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Israelisches Masken-Start-up strebt Börsengang in den USA an

Knitterscheidt, Kevin
·Lesedauer: 3 Min.

Mit antiviralen Masken hat das israelische Start-up Sonovia in der Pandemie für viel Aufsehen gesorgt. Das macht sich an der Börse bezahlt.

Fragt man Liat Goldhammer, welchen Einfluss der globale Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 auf das eigene Geschäft hatte, dann bezeichnet die Wissenschaftlerin die Pandemie als einen Beschleuniger: „Wir hatten eigentlich nicht vor, selbst zu einem Textilproduzenten zu werden, sondern wollten Lizenzen für unsere Entwicklung verkaufen“, sagt die Technologiechefin des israelischen Start-ups Sonovia dem Handelsblatt.

Doch die Corona-Pandemie machte aus dem einstigen Forschungsunternehmen, das eine Beschichtungsmethode für keimfreie Textilien entwickelt hat, innerhalb von wenigen Monaten einen Maskenproduzenten. „Rund zwei Drittel unserer Mitarbeiter sind heute in produktionsrelevanten Unternehmensbereichen tätig“, sagt Goldhammer. Insgesamt 150.000 Kunden hat Sonovia seit dem Ausbruch der Pandemie beliefert – und denkt sogar darüber nach, das Produktportfolio auszubauen.

Was die Masken aus Israel von denen von Wettbewerbern unterscheidet, ist, dass der Stoff selbst Nanopartikel enthält, die in der Lage sind, Viren oder Bakterien abzutöten, sobald sie mit der Maske in Kontakt kommen. Anders als viele andere Textilien, die ähnliche Eigenschaften besitzen, lässt sich der Sonovia-Stoff dabei aber bis zu hundert Mal waschen. Die Masken sind damit nachhaltiger und kostengünstiger als Einmalprodukte oder Textilien, die ihre Beschichtung nach wenigen Waschgängen verlieren.

Der Clou besteht dabei in der Art und Weise, wie die antiviralen beziehungsweise antibakteriellen Materialien auf den Stoff angebracht werden. Dafür hat Sonovia ein sogenanntes sonochemisches Verfahren entwickelt, bei dem Zinkoxid-Nanopartikel mithilfe von Schallwellen mechanisch auf den Stoff angebracht werden. „Damit unterscheiden wir uns von klassischen Verfahren, die mit chemischen Bindemitteln arbeiten“, erklärt Goldhammer. Bis zu 75 Grad Waschtemperatur soll die Verbindung aushalten können.

Zahlreiche mögliche Einsatzgebiete

Das Verfahren selbst wurde an der israelischen Universität Bar Ilan entwickelt. Sonovia wurde 2017 als Spin-off der Universität gegründet und hat seither daran gearbeitet, die Technologie für den industriellen Großeinsatz weiterzuentwickeln. Als Partner für den Bau entsprechender Textilmaschinen wandten sich die Gründer unter anderem an den baden-württembergischen Spezialisten Brückner, der die Textilbranche mit Veredlungstechnologie beliefert.

Dort sieht man die neuen Anlagen, die auf Sonovias Entwicklung basieren, als „interessantes Zusatzprodukt“ im eigenen Portfolio. „Wir rechnen etwa mit einem Mehrumsatz von fünf Prozent pro Jahr“, sagt der technische Geschäftsführer von Brückner, Axel Pieper. Als Einsatzgebiete nennt er neben Masken auch die Bereiche Funktionsbekleidung, Sportartikel und Arbeitskleidung. „Auch für die Automobilindustrie werden anti-pathogene Textilien zunehmend interessant – etwa für Sitzpolster in Taxis oder Mietwagen.“

Nach Angaben von Technologiechefin Goldhammer ist das Interesse so groß, dass das Start-up bereits drei Jahre nach der Gründung einen ungewöhnlich frühen Exit vollzieht: Anfang Dezember ließ sich Sonovia an der Börse in Tel Aviv notieren, auch eine Notierung am US-Handelsplatz Nasdaq strebt das Jungunternehmen an. In Tel Aviv erzielte Sonovia dabei eine Bewertung von gut 43 Millionen US-Dollar.