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Inflation in Deutschland fällt auf nur noch 2,5 Prozent – Preisstabilität kommt in Sicht

Inflation im Griff: Die Preise sind in Deutschland im Febuar nur noch um 2,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen.  - Copyright: Getty Images
Inflation im Griff: Die Preise sind in Deutschland im Febuar nur noch um 2,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen. - Copyright: Getty Images

Die Inflation in Deutschland ist im Februar weiter von 2,9 Prozent auf nur noch 2,5 gefallen. Das ist der geringste Preisanstieg seit Juni 2021, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Der Rückgang fiel noch etwas stärker aus als erwartet. Ökonomen hatten im Mittel mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent gerechnet. Dass die Preise jetzt spürbar langsamer steigen, erweitert den Spielraum für Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Deutsche Bank rechnet sogar damit, dass die Inflationsrate im Sommer unter zwei Prozent fällt, dem Stabilitätsziel der EZB.

Im Gesamtjahr 2023 betrug die Inflationsrate im Durchschnitt 5,9 Prozent. Den Höhepunkt erreichte die Inflation in Deutschland als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Oktober 2022 mit 8,8 Prozent. Seither geht sie langsam, aber stetig zurück.

Steigende Preise verringern die Kaufkraft der Einkommen. Sie drücken damit den Konsum und bremsen die Konjunktur. Inflation trifft zudem Menschen mit geringen Einkommen und wenig Vermögen stärker als Vermögende. Wenn die Inflation nun zurückgeht, ist das gut für Verbraucher und die Konjunktur. So sind bereits 2023 die Einkommen erstmals seit vier Jahren wieder stärker gestiegen als die Preise. 2024 sollte die Kaufkraft der Verbraucher nach Einschätzung von Ökonomen kräftig zunehmen. Auch die realen Zinsen auf Sparguthaben und Festgeld sind bei einigen Instituten bereits positiv.

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Gedrückt wird die Inflation derzeit auch dadurch, dass Energie meist billiger ist als vor einem Jahr. Die Inflationsrate wird immer im Jahresvergleich angegeben. Dass es weiterhin einen Preisdruck gibt, zeigen zwei andere Zahlen. Im Vergleich zum Vormonat Januar stiegen die Verbraucherpreise um kräftige 0,4 Prozent. Und rechnet man die Preise für Energie und Nahrung heraus, stieg die Kernrate der Inflation auch im Jahresvergleich unverändert um 3,4 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt als Ziel für Preisstabilität eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte sie die Zinsen im Euro-Raum seit dem Sommer 2022 zehnmal in Folge deutlich erhöht. Der Zinssatz, zu dem Banken Geld bei der Notenbank leihen können, beträgt aktuell 4,5 Prozent. Parken Geldhäuser Geld bei der EZB, erhalten sie auf diese Einlagen 4,0 Prozent Zinsen.

2024 könnte nun zu einem Jahr der Wende werden: Die Preise steigen langsamer, die EZB dürfte die Zinsen Laufe des Jahres senken. Die nächste Zinsentscheidung der EZB steht am 6. März an. Mit einer Zinssenkung rechnen Analysten überwiegend aber frühestens ab April.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft weiter sinken wird. Das Ifo-Institut und die Deutsche Bank rechnen im Durchschnitt des Jahres mit einer Teuerung von 2,2 Prozent.

Neben der nationalen Inflationsrate ermitteln die Statistiker den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) mit einer einheitlichen Systematik für die Länder der Euro-Zone. Der HVPI ist auch maßgeblich für die Zinsentscheidungen der EZB. Im Januar stiegt der HVPI für Deutschland um 2,7 Prozent nach 3,1 Prozent im Januar. Die Bundesbank rechnet damit, dass auch der HVPI 2024 sinkt und im Mittel bei 2,7 Prozent liegen wird.

Zwei Risiken für die Inflation in Deutschland

Für die Preise gibt es aktuell vor allem zwei Risiken. Das erste betrifft die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Weitet sich einer der Konflikte aus, könnte es zu neuen Engpässen und steigenden Preisen vor allem für Öl und Gas kommen. Russland liefert immer noch große Mengen Gas nach Europa und ist ein wichtiger Ölexporteur für den Weltmarkt.

Das zweite Risiko betrifft steigende Löhne und Gehälter. Gewerkschaften haben zuletzt hohe Tarifabschlüsse durchgesetzt und streiken aktuell für kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohn. Der Mangel an Fachkräften stärkt die Verhandlungsposition vieler Beschäftigter. Sogar zweistellige Tarifforderungen sind keine Seltenheit. Es gebe nach wie vor Inflationsrisiken, warnt Ifo-Präsident Clemens Fuest: „Das sind vor allem die derzeit kräftig steigenden Löhne, die insbesondere bei Dienstleistungen zu höheren Preisen führen.“