bank gezwungen sein könnte, bis zu 400 Millionen Franken auf die Signa-Kredite abzuschreiben.

Während die potenziellen Verluste aus den Benko-Krediten die Gewinne schmälern könnten, haben die offenbar schwachen Sicherheiten und das mangelhafte Risikomanagement das Vertrauen in die Bank generell untergraben. Rickenbacher übernahm die Führung der Bank im Jahr 2019, um die Stabilität wiederherzustellen, nachdem der frühere CEO Boris Collardi im Zuge einer Geldwäscheuntersuchung einen Verweis erhalten hatte.

Die Finma interessiert sich dem Vernehmen nach für die Berichtslinien der Banker, die für die Strukturierung von Krediten an Kunden wie Benko zuständig sind. Denn diese führen zur gleichen Managerin wie jene der Teams, die das Kreditrisiko verwalten. Beide Abteilungen werden letztlich von Chief Financial Officer Evie Kostakis beaufsichtigt, während das Risikoteam normalerweise dem Risikovorstand unterstellt ist.

“Ich glaube, dass Julius Bär in der Lage sein wird, seinen Risikoappetit und seine Risikokapazität so beizubehalten, wie wir es im Durchschnitt der letzten Jahre getan haben”, sagte Rickenbacher am 29. November. “Jedes Mal, wenn wir Verluste hatten — und dies ist sicherlich ein signifikanter Fall —, ziehen wir die Lehren daraus und setzen uns intensiv damit auseinander, und wir wollen gestärkt daraus hervorgehen.”

Überschrift des Artikels im Original:Julius Baer Mulls Leadership Change With Benko Hit Under Review

--Mit Hilfe von Eyk Henning und Benjamin Stupples.

(Ergänzt um Kursreaktion, Hintergrund)

©2024 Bloomberg L.P.